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Spookies (German Edition)

Spookies (German Edition)

Titel: Spookies (German Edition)
Autoren: Sabine Koppeel
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Kirgistan
     
    Die Sache lief gerade aus dem Ruder.
    Die Eingreiftruppen waren gelandet, was zum Einen hieß, dass der Einsatz hier im Grenzgebiet von Kirgistan langsam aber sicher seinem Ende entgegen steuerte, was auf der anderen Seite aber auch hieß, dass die Aufklärungseinsätze vorbei waren, bei denen sie zumindest eine kleine Chance gehabt hätten, das Kriegsgericht zu umgehen.
    Kyle biss die Zähne so fest zusammen dass es knirschte und starrte auf Stans Rücken, der um die Ecke zum Hangar hinaussah. Vier ungezeichnete und getunte Transporthubschrauber waren am frühen Nachmittag gelandet und hatten jeweils ein Dutzend Männer ausgespuckt, die keine militärisch erkennbaren Zeichen an ihren Uniformen trugen, sondern eher nach Polizeieingreiftruppe aussahen.
    Aber der Schein trog, wie jeder Insider wusste. Ihre Ankunft bedeutete nämlich, dass die Verhandlungen um die Geiseln gescheitert waren und die offiziellen Militärkräfte jetzt nur noch der äußere Tarnungsring waren.
    Morgen Nacht würde alles vorbei sein und keines der drei kleinen Rebellenlager noch existieren.
    Es bedeutete aber auch, dass man die Geiseln abgeschrieben hatte. Unter ihnen auch Stans kleinen Bruder, engagierter Arzt ohne Grenzen, Weltverbesserer und nun seit vier Monaten Geisel irgendeiner Rebellentruppe, die es sich auf die Fahnen geschrieben hatte hier im Niemandsland von Nirgendwo, dem sprichwörtlichen Arsch der Welt, den Rest der Menschheit von ihrer Religion zu überzeugen. Die Russen hätten sich sicherlich allein um dieses Problem gekümmert, wenn den Rebellen der Zufall eines Maschinenschadens an einem Transportflugzeug nicht eben diese internationale Zusammenstellung von Ärzten und Entwicklungshelfern in die Hände gespielt hätte.
    Stan machte eine Handbewegung und riss Kyle damit wieder in die Wirklichkeit zurück. Er und Stan kannten sich schon ihr Leben lang und Kyle hatte in den letzten Jahren mit ansehen müssen, wie erst Stans Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen, und sich dann seine ältere Schwester auch noch den falschen Typen aussuchte, der sie erst in den Rollstuhl prügelte, aus dem sie dann vor ein paar Monaten eine gnädige Pneumonie wieder herausholte und direkt ins Grab beförderte.
    Oliver war alles, was von Stan von seiner Familie geblieben war und dementsprechend verzweifelt war auch Stans Reaktion ausgefallen, als er von der Geiselnahme seines Bruders erfuhr.
    Er und Kyle hatten schon in Afghanistan gedient und sich dort mehr oder weniger zufällig ein paar Lorbeeren verdient, so dass man ihr Ausrückgesuch nach Kirgistan bewilligte, wo sie eigentlich vorgehabt hatten seinen Bruder im Zuge eines der Aufklärungseinsätze zu befreien.
    Kyle war im kirchlichen Waisenhaus neben Stans Elternhaus aufgewachsen und betrachtete Stan als das, was einer Familie am nächsten kam, so dass er nicht lange gezögert hatte, ehe er sich ihm auf dieser Selbstmordmission anschloss.
    Stan wiederum hatte diese Entscheidung nicht hinterfragt, da er es gewohnt war, dass Kyle ihm ohne Zögern folgte.
    „Die letzte Wachrunde ist gerade durch.“, wisperte Stan in diesem Moment nach hinten ohne die Augen vom Hangar zu nehmen. „Nur noch der kleine Kerl, der an der Maschine werkelt, wie du gesagt hast.“
    Kyle verzog gequält das Gesicht.
    Genau deswegen lief die Sache gerade aus dem Ruder.
    Da die Aufklärungstouren abgesagt waren, mussten sie nun wohl oder übel einen anderen Weg finden, wie sie zu dem Lager kamen, in dem Oliver gefangen gehalten wurde und vor allem einen Weg, wie sie auch wieder zurückkamen.
    Sie brauchten einen der Hubschrauber. Und noch dringender brauchten sie jemanden, der den Hubschrauber fliegen konnte.
    Kyle hatte sich den gesamten Nachmittag am Hangar herumgetrieben und der kleine Kerl, der den dritten Hubschrauber mit den Chefs der Eingreiftruppe geflogen hatte, war der Einzige, der sich allein an den Maschinen beschäftigte. Die Wachposten beachteten ihn nicht, was ihn zur bestmöglichen Chance machte einen Hubschrauberpiloten zu kidnappen.
    Das Militärgericht war die einzig logische Folge aus ihrem Plan nun auch noch einen Unbeteiligten mit hineinzuziehen, aber Stan war es egal, so lange sie nur Oliver aus der Gefahrenzone brachten.
    Kyle machte einen halben Schritt an Stan vorbei und sah ebenfalls zu der kleinen Gestalt herüber, die gerade dabei war die Verschlüsse an der unteren Motorenklappe zu schließen.
    „Los jetzt!“, knurrte Kyle und versetzte Stan mit seinem Rucksack

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