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Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks

Titel: Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks
Autoren: Michael Peinkofer
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PROLOG
    Die Welt hatte viele Namen.
    Die Elfen hatten sie amber getauft, vor vielen Zeitaltern, als das Land noch jung und unberührt gewesen war und nicht getränkt vom Blut der Schlachten.
    Die Zwerge nannten sie durumin, nach dem Riesen, der einst die Schätze der Welt bewacht hatte, ehe die Drachen in ihrem Neid sie in die Tiefen der Erde schleuderten und dort begruben.
    Die Menschen, noch jung und arm sowohl an Mythen als auch an Vergangenheit, hatten ihr den Namen Erdwelt gegeben, wie es ihrer schlichten Art entsprach.
    Die Orks schließlich nannten sie sochgal.
    Von den Wildlanden im Westen bis zu den Reichen der Menschen, die sich im Osten jenseits des Scharfgebirges erhoben, erstreckte sich diese Welt, vom Eisland im Norden bis zur See, die fern im Süden gegen die Küste brandete und jenseits derer die Elfen die Fernen Gestade wussten.
    Dies war die Welt, die sie sich teilten – und dies längst nicht immer friedlich. Nur in jenen goldenen Tagen, in denen die Elfen allein über Erdwelt geboten, herrschte Friede; dann jedoch verfinsterte sich das Licht der Zeit, und die Wolken eines düsteren Schicksals zogen sich über Erdwelt zusammen. Von den Elfen unbemerkt, war schändlicher Verrat verübt worden; die Orks traten auf, und mit ihnen kehrten Zwietracht und Krieg in Erdwelt ein.
    Durch den Größenwahn und die Geltungssucht eines abtrünnigen Elfen kam es zum Ersten Krieg der Völker, den die Elfen nach langen Jahren verlustreicher Kämpfe für sich entschieden. Dies war die Zeit, in der die stolzen Festen Tirgas Dun und Tirgas Lan errichtet wurden, die sich als Wächter des neuen Friedens über die Wälder und Ebenen erhoben. Aber auch dieser Friede währte nicht ewig.
    Neue Völker traten auf: Zwerge und Gnomen kamen aus den Tiefen, und mit den Menschen gesellte sich eine weitere Art hinzu, wie Erdwelt sie zuvor nicht gekannt hatte. Denn obwohl sie das Gute wollten, waren die Menschen in ihrem jugendlichen Ungestüm und ihrer Unbekümmertheit leicht zu verführen. Und so kam es, dass sich der Geist des Dunklen Elfen ihrer bemächtigte. Zusammen mit den Orks, mit denen sie sich verbrüdert hatten, fielen sie in die Zwergenlande und das Elfenreich ein, und erneut kam es zum Krieg.
    Nur der Weisheit und Tapferkeit der Elfen war es zu verdanken, dass der Kampf nicht entschieden wurde zugunsten der Mächte des Chaos. Indem sie alles aufboten und alles wagten, gelang es Elfen und Zwergen, in einem entscheidenden Vorstoß das Heer der Orks und der Menschen auseinander zu treiben; die Orks wurden in das namenlose Land jenseits des Schwarzgebirges vertrieben, die Menschen in das östliche Hügelland, das sie seither bevölkerten.
    Während die Orks uneinsichtig waren und keine Reue zeigten, änderten die Menschen ihren Sinn, und unter der Obhut der Elfenkönige wuchsen sie heran. Die Menschenreiche im Osten entstanden, und mit jeder Generation nahmen sie an Macht und Einfluss zu, während die Zeit der Elfen, die in zwei blutigen Kriegen um das Schicksal der Welt gefochten hatten, zu Ende ging. Sie begannen, sich nach den Fernen Gestaden zu sehnen, von denen sie einst nach Erdwelt kamen und wo immerwährendes Glück und Freude herrschten.
    Aber je mehr sich die Elfen von der Welt entfernten, desto deutlicher wurde, dass die Menschen ihre Lektion nicht gelernt hatten. Noch immer herrschten unter ihnen Neid und Habgier, und statt das Erbe der Elfen anzutreten, gefielen sie sich darin, gegeneinander Kriege um die Macht zu führen. Die Völker des Chaos aber – Orks, Gnomen und Trolle – wussten dies für sich zu nutzen und verließen ihr Exil jenseits der Berge, um in blutigen Feldzügen die Lande zu durchstreifen.
    Orks kämpften gegen Gnomen, Gnomen gegen Menschen, Menschen gegen Orks: Es war ein sinnloses Gemetzel jeder gegen jeden, und die Elfen, die dem blutigen Treiben als Einzige hätten Einhalt gebieten können, scherten sich nicht darum. Erdwelt drohte im Chaos zu versinken, und es war nur eine Frage der Zeit, bis der Schatten des Dunklen Elfen erneut erwachen würde, um die Macht an sich zu reißen.
    Aber diesmal war sein Plan ein anderer …

1.
IOMASH NAMHAL …
    »Sie kommen.«
    »Wie viele sind es?«
    Der Späher, den Girgas ausgesandt hatte, machte ein einfältiges Gesicht. Er legte die dunkle Stirn in Falten, rollte mit den gelben Augen und schien angestrengt zu überlegen. Dass er zu keinem Ergebnis kam, lag an dem Fausthieb, den Girgas ihm versetzte und der seine krumme Nase in einen

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