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"Seasons of Love" - Der Duft von Schnee - Band 1 (Liebesroman) (German Edition)

"Seasons of Love" - Der Duft von Schnee - Band 1 (Liebesroman) (German Edition)

Titel: "Seasons of Love" - Der Duft von Schnee - Band 1 (Liebesroman) (German Edition)
Autoren: Petra Röder
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Kapitel 1
     
     
     
    Eyleen warf die letzte Jeans aus ihrem Kleiderschrank in den Umzugskarton und gab anschließend ein erleichtertes Seufzen von sich.
    »Geschafft«, sagte sie zufrieden und setzte sich sichtlich erschöpft auf den alten Linoleumboden, da keine andere Sitzgelegenheit mehr vorhanden war.
    Die ohnehin spärliche Möblierung ihrer winzigen Einzimmerwohnung befand sich bereits komplett in dem Transporter, der vor dem Haus parkte.
    Aus ihrem schlampig zusammengebundenen Zopf hatten sich einige Strähnen gelöst und baumelten ihr störend ins Gesicht. Nachdem sie mehrere Male vergeblich versucht hatte, diese wieder zu fixieren, gab sie auf, löste den Zopf und schüttelte ihr langes Haar.
    Sie stöhnte erleichtert auf, als sofort der Druck auf ihrer Kopfhaut nachließ. Die Kopfschmerzen hatten sie fast zur Weißglut gebracht.
    Eyleens Hand fuhr gedankenverloren über den abgewetzten Bodenbelag, der an unzähligen Stellen bereits verblichen war und dessen leberwurstbraune Farbe, einem die Tränen der Verzweiflung in die Augen trieb.
    Stellte man heutzutage eigentlich noch Linoleum her?
    Sie fragte sich, wann der Vermieter diesen scheußlichen Belag hatte verlegen lassen. Es musste eine gefühlte Ewigkeit her sein, wenn man das fragwürdige Design zum Anlass für solche Spekulationen nahm. Mindestens 30 Jahre hatte der Boden bestimmt schon auf dem Buckel.
    Wie viele Füße wohl in der Zeit schon darüber gelaufen waren? Vor ihrem geistigen Auge sah sie kleine Kinder, die ihre ersten Gehversuche genau hier in die Tat umgesetzt hatten.
    Sie lächelte. Wenn diese Wohnung doch nur erzählen könnte, was sie in all den Jahren erlebt hatte.
    Andererseits würde sie auch erfahren, wie viele Menschen hier womöglich ihren letzten Atemzug gemacht hatten. Vielleicht hatte genau dort, wo sie jetzt saß, einmal eine Leiche gelegen.
    Bei dem Gedanken schüttelte sie sich und verzog angewidert das Gesicht.
    »Hast du alle Klamotten verpackt?« Eyleens beste Freundin Brenda streckte den Kopf zur Tür herein und sah sie fragend an.
    »Ja, alles erledigt«, gab sie lächelnd zurück.
    »Na prima, dann können wir uns ja auf den Weg zu deiner neuen Behausung machen«, schlug Brenda vor und ließ ihren Blick durch das Zimmer schweifen, das bis auf zwei vollgepackte Umzugskartons, völlig leer geräumt war. Sie runzelte die Stirn und schüttelte gleichzeitig den Kopf.
    »Ohne die Möbel sieht man erst mal, was das hier für eine Bruchbude ist«, stellte sie fest.
    Eyleen sah sich nun ihrerseits um und musste ihrer Freundin recht geben.
    An einigen Stellen der Decke waren tellergroße Wasserflecken zu erkennen, die sich immer im Herbst, wenn das Wetter schlechter geworden war, ausgebreitet hatten. Und die Rahmen der Holzfenster sahen ebenfalls aus, als würden sie sich bald auflösen.
    Eyleen erinnerte sich, dass sie sich beim Fenster Putzen mehr als nur einmal einen Splitter in den Finger gejagt hatte.
    Sie sah zu den billigen Fußleisten, zwischen denen teilweise größere Lücken zu erkennen waren.
    Diese Wohnung war wirklich ein Witz. Egal, wie schön man sie einrichtete. Selbst die angesagtesten Designermöbel halfen hier nichts mehr.
    Aber es war Eyleens Schutzort gewesen. Ein Ort, an dem sie sich sicher und geborgen gefühlt hatte. Ihr Zuhause, ihre Zuflucht, ihre eigene kleine Welt, in der nur sie das Sagen hatte.
    Man kann mir weiß Gott nicht vorwerfen, dass ich an eine Wohnung hohe Ansprüche stelle , dachte sie kopfschüttelnd.
     
    Als sie vor über drei Jahren ihre Heimatstadt Cork in Irland verlassen hatte, um nach London zu ziehen, war ihr Kopf noch voller Träumereien gewesen.
    Doch schon bald hatte Eyleen erkennen müssen, dass die wirtschaftliche Lage in England nicht viel besser war.
    Da sie in einem Waisenhaus aufgewachsen war, hatte es niemanden gegeben, der ihr zur Seite gestanden hatte.
    Keine Eltern, die ihr erklärten, wie wichtig eine abgeschlossene Berufsausbildung war. Eyleen hatte die Schule mit Ach und Krach hinter sich gebracht, und sich anschließend mit verschiedenen Jobs über Wasser gehalten.
    Sie hatte drei Jahre in einer Textilfabrik gearbeitet und nebenher in einer Bar bedient. Im Gegensatz zu vielen ihrer Freunde hatte sie wenigstens einen Job bekommen. Besser gesagt zwei.
    Nachdem sie endlich volljährig geworden war und auf eigenen Beinen gestanden hatte, hielt sie auch weiterhin Kontakt zu den ehemaligen Bewohnern des Waisenhauses.
    Mit zwei von ihnen war sie sogar kurzzeitig

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