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Duncans Lady

Duncans Lady

Titel: Duncans Lady
Autoren: Emilie Richards
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oder Hexen. Das ist alles Hokuspokus.“
    „Aber Mara hat gesagt, dass sie gehört hat, wie die Feen singen!“ Sie setzte sich auf. „Sie leben im Boden, in der Nähe von ihrem Haus, und in der Nacht hört sie ihre Musik. Mara sieht aus wie eine Fee, wie die schönste Fee aus dem Buch, außer, dass sie noch schöner ist, und …“
    „Diese Mara, wer auch immer das sein mag, hat dir einen Bären aufgebunden. Feen, Elfen und Gnome gibt es nicht wirklich.“ Er fand das Buch, nach dem er gesucht hatte. „Und Menschen, die so tun, als hätten sie welche gesehen, sollte man meiden.“
    „Mommy hat mir immer Märchen vorgelesen.“
    Er wusste nicht, was er sagen sollte. Es gab unzählige andere Dinge, die Mommy getan hatte, über die sie nicht reden konnten.
    „Ich glaube, Mommy glaubt auch an Feen. Wie Mara“, sagte April.
    „Trotzdem gibt es sie nicht, egal, ob jemand daran glaubt.“ Er setzte sich wieder neben sie aufs Bett. „Hast du jemals eine Fee gesehen?“ Er wartete, bis sie widerwillig den Kopf schüttelte. „Oder eine Hexe? Eine Elfe? Glaube an nichts, mein Frühlingskind, bevor du es nicht mit eigenen Augen gesehen hast. Und dann stell das, was du gesehen hast, in Frage, denn selbst deine Augen können lügen.“
    „Ich mag das Buch.“ Ihre Unterlippe sackte nach unten. „Mara hat es mir geschenkt. Und Mara mag ich auch.“
    „Und wie oft hast du diese Mara schon gesehen?“
    April zuckte die Achseln.
    Mehr als einmal, das war offensichtlich. Duncan fragte sich, warum Frances Gunn ihm nichts von diesen Besuchen erzählt und April sie nie zuvor erwähnt hatte. Unmut stieg in ihm auf. April brauchte keine weitere unsichere Frau mit zu viel Fantasie in ihrem Leben. Sonst würde sich der Schaden, den ihre Mutter angerichtet hatte, niemals wiedergutmachen lassen.
    Er lächelte seine Tochter an und gab sich Mühe, dass keines seiner Gefühle sich auf seinem Gesicht widerspiegelte. Um diese Mara konnte er sich später kümmern. Vorher waren ihm die Hände gebunden gewesen, aber dieses Mal stand ihm kein Gericht im Wege. April gehörte jetzt zu ihm, und er konnte sie beschützen. Und genau das würde er tun.
    Er schlug das Buch über das Leben in einer Biberburg auf und begann, laut vorzulesen. Als April eingeschlafen war, deckte er sie sorgfältig zu und überprüfte, ob das Babyfon auch wirklich eingeschaltet war. Die Angestellte an der Rezeption würde jedes Geräusch aus diesem Zimmer hören und ihm Bescheid sagen, falls April aufwachte.
    Dann ging er nach unten und machte sich auf die Suche nach Frances.
    Eine Stunde später beobachtete Duncan, wie Iain Ross am besten Whiskey des Hotels nippte. Den Rücken hatte er der Bar zugewandt, und sein handgestrickter Pullover schimmerte wie ein Schinken in der rauchigen Luft.
    „Was genau willst du über Mara wissen, Dunc?“
    „Was weißt du über sie?“ Duncan gab Brian, dem Barkeeper, ein Zeichen, und dieser brachte ihm zuvorkommend ein Glas vom bittersten Ale, das sie hatten.
    „So viel Zeit hast du nicht.“ Iain nahm einen weiteren Schluck und musterte dabei seinen Freund. Er beherrschte die Kunst perfekt, sein Gegenüber minutenlang zu betrachten, ohne einmal zu blinzeln, aber Duncan wusste, dass er sich einfach gerne Zeit ließ und seinen Whiskey in Ruhe genoss.
    „Du führst mich an der Nase herum, Iain.“
    Iain hob eine dunkle elegante Augenbraue. Mit jeder Faser war er der Lord of Druidheachd.
    „Sie hat April ein Buch geschenkt“, sagte Duncan. „Und Frances Gunn sagt, dass niemand etwas über ihre Geschichte weiß oder warum sie nach Druidheachd gekommen ist.“
    „Und das sind Verbrechen, für die man in Amerika bestraft wird?“
    „Ich will einfach nur wissen, wer sie ist.“
    „Sie kommt aus Perthshire und lebt seit zwei Jahren hier. Ich habe ihr ein Stückchen Land verkauft. Ich nehme an, du hast unsere Mara bisher noch nicht kennengelernt?“
    „Wie kommst du darauf?“
    „Dann würdest du ein anderes Gesicht machen.“ Nachdem er sein Glas geleert hatte, starrte Iain ihn an. Dann stellte er das Glas auf den Tresen. „Mara ist eine gute Frau, hübsch und mutig und viel zu nett, als dass ich mich auf sie einlassen könnte.“
    Duncan wusste, dass das eine ganze Menge aussagte. Wie ein Seemann auf Weltreise segelte Iain von einer Liebesbeziehung zur nächsten. Er genoss die Zeit, die er im Hafen verbrachte, aber er schaute nie zurück, wenn sein Schiff ihn wieder hinaus aufs Meer mitnahm.
    „Was weißt du noch?“, fragte

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