Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Liebe meines Lebens

Liebe meines Lebens

Titel: Liebe meines Lebens
Autoren: Lynne Graham
Ads
1. KAPITEL
    “Du bist ganz die Tochter deiner Mutter – du hast dein Leben verpfuscht”, urteilte Spyros Manoulis. Olympia wich dem Blick ihres Großvaters nicht aus, obwohl sie am liebsten die Flucht ergriffen hätte. Sie war gekommen, um zu betteln, und wenn es ihm gut tat, sie zu beschimpfen, dann sollte er es tun. Hauptsache, sie konnte ihn seiner Tochter gegenüber gnädiger stimmen.
    Spyros Manoulis ging im Salon der Suite des eleganten Londoner Hotels auf und ab. Er war über siebzig, hatte aber immer noch eine sportliche Figur und volles weißes Haar. “Sieh dich doch nur an, Olympia! Schon siebenundzwanzig und immer noch keinen Mann, von Kindern ganz zu schweigen! Vor zehn Jahren habe ich dich mit offenen Armen bei mir aufgenommen und alles getan, um dir den Weg zu ebnen …”
    Er verstummte, um Atem zu schöpfen, aber Olympia wusste, was jetzt kommen würde. Sie kniff die grünen Augen leicht zusammen und wurde blass, was ihr rotbraunes Haar, das sie zu einem Zopf geflochten hatte, noch dunkler erscheinen ließ.
    “Und wie hast du mir meine Großzügigkeit gedankt?” Spyros erregte sich immer mehr. “Du hast Schande über unsere Familie gebracht. Du hast mich in meiner Ehre gekränkt, deinen Ruf ruiniert und die Cozakis beleidigt und vor den Kopf gestoßen.”
    “Ja.” Sie hätte sich selbst zu einem Mord bekannt, wenn es ihr die Gelegenheit gegeben hätte, ein gutes Wort für ihre Mutter einzulegen.
    “So eine vorteilhafte Ehe auszuschlagen! Und du mochtest Gregoris Cozakis! Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie du vor Rührung geweint hast, als er dir den Verlobungsring an den Finger gesteckt hat.”
    Olympia presste die Lippen zusammen, um bei diesen Vorwürfen nicht die Beherrschung zu verlieren.
    “Dann hast du aus einer Laune heraus alles kaputtgemacht.” Tiefe Verbitterung sprach aus seinem Gesicht. “Du hast dich unmöglich gemacht, du hast mich unmöglich gemacht, du …”
    “Zehn Jahre sind eine lange Zeit”, wandte sie ein, doch ihr Großvater widersprach ihr sofort.
    “Nicht lange genug, um die Erinnerung an diese Schande aus meinem Gedächtnis zu tilgen! Mich hat nur interessiert, wie du jetzt aussiehst. Deshalb habe ich deiner Bitte um ein Treffen zugestimmt. Ich möchte aber von vornherein klarstellen, dass du von mir keinerlei finanzielle Unterstützung zu erwarten hast.”
    Olympia schoss die Röte ins Gesicht. “Keinen Penny würde ich von dir nehmen! Aber meine Mutter, deine Tochter …”
    “Hätte meine verblendete Tochter dich nach griechischer Tradition zu einem anständigen jungen Mädchen erzogen, wäre uns diese Familienschande erspart und meine Ehre unangetastet geblieben!”
    Ihr Mut sank. Doch sie würde zu verhindern wissen, dass ihre Mutter immer noch unter den Sünden der Tochter zu leiden hatte. Sie straffte sich und sah ihren Großvater entschlossen an. “Lass uns offen miteinander reden …”
    “Nein! Kein Wort werde ich mir anhören.” Spyros ging zum Fenster. “Geh nach Hause, und denk darüber nach, was du dir und deiner Mutter angetan hast! Hättest du Gregoris Cozakis geheiratet …”
    “Eher hätte ich ihn kastriert!” Nun, da ihr klar war, dass sie ihren Großvater nicht umstimmen konnte, verlor auch sie die Beherrschung. Doch als er sie mit hochgezogenen Brauen verächtlich musterte, errötete sie erneut. “Entschuldigung …”
    “Gregoris hätte dir wenigstens beigebracht, zu schweigen, wenn ein Mann spricht.”
    Olympia atmete tief durch, um sich zu beruhigen. Anstatt ihn zu besänftigen, hatte sie noch Öl ins Feuer gegossen. Sie hätte schuldbewusst und reuig reagieren sollen, als er von ihrer geplatzten Verlobung gesprochen hatte.
    Spyros Manoulis machte eine Geste, die etwas Endgültiges hatte. “Nur durch eine Ehe mit Gregoris könntest du mich umstimmen.”
    “Warum verlangst du nicht gleich, dass ich auf den Mount Everest klettere?”
    “Ich sehe, du hast mich verstanden”, erklärte er trocken.
    Plötzlich ritt sie der Teufel. “Wenn ich ihn dazu bringe, mich zu heiraten, bekomme ich dann immer noch das gesamte Manoulis-Imperium als Mitgift?”
    Spyros horchte auf. “Wie willst du das denn schaffen? Schließlich geht es um Gregoris Cozakis, den du beleidigt hast, wie man einen Mann nicht schlimmer beleidigen kann – und der jede Frau haben kann, die er will.”
    “Nur wenige Frauen bringen als Trostpflaster eine derartige Mitgift mit in die Ehe.”
    Schockiert sah er sie an. “Schreckst du wirklich vor

Weitere Kostenlose Bücher

15 - Todestanz
15 - Todestanz von Laura A. Gilman , Josepha Sherman
Le trésor
Le trésor von Juliette Benzoni