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Die Londoner Drakulia Vampire 01 - Luzifers Wüstling

Die Londoner Drakulia Vampire 01 - Luzifers Wüstling

Titel: Die Londoner Drakulia Vampire 01 - Luzifers Wüstling
Autoren: Colleen Gleason
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Dimitri versucht, all das zu genießen, und hatte in seinem Etablissement in Wien diese Art von Leben sogar propagiert. Erneut stieg die Wut in ihm hoch und wurde von ihm unterdrückt. Es lohnte die Mühe nicht.
    Einmal aufgestanden fegte er seine gewonnene Handvoll Scheine und Münzen zusammen. „Die Konversation und die Gesellschaft hier sind mir langweilig geworden. Spielt bitte weiter.“
    Als er sich umdrehte und den Gewinn in seiner Manteltasche verstaute, legten sich die Abschiedsworte von Voss wie ein Brandmal auf seinen Nacken: „Chas Woodmore wurde zuletzt in Paris gesehen – zusammen mit Narcise. Und auch er ist seither verschwunden.“
    Woodmore war verschwunden? Zusammen mit Narcise? Vermaledeite Steine des Satans verflucht. Dimitri hielt nicht inne, aber sein Magen zog sich zusammen. Diese Mitteilung bedeutete eine ganze Reihe von Dingen. Aber in seiner persönlichen Einschätzung war das Schlimmste darunter, was es für ihn selbst – für ihn, Dimitri – bedeutete.
    Es bedeutete, dass sein wohlgeordnetes, wenn auch langweiliges Leben dabei war, ein jähes Ende zu finden. Es bedeutete, dass in seine beschauliche Abgeschiedenheit, in seine Studien, ja in sein Dasein selbst, ein Trio einfallen würde – das Trio der albernen, kichernden, flatterhaften Woodmore Schwestern. Und darunter auch Miss Maia Woodmore.  
    Warum im Namen der Schicksalsgöttinnen hatte er Chas Woodmore nur versprochen, er würde auf sie aufpassen? Warum musste Woodmore auch so etwas verflucht Dämliches tun? Er hätte es Dimitri überlassen sollen, sich um Cezar Moldavi zu kümmern.  
    Verflucht sei Luzifer und all der Rest.
    Dimitri kräuselte die Lippen und erwog finster seine missliche Lage. Er hatte nur ein paar Tage, um alles zu regeln, bevor die Mädchen bei ihm einfallen würden. Sie konnten nicht in ihrem Haus bleiben, nicht wenn Cezar Moldavi auf der Jagd nach ihrem Bruder war. Aber Dimitri Corvindale würde sie auch nicht unter seinem Dach empfangen, bis er zu einer derartigen Invasion bereit war.
    Verflucht und verdammt und vermaledeit allesamt.
    Er würde ein paar Aufpasser zum Schutz der Mädchen organisieren müssen, bis er bereit war, sie auf Blackmont Hall zu empfangen. Verflucht seien die Schicksalsgöttinnen . Wie zum Teufel würde das werden, mit drei jungen, sterblichen Mädchen in seinem Hause? Hölle noch mal, er würde wahrscheinlich Mirabella vom Landsitz kommen lassen müssen. Und eine Anstandsdame, um den Schein zu wahren.
    Zähneknirschend goss sich Dimitri noch ein Glas Whisky ein und stürzte es auf einmal hinunter. Als er aufblickte, traf sein Blick den amüsierten, taxierenden Blick von Voss.  
    Der wusste genau, wie verärgert Dimitri war. Und er genoss jede Sekunde davon.
    Luzifer verflucht noch mal.
     

EINS
    ~ Worin die Dienste von Miss Woodmore in Anspruch genommen werden ~
     
    Voss rückte die Schultern seines Mantels zurecht und achtete darauf, dass die Nähte schön gerade liefen, um dann Revers und Kragen sorgfältig glatt zu streichen. Da er nun schon über hundertundvierzig Jahre zählte, hatte er eine ganze Reihe von Moden kommen und gehen sehen – von denen manche geradezu scheußlich gewesen waren. Den Schicksalsgöttinnen sei Dank, dass die Perücken und die langen, wippenden Mäntel, die in den unruhigen Zeiten von König Charles II so lange modern gewesen waren, nunmehr durch Hemden und Halstücher sowie lange, elegante Hosen ersetzt worden waren. Der Schnitt machte deutlich mehr her, und endlich wieder seine eigenen Haare tragen zu dürfen, war nach den Zeiten von Puder und Perücken eine wahre Wohltat.  
     
    Ausnahmsweise kreisten Voss’ Gedanken jedoch nicht darum, wie er sich einen saftigen Schenkel oder zwei zur Verkostung beschaffen könnte ... und dann selbstverständlich noch etwas Intimeres dazu. Stattdessen grübelte er immer noch über den Gesichtsausdruck von Dimitri vor zwei Nächten in jenem Hinterzimmer vom White’s nach.  
     
    Dimitri hatte ihm die Nacht damals in Wien immer noch nicht verziehen, und Voss musste sich eingestehen, dass Dimitri dafür auch ein paar gute Gründe anführen könnte. Der Zwischenfall, wegen dem sich 1690 eine Kluft zwischen ihnen aufgetan hatte, war sowohl einem Fehlurteil als auch unglücklichem Zufall geschuldet. Voss hatte es schon längst unter der Rubrik mangelnder Erfahrung abgeschrieben, da er zu dem Zeitpunkt erst seit sechs Jahren ein Drakule gewesen war. Nichtsdestotrotz hätte er begreifen müssen, selbst wenn

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