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0397 - Ein Duft von Tod und Grauen

0397 - Ein Duft von Tod und Grauen

Titel: 0397 - Ein Duft von Tod und Grauen
Autoren: Jason Dark
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War ihr Schlaf bisher tief, fest und traumlos gewesen, so änderte sich dies schlagartig. Plötzlich hatte sie einen Traum, und der hing mit dem fernen Klingeln zusammen, das weiterhin durch ihr Bewußtsein trieb und ihre Traumwelt erst allmählich öffnete.
    Sie schlief und sah…
    Hinein »starrte« sie in die Dunkelheit, in der sich Schatten bewegten, als wollten sie das Klingeln weiter transportieren und auf sie zubewegen. Die Schatten bildeten einen gewaltigen Vorhang, der urplötzlich in der Mitte auseinanderriß.
    Dana schlief, träumte, hörte und sah!
    Aus dem verwaschen wirkenden Grau hinter dem Vorhang schälte sich etwas hervor. Die »Schlafende« konnte es nicht genau erkennen, aber sie sah es blitzen. Als wäre ein Lichtstrahl reflektiert worden.
    Irgendein Gegenstand schwebte in der Luft und kam immer näher. Ohne daß sie es bewußt steuerte, begann sie schneller, hektischer und auch stöhnender zu atmen. Das Luftholen wurde zu einem regelrechten Röcheln, und auf ihren Lippen bildeten sich kleine Speichelbläschen, die beim nächsten Atemzug zerplatzten.
    Die Schlafende spürte den ungeheuer starken Druck. Ohne daß ein sichtbarer Grund vorhanden gewesen wäre, geriet sie plötzlich ins Schwitzen. Und dies so stark, daß sich der Schweiß wie eine zweite Haut auf ihr Gesicht legte.
    Die Angst kam…
    Hervorgelockt durch das aufgewühlte Unterbewußtsein, das den Schrecken einfach nicht verkraften wollte, der sich aus dem Grau hinter dem Vorhang hervorschälte.
    Ihr Traum wurde zum Alptraum.
    Und endlich konnte Dana sehen. Das blitzende Metall war so nahe an sie herangekommen, daß es einfach unmöglich war, es nicht zu erkennen.
    Im Traum nahm sie alles überdeutlich war, und sie sah ein, daß es keine Spiegel waren, die über ihr schwebten.
    Im ersten Augenblick wurde sie an Metallteile erinnert, die eine ungewöhnliche Form besaßen. So gebogen wie Halbmonde, nur eben nicht gelb oder fahl, sondern blank.
    So sahen Sicheln aus – oder Sensen!
    Und damit hatte sie diese drei gefährlichen Gegenstände erkannt.
    Es waren Sensen, die über ihr schwebten, nicht stillstanden, sondern leicht zitterten.
    Auch das änderte sich.
    Die Sense in der Mitte machte den Anfang. Zuerst schlug sie nach hinten, als wollte sie Anlauf nehmen. Dann schwang sie nach vorn, fuhr pfeifend weiter und wischte eine Armlänge über Kopf und Brust der Schlafenden hinweg.
    Bevor sie abermals zurückschwang, gerieten die beiden anderen blank polierten Waffen ebenfalls in pendelartige Bewegungen.
    Dabei bewegten sie sich nie synchron. War die erste Sense nach hinten geschwungen, befand sich die zweite in genau der entgegengesetzten Richtung, und die dritte schwebte dann über Danas Körper.
    Es wurde zu einer grausamen Folter, die das hübsche Mannequin im Schlaf erlebte.
    Nur blieb es nicht beim einfachen Schwingen, denn die gefährlichen Waffen veränderten ihre Stellungen.
    Sie glitten tiefer…
    Auch nicht gleichzeitig. Zuerst reagierte die Sense in der Mitte.
    Bei diesem plötzlichen Ruck sah es so aus, als wollte sie auf den Körper der Schlafenden fallen, jedenfalls sah Dana dies so in ihrem Traum, und über ihre Lippen drang ein leiser, erschreckter Schrei.
    Aber die gefährliche, blanke und scharfe Sense fing sich wieder und schwang weiter.
    Als sie zurückpendelte, fiel die nächste. Sie kam wie ein Fallbeil auf Dana zu, mörderisch und gefährlich, wurde aber, bevor sie den Körper erreichen konnte, wieder abgefangen.
    Dana schlief, und der Traum blieb. Sie merkte den Horror, der sich tief in ihr Unterbewußtsein hineingefressen hatte, und trotzdem wachte sie nicht auf. Sie erlebte den Traum in seiner brutalen Deutlichkeit weiter. Hätte jemand ihr Gesicht beobachtet, wäre ihm das Flattern der Augenlider aufgefallen und auch das Zittern der Lippen sowie die Speichelbläschen davor.
    Das Atmen des Mannequins war zu einem Stöhnen geworden, in das sich hin und wieder ein schweres Seufzen und die klagenden Schreie der Angst mischten.
    Dieser fürchterliche Traum überschwemmte das gesamte Bewußtsein der Schlafenden. Mit jeder Sekunde, die verstrich, sah sie die gefährlichen Klingen deutlicher. So schlimm und grauenhaft, daß sie ihr gesamtes Blickfeld einnahmen und sie nichts anderes mehr erkannte, als nur die schwingenden, blitzenden Sensen, die wie tödliche Glocken von einer Seite zur anderen glitten, um ihr Ende einzuläuten.
    Auch ihre Geschwindigkeit hatte sich verändert. Längst waren sie schnell geworden und

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