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036 - Die Söhne des Himmels

036 - Die Söhne des Himmels

Titel: 036 - Die Söhne des Himmels
Autoren: Michael J. Parrish
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Für Matthew Drax war die Welt in Ordnung. So weit sie das sein konnte.
    In einer gefahrvollen Überfahrt hatte er den Weg von Europa nach Amerika geschafft, das jetzt Meeraka genannt wurde - und er hatte feststellen müssen, dass der Einschlag des Kometen »Christopher-Floyd« vor über fünfhundert Jahren auch an seinem Heimatland nicht spurlos vorüber gegangen war.
    Er hatte das im Eis eingeschlossene New York City gesehen und war nur mit knapper Not tödlichen Gefahren entronnen, ehe er weiter nach Süden gezogen war, jener Stadt entgegen, die er als Washington D.C. kannte, Hauptstadt des Landes, in dem er geboren und aufgewachsen war.
    Die Stadt gab es noch immer. Nur dass sie jetzt »Waashton« hieß und nur mehr ein matter Abglanz jenes Zentrums von Macht und Größe war, als das er sie einst gekannt hatte.
    Immerhin war sie noch immer Sitz einer Regierung - des »Weltrats« unter der Führung von Präsident Victor Hymes. So erfreut Matt darüber gewesen war, dass sich inmitten all des Chaos und der Zerstörung eine Zivilisation erhalten hatte, so enttäuscht war er darüber, dass ihn die Regierung des »neuen« Amerika offenbar nicht als heimgekehrten Sohn akzeptierte. Um seine Loyalität zu prüfen, hatten Hymes und seine rechte Hand General Crow ihn in eine virtuelle Realität versetzen lassen, in der Matt um ein Haar den Verstand verloren hätte.
    Keine Frage - die neue Regierung der Vereinigten Staaten verfügte über vielfältige, zum Teil geradezu erstaunliche Möglichkeiten, und auch wenn sich Hymes und Crow alle Mühe gegeben hatten, ihr Vorgehen zu rechtfertigen, so war doch ein schaler Nachgeschmack geblieben.
    So glücklich Matt anfangs darüber gewesen war, in seine Heimat zurückgekehrt zu sein - sehr heimisch hatte er sich bislang nicht gefühlt.
    Nun jedoch hatte sich dies geändert.
    Denn mit Professor Dr. David McKenzie war ein Stück von jener alten, längst vergangenen Welt zurückgekehrt, an der Matts Herz noch immer hing.
    Zusammen mit McKenzie war Matt auf jener verhängnisvollen Mission gewesen, die schließlich dazu führte, dass er sich fünfhundertvier Jahre in der Zukunft wieder- gefunden hatte: In ihren Stratosphären-Jets hatten sie das Herannahen des Kometen
    »Christopher-Floyd« und dessen Beschuss mit Interkontinental-Raketen beobachten sollen. Dave war neben seinem Chef Professor Dr. Jacob Smythe der zweite wissenschaftliche Begleiter der Mission gewesen.
    Durch ein Phänomen, das er noch immer nicht begriffen hatte, war Matts Staffel in die Zukunft geschleudert worden. Einsam und allein war Matthew Drax in einer barbarischen Welt gestrandet, in der die Tier- und Pflanzenwelt mutiert und die Menschheit auf mysteriöse Weise verdummt war. Einigen seiner fünf Kameraden war er später wieder begegnet - und drei von ihnen hatten ihr Leben gelassen.
    Irvin Chester im blutigen Sand der Arena von Rom.
    Hank Williams in den Fängen eines Monstervogels.
    Professor Dr. Smythe durch eine riesenhafte Schnecke in der Kanalisation von Mailand.
    Dass Dave McKenzie nun wieder aufgetaucht war, grenzte für Matt an ein Wunder. Jennifer Jensen, eine Pilotin ihrer Staffel, die in Berlin bei einem Amazonenstamm lebte, hatte Matt vor Monaten berichtet, Dave McKenzie sei tot. Bei der Landung war eine Horde verwahrloster Männer über die beiden hergefallen, und bevor Jenny von den Amazonen gerettet wurde, hatte sie gesehen, wie man Dave den Schädel einschlug.
    Zumindest schien es so.
    In Wahrheit war Dave schwer verletzt in einen Kerker geworfen und erst im Zuge der Friedensverhandlungen zwischen Frauen und Männern wieder freigelassen worden. Er und Matt hatten sich in Berlin nur um wenige Tage verpasst.
    Irgendwie hatte es der NASA-Pilot und Experte für Astrophysik dann geschafft, sich aus altem Flugzeugschrott eine Spitfire zusammen zu bauen und damit bis nach Köln zu kommen. Dort war auch Matt auf seiner Reise nach London notgelandet.
    Von dem Coelleni Honnes hatte Dave erfahren, dass Matt inzwischen nach Amerika unterwegs war. Er hatte dessen Jet wieder instand gesetzt und den Atlantik überquert.
    So war er nach Washington gekommen und vor den Stadttoren aufgegriffen worden. Weil er wie Matthew Drax gekleidet war, hatten ihn die Wachen gleich zu den Agenten des Weltrats gebracht. Und nun war er hier, im Pentagon… David McKenzie wieder zu sehen, hatte Erinnerungen in Matthew geweckt. Erinnerungen an eine Welt, die lange zurück lag. An Freunde, die er verloren hatte.
    Trotzdem tat es

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