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Wer bist du, suesse Morgenfee

Titel: Wer bist du, suesse Morgenfee
Autoren: Carole Mortimer
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glauben, geriet jedoch einen Moment lang in Panik, weil sie nicht wusste, was sie jetzt tun sollte. Dann riss sie sich zusammen und dachte nach.
    Die Antwort war klar. Sie erklärte ihren Freunden, sie habe es sich anders überlegt und fahre lieber nach Hause, als noch woanders hinzugehen. Stattdessen blieb sie im Club und beobachtete Fergus McCloud aus einiger Entfernung.
    Es hatte nicht danach ausgesehen, als würde er auf jemand warten. Chloe war jedoch nicht sicher gewesen. Nach einer Stunde hatte er eine Flasche Champagner ausgetrunken und eine neue bestellt, und Chloe war zu der Überzeugung gekommen, dass er mit niemand verabredet war. Es war die ideale Gelegenheit gewesen, zumindest mit ihm zu sprechen.
    Nur dass er von Anfang an mehr als deutlich gemacht hatte, dass er nicht mit ihr reden wollte. Tja, jetzt würde sie nicht auf  geben.
    „Wie war die Hochzeit Ihres Cousins?" fragte sie. Das Mineralwasser, das Fergus ihr eingeschenkt hatte, trank sie nicht. Sie hatte nur darum gebeten, damit er sie noch nicht aufforderte zu gehen.
    Er blickte sie stirnrunzelnd an.
    Seine finstere Miene ließ ihn keineswegs weniger gut aussehen. Chloe hatte natürlich gewusst, wie er aussah, trotzdem war sie nicht ganz auf die Anziehungskraft des Mannes vorbereitet gewesen. Er war groß und muskulös, hatte markante Gesichtszüge, braune Augen und dunkles Haar, das ein bisschen zu lang war. Chloe war sicher, dass sie ihn unter anderen Umständen aufregend attraktiv finden würde ...
    „Es gefällt mir nicht, dass Sie sich in meinem Privatleben so gut auskennen", sagte er hart.
    Zu spät wurde ihr klar, dass die Frage nach der Hochzeit seines Cousins ein Fehler gewesen war. Sie ging mit einem Schulterzucken über, den Fauxpas hinweg. 
    „Es ist wohl kaum ein Geheimnis, dass der Unternehmer Logan McKenzie Ihr Cousin ist. Oder dass er heute geheiratet hat."
    „Nein", räumte Fergus ein.
    Aber. Er sagte es nicht, dennoch hörte sie das Wort aus seiner Stimme heraus. Chloe atmete tief durch, um sich zu beruhigen. Sie war nicht besonders gut in diesen Sachen. Tatsächlich passte es überhaupt nicht zu ihr, sich an einen Mann heranzumachen, sich ungeladenen zu ihm zu setzen, ihn zu drängen, ihr etwas zu trinken zu bestellen. Ihre Verwandten und Freunde wären schockiert gewesen, wenn sie sie an diesem Abend hätten sehen und hören können. Aber Fergus' unerwartetes Auftauchen im Nachtclub hatte sie überrumpelt, und sie hatte spontan gehandelt, als sie sich einfach zu ihm gesetzt hatte. Seiner Stimmung nach zu urteilen hätte er sich bestimmt nicht mit ihr bekannt gemacht! 
    „Es ist die High-Society-Hochzeit des Monats, Fergus", schalt sie ihn neckisch.
    „Hm." Er schnitt ein Gesicht. „Na gut. Um Ihre Frage zu beantworten: Sie war schön. Oder so schön, wie man es von einer Hochzeit eben erwarten kann", verbesserte er.
    „Mögen Sie keine Hochzeiten?"
    Er blickte sie wieder stirnrunzelnd an. „Sind Sie Reporterin? Ich werde doch wohl nicht morgen früh meine Äußerungen auf der Titelseite einer Zeitung sehen?"
    Kaum. Sie mochte Reporter nicht. Sie hatten früher einmal dazu beigetragen, ihr Leben zu ruinieren. 
    „Nein", versicherte sie ihm. „Es hat mich nur interessiert, das ist alles." Ringen um ein Gesprächsthema sollte man es wohl nennen, dachte sie trübselig. Diese Unterhaltung war zweifellos ein Schlauch.
    „Tja, wie gesagt, die Hochzeit war schön. Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen würden?" Fergus stellte sein Glas hin und rutschte zum Ende der Sitzbank. „Es wird Zeit, dass ich mir ein Taxi nach Hause nehme."
    Chloe blickte ihn entsetzt an. Er durfte nicht gehen! Sie hatte noch nicht einmal angefangen, mit ihm zu reden. Vielleicht bekam sie nie wieder eine Gelegenheit ...
    „O verdammt!" Fergus McCloud hatte versucht aufzustehen. Jetzt saß er wieder zurückgelehnt auf der Bank. Er schloss die Augen und atmete tief ein und aus. „Würden Sie mir wohl einen Gefallen tun?" fragte er vorsichtig.
    Jeden! Wenn er nur nicht einfach weggehen würde. Zum Glück schien er dazu fürs Erste nicht fähig zu sein. 
    „Ja?"
    Er öffnete die Augen und sah sie an. „Ich kann im Moment nicht aufstehen. Tatsächlich bin ich betrunken!" sagte er voller Selbstekel. „Ich erinnere mich nicht, wann ich zuletzt so ... Doch, ich weiß. Es war nach dem Examen in Oxford vor vierzehn Jahren. Hinterher habe ich zwei Tage im Bett gelegen!"
    Chloe hatte ihr Examen vor zwei Jahren gemacht, und alle hatten den

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