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Grober Unfug mit Blondinen

Grober Unfug mit Blondinen

Titel: Grober Unfug mit Blondinen
Autoren: Carter Brown
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zu kommen .«
    »Warum ?« stöhnte Ralph. »Warum hast du mir das angetan ?«
    »Nicht
dir«, versetzte sie kalt. »Ihr!« Sie schoß einen giftigen Blick auf Gloria
Klune ab. »Dem großen Star von Willies Zirkus. Der tollen Blondine, die hundert
Dollar mehr wert war als wir anderen und Kunden ablehnen konnte, die ihr nicht
genehm waren. Sie hatte es geschafft, als Dan Larsen sie zu sich holte. Mann !« Sie verdrehte wild die Augen. »Das war vielleicht ein
Vertrag! Kann man sich denn mehr erhoffen, als Dan Larsen und das Geld und den
Luxus, den er einem zu bieten hat? Aber ihr war das nicht genug. Sie wollte
Filmstar werden! Ich — «, blanker Haß verzerrte ihre Stimme —
, »ich wollte es ihr zeigen, und zwar gründlich.«
    »Das
habe ich nicht gewußt«, murmelte die Blondine verwundert.
    »Was ?« schrie Sarah.
    »Du
hast mich so sehr gehaßt ?«
    »Mehr
noch.«
    »So
war es also«, nahm ich den Faden wieder auf, als die Stille drückend wurde.
»Ralph und Gloria warteten auf Sarah und mich, als unversehens Willie Schultz
hereinstürmte. Etwa fünf oder zehn Minuten später verschwanden Ralph und
Gloria. Aber Willie war noch da, mit einem Messer im Rücken .«
    »Er
benahm sich wie ein Berserker«, sagte Gloria leise. »Er brüllte und tobte und
schrie, alle hätten ihn hintergangen: Mr. Darrach und Jason Travers und Ralph
und ich. Besonders auf mich hatte er es abgesehen. Aber das würde er sich nicht
bieten lassen, erklärte er. Wenn man ihn um seinen Anteil bringen wollte, würde
eben keiner was verdienen. Er würde das ganze Geschäft zum Platzen bringen,
würde auf der Stelle Mr. Larsen anrufen und ihm sagen, wo ich zu finden war und
was gespielt wurde .«
    Sie
hielt einen Moment inne, und ihre Augen waren plötzlich feucht. Dann warf sie
den Kopf zurück.
    »Ich
wußte nicht, was ich tun sollte, aber ich wußte, daß ich ihn daran hindern
mußte, Mr. Larsen anzurufen. Ich wollte mir die Chance, beim Film Karriere zu
machen, um keinen Preis nehmen lassen. Ralph versuchte, ihn zu beruhigen, aber
er brüllte aus voller Lunge, und ich wußte, daß es keinen Sinn hatte. Willie
hatte schon immer einen sadistischen Zug .« Sie
schüttelte den Kopf. »Und während sie einander noch anschrien, lief ich in die
Küche und nahm ein Messer aus der Schublade. Im letzten Moment drehte Willie
sich um und sah mich mit dem Messer auf ihn losgehen. Wir kämpften — «, sie
zuckte die Achseln, »- ich weiß nicht, wie lange. Dann — «
    »Es
war ein Unfall«, warf Ralph hastig ein. »Ich habe alles gesehen. Gloria wollte
ihn nicht töten, da nicht mehr. Sie kämpften um das Messer, dann verlor Willie
plötzlich das Gleichgewicht und stürzte irgendwie direkt in das Messer .«
    »Rückwärts ?« fragte ich.
    »Wie?«
Er starrte mich verständnislos an.
    »Das
Messer steckte doch in seinem Rücken .«
    »Willie
wurde tobsüchtig, als er sah, daß ich ihn töten wollte«, sagte Gloria Klune
ruhig. »Er sagte, dafür würde er mich umbringen. Er packte mich am Handgelenk
und drehte mir den Arm um. Ich mußte das Messer fallenlassen .«
    »Und
Ralph hob es auf ?« fragte ich.
    Sie
nickte. »Ich glaube, er hat mir das Leben gerettet .«
    »Und
dann rannten Sie beide aus der Wohnung ?«
    »Zu
Ralphs Wagen hinunter«, antwortete sie. »Er stand fast einen ganzen Häuserblock weiter. Eine Zeitlang saßen wir nur da und versuchten,
ruhiger zu werden. Dann sagte Ralph, der müßte noch einmal in die Wohnung
gehen, weil Sie und seine Schwester jeden Moment kommen würden und er Sie
irgendwie daran hindern mußte, die Polizei anzurufen .«
    »Und
dann brachte er mit seiner Schwester zusammen die Leiche zum Wagen hinunter ?«
    Sie
schüttelte den Kopf.
    »Sarah
kam und fuhr den Wagen zur Wohnung zurück. Dann brachte Ralph die Leiche und
legte sie auf den Rücksitz .« Sie schauderte. »Es war
gräßlich .«
    »Dann
fuhr Ralph den Toten hierher, deponierte ihn in meinem Schlafzimmer«, sagte
ich, »und ließ seine Schwester als Spitzel zurück .«
    Ich
sah Jordan an. Das Taschentuch lag zu einem kleinen, feuchten Knäuel
zusammengeknüllt in seiner Faust, und immer noch rann ihm der Schweiß über das
Gesicht.
    »Wie
ging es weiter, Ralph ?« fragte ich.
    »Wir
fuhren in ein Motel«, antwortete er. »Ich hielt es für das Beste, wenn wir uns
versteckten, bis ich mir überlegt hatte, was zu tun war .«
    »Und
dann riefen Sie Mr. Larsen an«, fuhr ich fort, »erzählten ihm, Gloria hätte
Willie getötet, sie wäre aber bei Ihnen in

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