Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
0137 - Luzifers Ende

0137 - Luzifers Ende

Titel: 0137 - Luzifers Ende
Autoren: Werner Kurt Giesa
Vom Netzwerk:
werden. Zudem gab da irgendwo in Deutschland einen Blitzableiter, den Bill vor einiger Zeit unter dem Namen Manuela Ford kennengelernt hatte. Nicole machte sich ihre Gedanken. Bill und Manuela trafen sich hin und wieder; Bill machte immer häufiger im Land des Sauerkrauts Urlaub. Fast schien es ihr, als entwickele sich das Fünkchen immer stärker zur offenen Flamme.
    Zamorra hielt das Amulett vor sich ausgestreckt. »Wo willst du anfangen, nach magischen Aktivitäten zu suchen?« fragte sie.
    »Hier«, entgegnete der Parapsychologe und Dämonenjäger. »Ich werde das Amulett zu einer Art Kompaß umfunktionieren. Vielleicht klappt es.«
    Nicole trat einen Schritt zurück und beschränkte sich aufs Beobachten. Sie sah, wie Zamorra sich in eine Art Halbtrance versetzte und auf das Amulett einging. Es begann sich in seinen Händen schwach zu bewegen und zu pendeln. Schließlich zog es in eine Richtung, auf das Zentrum des Megalithenfeldes zu.
    Bill erklomm einen niedrigeren Menhir und spähte in die Richtung, in die das Amulett wie eine Wünschelrute ausschlug und zog. Doch er konnte nichts erkennen.
    Im nächsten Moment glaubte er, von einem Stromstoß getroffen zu werden. Der Schock raste durch seinen Körper und ließ seine Muskeln erschlaffen. Haltlos stürzte er auf den Heide-Boden. Er sah, wie es um Zamorra herum sekundenlang irrlichterte, dann war das Phänomen wieder vorbei.
    Der blonde Historiker versuchte sich aufzurichten und schaffte es mit zitternden Armen und Kniegelenken. Er sah sich nach Nicole um.
    Das Mädchen war verschwunden.
    ***
    »Was ist das?« keuchte Bill auf. Zamorra reagierte nicht sofort. Der Parapsychologe schüttelte sich wie ein nasser Hund. Der helle Glanz des Amuletts war erloschen; es schimmerte nur noch matt im grellen Sonnenlicht. Es schien, als sei es matt geschliffen worden.
    Langsam wandte sich Zamorra um. Sein Blick ging in die Runde. Schwerfällig sanken seine Hände mit dem Amulett herab. »Wo ist Nicole?« fragte er gedehnt.
    »Verschwunden!« schrie Bill. »Weg! Fort!«
    Die Augen des Professors weiteten sich etwas. Sie waren glanzlos, stumpf. Furcht beschlich den Historiker. Das war nicht mehr der Zamorra, den er kannte. Etwas mußte mit Zamorra geschehen sein in dem Augenblick, in dem das helle Flimmern ihn einhüllte.
    Aber was?
    Und wo war Nicole geblieben?
    Angst sprang den Amerikaner an -Angst, daß Nicole von der unbekannten Macht vernichtet worden sein konnte!
    Wer steckte dahinter? Wer besaß die Fähigkeiten, derart entscheidend zuzuschlagen? Und - wer konnte einen Felsen zum Zitteraal machen, der Hochspannungs-Schläge austeilte?
    »Nicole…« murmelte Zamorra langsam und dumpf. Bill näherte sich ihm zögernd. »He, Alter, komm zu dir«, rief er ihn an. »Zamorra, werde wach, verdammt!«
    Doch Zamorra reagierte immer noch nicht.
    Bill sah sich um. Er fühlte sich von tausend Augen beobachtet. Zwischen den Menhiren kroch das Unheimliche umher, umgab ihn, war allgegenwärtig. Er spürte die Aura des Bösen um sich herum plötzlich überdeutlich. Seine Nackenhärchen sträubten sich. Alles in ihm schrie danach, so schnell wie möglich zu verschwinden. Weg hier, fort von diesem verwunschenen Platz!
    Doch er blieb. Da war sein Freund Zamorra, der Hilfe brauchte - und da war Nicole, die verschwunden war! Nicht einmal ein Schatten war von ihr geblieben.
    Seine Gedanken rasten. Wie konnte er Zamorra helfen? Er mußte etwas tun, das wußte er, aber was?
    Seine Hand legte sich auf Zamorras Schulter.
    Im gleichen Moment spielte der Professor Zitteraal wie zuvor der Felsen, auf den Bill geklettert war!
    »Himmel!« schrie der Historiker auf und glaubte zu verbrennen, weil ein Stromstoß ungeheurer Stärke ihn durchraste. Er konnte seine Hand nicht mehr von Zamorras Schulter lösen. Wie an einer elektrischen Leitung klebte er fest.
    Dann war alles wieder vorbei!
    Bill konnte sich vom Hochspannungs-Zamorra lösen und starrte fassungslos auf seine Hand. Mußte die jetzt nicht schwarz verbrannt sein? Aber sie sah völlig normal aus, und da stand Zamorra vor ihm, sah ihn aus seinen grauen Augen fragend an und wollte wissen: »Warum hast du gerade einen Veitstanz versucht, Bill?«
    Der mußte sich festhalten. Ein Menhir kam ihm dazu gerade recht, welcher diesmal keinen Strom ausspie. Zamorra wußte nichts von dem, was geschehen war?
    Rückfragen bestätigten es, Zamorra wußte nichts davon, daß er wie ein Schlafwandler da gestanden hatte. Er wußte auch nichts von dem hellen
Vom Netzwerk:

Weitere Kostenlose Bücher