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Angstfrei arbeiten

Angstfrei arbeiten

Titel: Angstfrei arbeiten
Autoren: Bettina Stackelberg
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Vorschläge zum Umgang mit diesem Buch
    Mutig von Ihnen, ins Regal zu greifen und ein Buch über Angst zu kaufen! Denn: Auch wenn im Titel „angstfrei“ steht – die Angst ist dabei. Und wenn Sie jetzt das Inhaltsverzeichnis durchblättern, werden Sie vielleicht denken: Oh je, das ist ja eine Enzyklopädie der Angst – lauter Ängste, so weit das Auge reicht – und ich will doch frei von Ängsten sein!
    Keine Sorge, lieber Leser. Mein Hauptaugenmerk liegt natürlich darauf, Ihnen ganz viele Tipps und Unterstützung gegen die Angst mit auf den Weg zu geben. Daher werden Sie in jedem Angst-Kapitel nur eine kurze Beschreibung der speziellen Angst finden und danach jede Menge Hilfe, Gegenmaßnahmen und Wege raus aus der Angst.
    Die Angst, die Ihnen akut im Nacken sitzt, ist die gerade wichtige und schlimme – egal ob es eine vermeintlich kleine oder eine schwerwiegende ist. Lesen Sie also bitte aus der Gliederung keine Wertung heraus – es gibt keine kleinen oder großen, wichtigen oder unwichtigen, schwerwiegenden oder leichten Ängste. Auch wenn wir das sicher manchmal so bewerten, wenn es uns nichts angeht. Am grünen Tisch – wenn es uns gut geht – lässt sich sicher eine Rangfolge der Ängste feststellen. Wenn wir aber gerade selbst in einer Angst stecken, zählt das nicht mehr. Dann ist diese eine Angst gerade präsent, beängstigend, lähmend. Dann macht gerade diese Angst mir das Leben schwer.
    Holen Sie sich also konkrete Tipps für eine Situation, in der Sie vielleicht gerade selbst stecken. Oder lesen Sie dieses Buch chronologisch von vorn nach hinten durch. Lesen Sie langsam oder schnell – lassen Sie sich Zeit zwischen den einzelnen Impulsen. Machen Sie sich vielleicht Notizen, schreiben Sie sich Ihre Assoziationen auf, die beim Lesen auftauchen, Fragen, die Sie sich später beantworten wollen. Denken und fühlen Sie nach, reden Sie mit Freunden über diese Themen (damit das Thema „Angst“ endlich aus der Tabuzone herauskommt!). Es bleibt Ihnen überlassen. Finden Sie den Weg, der Ihnen persönlich richtig erscheint – genau dieser Weg ist dann auch der richtige.
    Und noch etwas ist mir wichtig, Ihnen ans Herz zu legen: Gehen Sie achtsam mit sich um! Ängste sind kein Pappenstiel, Ängste machen Angst – und das Lesen darüber und das Sich-damit-Beschäftigen vielleicht auch. Machen Sie Pausen beim Lesen, dosieren Sie so, wie es Ihnen guttut.
    Denn letztendlich wünsche ich mir, dass Ihnen mein Buch guttut! Wenn schon Ängste da sind, dann ist zumindest ein achtsamer, kreativer und konstruktiver Umgang damit angesagt. Fangen Sie heute damit an!

Plädoyer für die Angst
Warum Angst ganz wichtig war – und ist
    Angstist ein Grundgefühl. So wie Freude, Trauer, Wut und Scham. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort angustus („Beengtheit“ bzw. „Enge“) und von angere („die Kehle zuschnüren“, „das Herz beklemmen“) ab. Was meinen Sie, seit wann gibt es Angst? Wann hat das angefangen? Nun, Ängste gab es schon immer. Schon Herr und Frau Neandertal hatten Angst – und das war auch gut so. Die Natur lässt sich ja immer etwas besonders Schlaues für uns einfallen. Und somit war auch evolutionsgeschichtlich die „Erfindung“ der Angst etwas sehr Schlaues – ja, sogar etwas Überlebenswichtiges. Damals war die Angst nämlich dazu da, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und dementsprechend automatisch und reflexartig reagieren zu können.
    Gefahr bedeutete in grauer Vorzeit hauptsächlich Gefahr für Leib und Leben: Der Säbelzahntiger kommt mir gefährlich nahe. Und um nicht gefressen zu werden, muss ich reagieren. Und zwar reflexartig schnell, ohne großes Nachdenken und möglichst erfolgreich. Es wird also blitzschnell der Fluchtreflex – rauf auf den nächsten Baum! – oder der Angriffsreflex – zieh dem Säbelzahntiger mit deiner Keule eins über! – aktiviert. Dieser Reflex bewirkt, dass mein Körper für eine dieser beiden Reaktionen gerüstet ist: Er ist stark genug, schnell genug, die Energie geht genau dorthin, wo sie gebraucht wird: in die Beine, um schneller zu rennen, oder in die Arme, um stärker zuzuschlagen. AndereKörperfunktionen brauchen in diesem Augenblick keine Versorgung – zuerst muss ich mal überleben. Daher auch das reflexartige Reagieren – also ein schnelles Reagieren, ohne viel darüber nachzudenken. Denn bis sich unsere langsamen Gedanken in Gang gesetzt und eine Abwägung Baum versus Keule vollzogen hätten … da hätte uns der Säbelzahntiger

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