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0397 - Ein Duft von Tod und Grauen

0397 - Ein Duft von Tod und Grauen

Titel: 0397 - Ein Duft von Tod und Grauen
Autoren: Jason Dark
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noch tiefer gefallen, so daß sie hautnah über den Körper und das Gesicht des Mädchens hinwegwischten.
    Dana Forrester machte Schreckliches durch. Jeden Pendelschlag der unheimlichen Sensen erlebte sie wie eine körperliche Folter. Sie sah im Traum dieses gefährliche Schwingen und glaubte sogar, das Pfeifen und die Bewegung der Luft zu vernehmen, wenn die blanken und scharfgeschliffenen Sicheln über sie hinwegglitten.
    Keine Hand paßte mehr zwischen den Körper des Mädchens und die gefährlichen Sensen.
    Dana erlebte die Hölle. Irgendeine Faser ihres Nervensystems wünschte sich das Erwachen, aber so etwas wurde von dem anderen Bewußtsein zurückgedrängt.
    Und der Alptraum steigerte sich noch.
    Die geschliffenen Sensen schwangen schneller und schneller. Die Schlafende konnte sie nicht mehr unterscheiden, so rasch wirbelten sie hin und her. Permanent befand sie sich in Gefahr, hatte einmal das Gefühl, als hätte ihr Astralleib den Körper verlassen und würde nun über ihm schweben, um diese schreckliche Folter beobachten zu können.
    Abermals jagten die klingenden und klirrenden Sensenklingen heran, und dann geschah das Furchtbare.
    Sie rutschten noch tiefer.
    Und diesmal trafen sie.
    Für die Schlafende wurde der Traum so deutlich, daß sie das Gefühl bekam, alles plastisch mitzuerleben.
    Die erste Sichel kam.
    So verdammt nah, zu nah…
    Im Schlaf schrie Dana auf. Der Traum wurde noch deutlicher, sie sah die drei Sensen, hörte das Pfeifen, wenn sie durch die Luft schnitten, vernahm das helle Singen, als sie aneinanderstießen, und bekam mit, daß sie verdammt groß waren.
    Auf dem Gesicht der Schlafenden spiegelten sich ihre Gefühle wider. Sie waren grauenhaft, schrecklich. Weit aufgerissene Augen starrten gegen die Decke, der Mund zuckte, die Haut an den Wangen ebenfalls, und die kleinen Schweißperlen der Angst hatten sich zu dicken Tropfen zusammengefunden, die über ihr Kinn und dann am Hals entlang nach unten rannen.
    Noch zweimal drangen Schreie über ihre Lippen, bevor die Sensen mit gewaltigen Pendelbewegungen zurückschwangen, in das zitternde Grau hineinstießen und dort verschwanden.
    Dafür sah sie etwas anderes.
    Grausam und drohend schob sich die Gestalt hervor, von der nicht einmal das Gesicht zu sehen war, weil es von einer blutroten Kapuze verdeckt wurde, die nur zwei Schlitze für die Augen freiließ.
    Und die Augen waren wie dunkle Perlen oder Steine, denn in ihnen befand sich kein Funken Gefühl. Näher und näher schob sich der Kopf des Kapuzenmannes, und aus der Tiefe drang gleichzeitig seine übergroß wirkende Hand hervor.
    Es war eine mit dunklerer Haut überzogene Pranke, auf der zahlreiche kleine Härchen wuchsen. Zwei Finger der Hand standen in die Höhe. Sie und der Daumen hielten eine kleine, pechschwarze Flasche fest, die weder einen Stöpsel noch einen Korken besaß, so daß ungehindert aus der Öffnung dunkler Rauch aufstieg.
    Er verteilte sich über der Flaschenöffnung zu dunkelblauen Wolken, die allmählich davongetrieben wurden, als hätte ein Windzug sie erfaßt.
    Für eine Weile blieb das Bild. Die Schlafende erlebte den kalten Horror, der von dieser ihr im Traum erschienenen Gestalt ausging.
    Dana stöhnte einige Male auf und konnte dann feststellen, daß sich die Gestalt wieder zurückzog.
    Ebenso lautlos, wie sie gekommen war.
    Über ihr schlug die graue Dämmerung wieder zusammen, als hätten Hände ein Tuch gefaltet.
    Dana Forrester sah nichts mehr. Der Alptraum war vorbei, sie hätte weiterschlafen können.
    Das gelang ihr nicht.
    Dana war ein Mädchen, das sich vor der Dunkelheit fürchtete, deshalb ließ sie in den Zimmern, in denen sie übernachtete, stets eine Lampe brennen. In diesem Fall gab das Licht auf dem Nachttisch einen weichen Schein ab, der auch über ihr Gesicht floß und jeden einzelnen Schweißtropfen wie eine Perle aus dünnem Glas erscheinen ließ.
    Dana erwachte.
    Es war das Zucken der Mundwinkel, das Flattern der Augenlider, das Öffnen des Mundes.
    Typische Merkmale eines aus dem tiefen Schlaf erwachenden Menschen, der plötzlich die Augen aufschlägt.
    So auch Dana Forrester.
    Sofort verspürte sie die bohrende Angst. Die Erinnerung an den gefährlichen Traum kehrte zurück. Sie sah wieder diese verdammten Sensen, wie sie heranfegten, um Dana endlich mit ihren scharfen Schneiden zu berühren.
    Furchtbar…
    Dana Forrester räusperte sich. Es dauerte seine Zeit, bis sie bemerkte, daß sie sich in ihrem Hotelzimmer befand und keine

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