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Das verfluchte Koenigreich

Das verfluchte Koenigreich

Titel: Das verfluchte Koenigreich
Autoren: Frewin Jones
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konnte, vernahmen sie den Klang von Hörnern.
    »Was ist das?«, fragte Tania und löste sich aus Edrics Umarmung.
    »Ein Hochzeits-Carillon«, erwiderte Edric. »Wir müssen jetzt schnell ins Tal hinunter, wenn wir nicht die Schlusszeremonie von Cordelias und Bryns Hochzeit versäumen wollen.«
    »Okay, aber was wolltest du mich fragen?«
    »Das kann warten.«
    Tania zügelte ihre Neugier, nahm Edrics Hand und zusammen liefen sie den gewundenen Pfad hinunter, der in das grüne Leiderdale-Tal führte.
    Tanias Herz klopfte freudig bei dem Anblick, der sich ihr bot. Das Tal war übersät mit Zelten und Pavillons aus leuchtend bunter Seide. Flaggen und Banner aller adeligen Elfengeschlechter flatterten im Wind. Über dem größten Zelt wehten die Standarten des Königs und der Königin. Das Wahrzeichen Oberons war eine flammende gelbe Sonne auf saphirblauem Feld, daneben wehte das Banner von Königin Titania – ein weißer Vollmond auf dunkelblauem Grund.
    Alles, was Rang und Namen hatte, war hier im Herzogtum Dinsel versammelt. Der königliche Palast war verlassen und alle Lords und Ladys des Reichs waren angereist, um die Vermählung der vierten Tochter des Königs mit Bryn Lightfoot aus dem Herzogtum Weir zu feiern.
    Das Brautpaar hatte sich gerade erst vor wenigen Wochen in den fernen Hügeln von Weir kennengelernt, als Bryn Cordelia, Tania und Edric vor den wilden Einhörnern in Caer Liel gerettet hatte. Bryn Lightfoot lebte allein, er hatte keine Familie und seine einzigen Freunde waren die Tiere in seiner Heimat. Cordelia, die alle Geschöpfe liebte und die Gabe besaß, mit Tieren zu sprechen, hatte sich sofort in den jungen Mann verliebt, der so furchtlos unter den wilden Einhörnern des Nordens lebte.
    Das ganze Leiderdale-Tal war mit Blumengirlanden geschmückt. Weiße und rosa Blüten segelten durch die Luft, ehe sie sich wie Schneeflocken im Gras niederließen.
    Tania und Edric sprangen den steinigen Hang hinunter und wateten durch das hohe Gras ins Tal, in dessen Mitte die Hochzeitsgäste versammelt waren. Jetzt teilte sich die Menge und gab einen Gang frei, der vom königlichen Zelt direkt zu einem großen grauen, abgeflachten Stein führte. Es war der berühmte Singende Stein von Leiderdale, der dort schulterhoch aus dem Gras aufragte. Die Kanten waren so scharf, als wären sie mit der Axt behauen worden, und die Oberseite des Steins war mit funkelnden Kristallen besetzt.
    Die Sonne war inzwischen fast untergegangen und überall wurden Fackeln angezündet, bis man im ganzen Tal kleine Feuerpunkte flackern sah.
    Die Zeltklappen des königlichen Pavillons wurden jetzt zurückgeschlagen und der lang ersehnte Moment war gekommen. Eine Schar weiße Tauben brach aus der Öffnung hervor, stieg hoch in den Himmel und kreiste um das Zelt. Wie auf ein Stichwort flogen von den Hügeln ringsum riesige Vogelschwärme auf und erfüllten die Luft mit ihrem schrillen Geschrei. Alle blickten nach oben zu den Vögeln am dunkler werdenden Himmel. Sie flogen über die Köpfe der Menge hinweg, schossen von einem Hügel zum anderen und bildeten eine Spitze, bevor sie auseinanderstoben.
    »Wahnsinn«, hauchte Tania. »Hat Cordelia das alles organisiert? Sie hat mir kein Wort davon gesagt.«
    »Nein, das glaub ich nicht«, erwiderte Edric. »Die wilden Vögel sind hier, weil sie Cordelia lieben – so wie alle Tiere im Elfenreich.«
    Jetzt drehten die Vogelschwärme ab und der Himmel leerte sich. Die Hügel ringsum hallten vom Flattern der unzähligen Flügel wider. So schnell, wie er begonnen hatte, war der Himmelstanz vorüber und die Vögel ließen sich auf den Hängen des Tals nieder, wo sie jetzt still und wachsam abwarteten.
    Aus dem Zelt hüpfte ein Lamm hervor. Es hob den wolligen Kopf und blökte einmal, ehe es weiterlief. Hinter ihm kam eine ganze Prozession von Tieren: Katzen und Hunde, Wölfe und Marder, Füchse, Biber und Wildschweine. Ein paar kleine südliche Einhörner trotteten hinterdrein, ihr Fell schimmerte bläulich weiß wie frisch gefallener Schnee im Mondlicht und ihre Hörner glänzten wie blankes Silber. Dann folgten Ponys und Rehe, ein Bär und ein Zwölfenderhirsch, der so groß war, dass er seinen majestätischen Kopf senken musste, damit er durch die Zeltöffnung passte.
    Endlich erschienen Cordelia und Bryn. Das strahlende Paar schritt zwischen zwei wilden nördlichen Einhörnern einher. Die Menge brach in laute Beifallsrufe aus.
    »Ewiges Glück unserer Prinzessin und ihrem Bräutigam«, schrie

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