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TS 53: Alle Zeit der Welt, Teil 1

TS 53: Alle Zeit der Welt, Teil 1

Titel: TS 53: Alle Zeit der Welt, Teil 1
Autoren: Henry Kuttner
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darf ihre zarten Gefühle nicht verletzen. Diebereien fallen von vornherein flach. Strenge deinen Grips an und mach dich bei Leuten nützlich, die Einfluß haben. Nimm dir ein Beispiel an Jim Sheffield. Stell keine Fragen; tu, was man dir sagt, aber verschaff dir vorher die richtigen Beziehungen.“
    Er blinzelte Sam aus seinen tränenden Augen an.
    „Ich habe mit Sheffield geredet. Melde dich bei ihm, Hier, ist die Adresse.“ Er drückte dem Jungen eine gelochte Scheibe in die Hand. „Ich würde dich nicht aus der Klemme holen, wenn ich dich für eine Niete hielte.“
    An der Tür hielt er Sam zurück.
    „Du wirst dich schon durchbeißen. Hoffentlich vergißt du den alten Presser nicht. Manche haben ein kurzes Gedächtnis. Ich kann ebensogut Verdruß bereiten wie Gefallen erweisen.“
    Der feiste, boshafte Alte kicherte hinter Sam her.
     
    Er suchte Jim Sheffield auf. Zu dieser Zeit war er vierzehn, verbissen, klein und stark. In Sheffield fand er einen größeren und stärkeren Burschen. Sheffield war siebzehn. Er war durch die Schule des Pressers gegangen und hatte sich zu einem gerissenen Geschäftsmann entwickelt. Die Bande, die er führte, erfreute sich bereits eines gewissen Rufes.
    Die Moral dieser Ära war so schillernd und vieldeutig, wie das politische Leben im Italien Macchiavells. Ein hinterhältiger Dolchstoß galt nicht nur als gesetzwidrig, sondern auch als geschmacklos. Wem es gelang, seinen Gegner in das Netz der eigenen Intrigen zu verwickeln, die er gesponnen hatte, und ihn darin zugrunde zu richten, der genoß höchstes Ansehen.
    Sheffields Bande arbeitete ohne Bindung an einen bestimmten Auftraggeber. Sam Reeds erste Verrichtung – der Name Harker bedeutete ihm nichts, wenn man davon absah, daß ihn eine der großen Familien seiner Heimatkuppel trug – bestand darin, mit einem erfahreneren Gefährten eine bläuliche Algensorte auf dem Meeresgrund zu sammeln.
    Das Gesetz verbot die Züchtung dieser Algen im Innern der Kuppeln. Als er durch die Geheimschleuse zurückkehrte, wartete zu seiner Überraschung der Presser mit einem tragbaren Strahlgerät in der abgedichteten Schleusenkammer.
    Er trug einen Taucheranzug. Seine Stimme drang durch ein Diaphragma.
    „Bleibt, wo ihr seid.“ Er warf Sam eine Spritzpistole zu. „Sprüh die Kugelschale damit ab. Sie ist doch hoffentlich verschlossen? Schön, und jetzt dreht euch beide langsam um.“
    „Moment mal …“, begann der andere Bursche.
    Der Presser schnüffelte.
    „Tu, was ich dir sage, oder ich breche dir dein Genick“, sagte er im Plauderton. „Nehmt die Arme hoch und dreht euch langsam um, damit ich euch mit dem Strahl bestreichen kann.“
    Jim Sheffield, den sie hinterher trafen, wirkte gereizt, wenn auch unterwürfig. Als er anfing, sich mit dem Presser herumzustreiten, schnüffelte dieser und fuhr sich durch sein weißes Haar.
    „Halt den Rand“, sagte er kurz. „Du fällst mir sowieso zu häufig aus der Rolle. Wenn du daran denken würdest, mich zu fragen, ehe du dich auf eine neue Sache einläßt, würdest du dir manche Unannehmlichkeit ersparen.“
    Er klopfte gegen die schwarzgestrichene Kugel, die Sam auf den Tisch gestellt hatte.
    „Weißt du überhaupt, wieso die Aufzucht dieser Algen in den Kuppeln verboten ist? Hat dein Auftraggeber dir eingeschärft, so lange vorsichtig damit umzugehen, bis du sie ihm ausgehändigt hast?“
    Sheffield verzog den breiten Mund.
    „Ich war achtsam genug.“
    „Diese Pflanze läßt sich nur unter Laborbedingungen halten“, knurrte der Presser. „Sie greift Metalle an und zerfrißt sie. Erst die Behandlung mit chemischen Lösungen macht sie unschädlich. Im Rohzustand dagegen kann sie sich befreien und eine Menge Unheil anrichten.
    Außerdem würde man ihren Weg zurückverfolgen und dich in die Gehirnwäsche stecken. Begreifst du das? Wärst du vorher zu mir gekommen, dann hätte ich dir gleich gesagt, daß du eine Ultraviolettlampe aufstellen und die Tauchanzüge damit bestrahlen mußt. Die kurzwellige Lichtstrahlung tötet alle Algen ab, die sich unter Umständen auf den Anzügen festgesetzt haben.
    Glaube nicht, daß du beim nächstenmal so leichten Kaufes davonkommst. Ich habe keine Lust, in der Gehirnwäsche zu landen.“
    Sheffield wollte aufbegehren, aber als sein Blick den Augen des Pressers begegnete, erlosch seine Widersetzlichkeit. Mit einer gemurmelten Zustimmung stand er auf, griff nach der Kugel und verließ den Raum. Sam drehte sich noch einmal um, ehe er ihm

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