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Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)

Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)

Titel: Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)
Autoren: Tracey O´Hara
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spannte sich an und war bereit, zwischen die beiden zu springen.
    Doch bevor Christian etwas unternehmen konnte, war sie schon herumgewirbelt, hatte das Schwert in mächtigem Bogen geschwungen und wandte die Schnelligkeit des Dreniers gegen ihn. Er rannte geradewegs in die Klinge und erstarrte mitten in der Bewegung. Sein Mund bildete ein stummes O, während dunkelrote, fast schwarze Perlen aus dem diagonalen Schnitt durch seinen Hals traten. Als der Körper in die Knie sackte, kippte der Kopf nach rechts, prallte klatschend zu Boden und rollte ihr entgegen. Der Ausdruck des Unglaubens auf dem abgetrennten Kopf wirkte beinahe komisch, und dann blieb er vor den Füßen der Venatorin liegen.

2    AUS UND VORBEI
    Antoinettes Blickfeld verschwamm. Sie beugte sich vor, stützte sich auf den Knien ab und rang nach Luft. Langsam ließ der Schmerz in ihrem Kopf nach und wurde zu einem dumpfen Pochen. Benommen versuchte sie zu atmen – es gelang ihr kaum.
    Als sie endlich genug Luft in der Lunge hatte, um wieder sprechen zu können, zog sie das Handy aus der Tasche und aktivierte es. Ein Venator nahm nie ein eingeschaltetes Handy mit auf die Jagd, denn ein Drenier konnte das elektronische Summen spüren.
    »Nici, es ist erledigt«, gab sie durch, als es betriebsbereit war.
    »Ist alles in Ordnung mit dir?«, fragte er.
    »Nur ein paar Schnittwunden und Prellungen, aber nichts Schlimmes.«
    »Lügnerin.«
    Ihr Bruder kannte sie eben allzu gut.
    »Hier ist ein bewusstloses Mädchen. Fahr den Wagen näher heran und bring den Erste-Hilfe-Koffer mit. Ich lenke dich herein.«
    »In Ordnung, ich bin in einer Minute da.«
    Antoinette schob eine Kiste zum Fenster, holte den Klappspiegel aus ihrer linken Westentasche, kletterte hinauf und wartete auf Nici. Vor Erschöpfung war ihr übel, und sie stützte sich auf dem Sims ab, während eine Welle der Benommenheit sie überkam.
    Scheinwerfer leuchteten in die schmale Gasse und blendeten auf und ab. Sie hielt den Spiegel so aus dem Fenster, dass er das Licht einfing. Wenige Minuten später sprang Nici durch das Fenster und landete mit einem Grunzen schwer auf dem Boden. Dann machte er sich daran, ihr zu helfen.
    »Kümmere dich nicht um mich, sondern sieh nach dem Mädchen.«
    Sie stieß seinen Arm beiseite, und er runzelte die Stirn auf seine vertraute Du-bist-ja-so-stur-Weise.
    Während er sich mit dem Mädchen beschäftigte, kletterte Antoinette von der Kiste und achtete darauf, sich nicht zu schnell zu bewegen, damit das Pochen in ihrem Kopf nicht wieder stärker wurde. Momentan fühlte sie sich nicht mehr, als hätte sie ein Dreißigtonner überrollt, sondern nur noch, als würde ihr ein Presslufthammer mitten ins Hirn hämmern.
    »Sie wird es überleben«, sagte Nici, nachdem er das Mädchen rasch untersucht hatte. »Aber sie wird höllische Kopfschmerzen haben.«
    Genau wie ich. »Können wir sie bewegen?« Jetzt erst erkannte Antoinette, dass das Opfer nicht älter als fünfzehn sein konnte. So jung.
    Nici schob die Lider des Mädchens hoch und leuchtete ihm in die Pupillen. »Ich glaube nicht, dass sie sich etwas gebrochen hat, aber sie hat eine ziemlich heftige Gehirnerschütterung.« Er schaute hoch zu Antoinette. »Und sie sollte gesäubert werden.«
    Das Mädchen stank nach frischem Urin. Es musste sich zu Tode geängstigt haben.
    Er stand auf und wischte sich die Hände am Hosenboden ab. »So, jetzt bist du an der Reihe.« Er drehte ihr Gesicht so, dass er es deutlich sehen konnte, und leuchtete ihr mit seiner Taschenlampe in die Augen. »Hm. Du wirst ein ganz schönes Veilchen bekommen, und wir sollten dich besser ins Krankenhaus bringen und untersuchen lassen, ob dein Schädel keine Fraktur davongetragen hat. Was sonst noch?«
    Sie hob ihre teilweise zerfetzte Kampfweste an, und Nici senkte den Lichtstrahl auf ihr blutdurchtränktes Höschen. »Schlimm!« Er holte Verbandmull aus dem Koffer und klebte ihn auf die Wunde. »Das reicht fürs Erste. Die Schnitte sind zum Glück nicht tief und müssen vermutlich nicht genäht werden, aber wir sollten dir Antibiotika besorgen.« Nici warf einen raschen Blick auf den kopflosen Leichnam. »Dieser Drenier wirkt nicht gerade wie eine blitzsaubere Hausfrau.«
    »Du solltest mal einen Blick ins Erdgeschoss werfen.« Angewidert rümpfte sie die Nase.
    »Dann wäre es am besten, wenn du die Beweise hier oben fotografierst, während ich nach unten gehe.«
    »Einverstanden.« Sie hatte eine kleine Digitalkamera in der Tasche. »Sein

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