Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Grober Unfug mit Blondinen

Grober Unfug mit Blondinen

Titel: Grober Unfug mit Blondinen
Autoren: Carter Brown
Ads
sah
Chuck an. »Meiner reicht auch .«
    Chuck
zögerte, dann zog er meinen .38er aus seiner Hüfttasche und warf ihn mir zu.
Ich fing ihn mit der rechten Hand auf und fühlte mich plötzlich ungleich
wohler.
    »Notwehr«,
sagte ich. »Ein Kinderspiel, Chuck.«
    »Legen
Sie ihm die Waffe in die Hand«, versetzte er mit spöttischer Stimme.
    »Wie
kommen Sie eigentlich darauf, daß ich gewillt bin, bei dem Falschspiel
mitzumachen ?« fragte ich.
    »Geld,
Holman«, erwiderte Larsen verdrossen. »Sie nennen mir den Betrag, ich schreibe
den Scheck .«
    »Soviel
Geld haben Sie gar nicht, Larsen«, erklärte ich. »Es war glatter Mord. Ich habe
es mit eigenen Augen gesehen. Ich werde der Polizei in allen Einzelheiten
berichten, was sich abgespielt hat .«
    »Ich
wußte es«, flüsterte Chuck. »Ich wußte es gleich .«
    »Was
reden Sie da ?« fuhr Larsen ihn scharf an.
    »Ich
rede von Ihnen«, entgegnete Chuck giftig. »Von dem Moment an, als wir Vegas
aufgaben, arteten Sie immer mehr zum Weichling aus. Sie hatten nichts anderes
mehr im Sinn, als wie ein alter Bock auf Weiberjagd zu gehen. In den Ruhestand
hätte man Sie versetzen sollen .«
    »Ich
verbitte mir diesen Ton !« brüllte Larsen. »Das hier
war doch nur Ihre Schuld. Wenn sie nicht so prompt reagiert hätten, als Holman
Sie auf den Leim führte, wäre es nie — «
    Ich
hatte gespannt gewartet, aber Chuck war dennoch zu schnell. Die Waffe in seiner
Hand schien ganz reglos, doch plötzlich krachte ein Schuß, und ich wußte, daß
ich tot war. Mein letzter Gedanke war, Chuck mit mir in den Tod zu nehmen. Ich
drückte zweimal rasch hintereinander ab und sah, wie die beiden Kugeln ihn in
die Brust trafen. Taumelnd stürzte er nach rückwärts.
    Mir
dämmerte langsam die Erkenntnis, daß ich am Leben war und unverletzt. Ich
brauchte eine Weile, es glauben zu können. Wie, zum Teufel, hatte Chuck mich
auf diese Entfernung verfehlen können? Dann hörte ich die rasselnden Geräusche
hinter mir und fuhr herum. Larsen lag in seinem Sessel. Einen Moment atmete er
noch pfeifend, dann war er still. Ich starrte auf das Loch in seinem Hals, und
dann wurde mir klar, daß Chuck überhaupt nicht auf mich gezielt hatte.
     
     
     

12
     
    »Hallo,
Mr. Holman«, begrüßte sie mich mit schmeichelnder Stimme. Ihre großen, lichtbraunen
Augen blickten mich züchtig an, aber unschuldsvoll wirkten sie nicht mehr. »Mr.
Kruger erwartet Sie .«
    »Wie
nett«, meinte ich.
    »Ich
glaube, er wartet schon seit heute morgen um neun .« Sie lächelte. »Sie hatten wohl zu tun ?«
    »Mit
der Polizei«, antwortete ich. »Diese Burschen trauen niemandem und am
allerwenigsten mir .«
    »Das
kann ich verstehen .« Sie fuhr sich mit der Zunge über
die volle Unterlippe. »Ich würde Ihnen auch nicht trauen .« .
    »Komisch,
was es für Zufälle gibt«, bemerkte ich. »Erst gestern wurde ich von einem
Dienstmädchen bedient, das schwarze Seidenstrümpfe, rote Strumpfbänder und ein
züchtiges Lächeln trug. Was sagen Sie dazu ?«
    »Wir
haben alle unsere Träume«, murmelte sie. »Ihre scheinen allerdings ziemlich
spießig zu sein, Mr. Holman .«
    »Sie
war ein Traum von Dan Larsen«, erwiderte ich, »und war Wirklichkeit .«
    »Natürlich«,
erwiderte sie nachsichtig. »Ich möchte Sie ja nicht drängen, Mr. Holman, aber
Mr. Kruger wartet immer noch .«
    Ich
marschierte also in Mannys Büro. Er hatte mir den
Rücken zugekehrt und starrte wie gewöhnlich zum Fenster hinaus. Ich schlich
vergnügt auf Zehenspitzen durch das Zimmer und war nur noch zwei Schritte von
seinem Schreibtisch entfernt, da verpatzte er alles.
    »Mein
Held!«
    Er
schwang in seinem Sessel herum. Die Augen hinter den dicken Brillengläsern
blitzten.
    »Rick,
alter Freund, Sie werden mir verzeihen, wenn ich sage, daß Sie sensationell
waren, um nicht zu sagen, kolossal .«
    »Ich
verzeihe Ihnen«, erwiderte ich und ließ mich im Besuchersessel nieder.
    »Das
war eine brillante Vorstellung !« Er küßte seine
Fingerspitzen. »Ich habe mir heute morgen alles von
Jason Travers erzählen lassen. Wie Sie diese Schurken überlistet haben!
Phantastisch. Im Ernst, alter Junge, Sie sollten zum Film kommen .«
    »Jason
Travers hat Ihnen berichtet ?« bohrte ich.
    »Wir
drehen«, verkündete er erfreut. »Larsen und seine Handlanger sind tot, und das
haben wir Ihnen zu verdanken, alter Freund. Wer also sollte von der schmutzigen
Vergangenheit unseres neuen Stars etwas erfahren? Wir werden sie einfach
zusammen mit Larsen beerdigen .« Er

Weitere Kostenlose Bücher

Der Hammer der Götter
Der Hammer der Götter von Wolfgang Hohlbein
Lockende Zaertlichkeit
Lockende Zaertlichkeit von Carole Mortimer
0557 - Die Schlangengruft
0557 - Die Schlangengruft von Werner Kurt Giesa
Ich darf nicht vergessen
Ich darf nicht vergessen von Alice LaPlante