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Bullet Catcher 2: Max

Bullet Catcher 2: Max

Titel: Bullet Catcher 2: Max
Autoren: Roxanne St. Claire
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    1
    Lucy Sharpe war schwer zu beeindrucken. Aber dass Max Roper nicht mit der Wimper zuckte, als sie ihm seinen nächsten Einsatz erklärte, ließ ihren Respekt vor seiner berühmten Selbstbeherrschung noch ein Stückchen wachsen.
    Ob er den Namen nicht wiedererkannt hatte? Vielleicht hatte er seine frühere Geliebte aus den Augen verloren. Vielleicht wusste er nicht, dass Corinne Peyton, die Milliardärswitwe, und Cori Cooper, die Jurastudentin von der DePaul University in Chicago, ein und dieselbe Person waren.
    Lucy zog ein großes Farbfoto aus einer Mappe und rückte es so zurecht, dass das Tageslicht die tiefblauen Augen und das schimmernd schwarze Haar des Frauenporträts zum Strahlen brachte.
    »Das ist Mrs Peyton«, sagte Lucy und hob den Blick, um seine Reaktion abzuschätzen. »Ist sie nicht traumhaft schön?«
    Er nickte unmerklich. Hob sich da etwa eine Augenbraue um einen Millimeter? Jeder andere würde denken, dass Max Roper Corinne Peyton in diesem Moment zum ersten Mal sah. Nicht so Lucy. Für sie hatte es oberste Priorität, alles über die Männer und Frauen in Erfahrung zu bringen, die sie in ihre Elitetruppe aus Bodyguards und Sicherheitsspezialisten aufnahm: die Bullet Catcher.
    »Das Foto entstand bei der Gründungsveranstaltung der Peyton Foundation, kurz nach der Hochzeit der Peytons. Vor vier Jahren.«
    Keine Reaktion.
    »Die Organisation ist das größte wohltätige Projekt der milliardenschweren Peyton Enterprises. Mrs Peyton hat sich persönlich um die Gründung dieser Stiftung bemüht, zusammen mit ihrem verstorbenen Gatten.« Lucy schwieg, bis Max vom Bild aufsah. »Die Peyton Foundation bietet den Familien straffällig gewordener Polizeibeamter finanzielle und juristische Hilfe.«
    Nichts. Kein Zucken seines muskelgestählten Nackens. Keine Veränderung in seinen wie aus Granit gemeißelten Zügen. Max war ruhig wie immer. Diese Eigenschaft machte ihn zwar zu einem hervorragenden Bodyguard, brachte ihm aber wenig Sympathien bei Klienten ein, die wissen wollten, was diesen stoischen Titanen im Innersten bewegte.
    Lucy stützte sich mit den Ellbogen auf den Tisch und wiederholte: »Ich beauftrage dich hiermit, Corinne Peyton zu beschützen.«
    Max wischte das Foto beiseite, zog die restlichen Unterlagen zu sich heran und fuhr rasch mit dem Finger über die oberste Seite. Nachdem er die wichtigsten Punkte überflogen hatte, blätterte er weiter und musterte ein Foto von William Peyton, das an dessen sechzigstem Geburtstag entstanden war, und ein Cover des Fortune -Magazins, das den Multimilliardär in seinem Haus auf Star Island zeigte.
    »Wie du am Datum siehst, ist der Artikel letztes Jahr erschienen«, erläuterte sie. »Ein paar Monate bevor Peyton im Alter von dreiundsechzig Jahren starb.«
    Erneut schwieg Lucy, um Max Gelegenheit zu geben, seine Verbindung zu der Witwe preiszugeben.
    Stattdessen stieß er die Akte von sich und lehnte sich mit angewiderter Miene zurück. »Miami? Im August? Luce! Warum schickst du mich nicht gleich in die Hölle?«
    Sie lächelte. »Nächstes Mal geht’s nach Alaska. Versprochen.«
    »Das hast du nach Madagaskar auch gesagt. Setz Jazz und Alex Romero darauf an. Die leben da unten.«
    »Die sind mit einem Auftrag in Helsinki.«
    Max schnaubte leise. »Die Glücklichen.«
    »Du wirst in Miami schon nicht schmelzen, Max.« Oder vielleicht doch?
    Er öffnete die Akte erneut, als müsste er sich das Bild dieses Mannes mit dem weißen Haarschopf und den schwarzen Augenbrauen besonders einprägen. Der Mann, der das Land mit ultraluxuriösen Einkaufszentren übersät und damit unglaublichen Reichtum angehäuft hatte. Der Mann, der im Leben alles bekommen hatte, was er wollte … einschließlich der Frau, die Max liebte.
    »Hast du den Typ persönlich gekannt?«, erkundigte sich Max beiläufig. »Ist deshalb Bullet Catcher ins Spiel gekommen?«
    »Nein. Das lief über Beckworth Insurance. Mrs Peyton ist kürzlich angegriffen worden und hat sich bei der Versicherung nach einem geeigneten Personenschutz erkundigt. Die haben sie dann an mich weitervermittelt.«
    »Beckworth?« Max blickte interessiert auf. »Gab es eine Entführungsdrohung?«
    Für gewöhnlich arbeitete Bullet Catcher mit Beckworth zusammen, wenn es um Regionen ging, in denen es häufig Entführungen gab, etwa Südamerika. »Nein, aber offenbar hat jemand versucht, sie beim Shoppen mit seiner Stoßstange zu streicheln. Oberflächlich betrachtet ist das hier ein ganz normaler

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