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Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)

Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)

Titel: Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)
Autoren: Tracey O´Hara
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können. Schon hatte sie das Schwert aus der Scheide gerissen. Beeindruckend. Sie in Aktion zu sehen, mochte eine angenehme Ablenkung darstellen. Abermals atmete er ihren Duft ein und leckte sich die Lippen. Sein Appetit war geweckt.
    Ich frage mich, ob sie genauso gut schmeckt, wie sie riecht.
    ◀   ▶
    Antoinette schloss die Augen und zwang sich, langsamer zu atmen, während sie das Schwert wieder in die Scheide steckte.
    Verdammte Katze.
    Sie atmete tief ein, riss sich zusammen und schaute sich um. Unwillkürlich fuhr ihr ein Schauer am Rückgrat entlang, und sie schüttelte sich. Es sah ihr gar nicht ähnlich, so schreckhaft zu sein. Irgendetwas stimmte hier nicht, aber sie wusste nicht, was es war. Sie verspürte zwar keine unmittelbare Gefahr, aber ihre Nackenhaare hatten sich gesträubt.
    Auf der anderen Seite des Gebäudes befand sich die Tür, nach der sie gesucht hatte. Antoinette riss den Klettverschluss einer Tasche an ihrer Weste auf. Ein Schweißtropfen rann an ihrem Nasenflügel entlang, erreichte die Spitze und tropfte ihr auf den Handrücken. Sie schleuderte ihn weg und fluchte leise. Nici durfte in dem Lieferwagen mit Klimaanlage warten, während sie durch dunkle Gassen und stinkende, verlassene Lagerhäuser schleichen musste.
    Sie lächelte und schüttelte den Kopf. Ich will es schließlich nicht anders. Wenn sie im Wagen hätte warten müssen, wäre sie verrückt geworden. Es war gut und richtig, dass sie und nicht Nici das Venator-Examen bestanden hatte – er war bei seinen Computern und all diesem technischen Mist besser aufgehoben.
    Sie leckte sich über die trockenen Lippen, zog ihre Taschenlampe hervor, durchquerte den Raum und legte das Ohr an die Tür. Kein Holz, sondern Metall. Die unerwartete Kühle an ihrer Wange verschaffte ihr eine kurze, aber höchst willkommene Erleichterung.
    Dahinter war nichts zu hören – nicht der leiseste Ton. Die Klinke bewegte sich leicht unter ihrer Hand – ein Zeichen von regelmäßiger Benutzung –, und mit sanftem Druck schwang die Tür auf.
    Der Geruch des Dreniers drang aus dem Erdgeschoss herauf und war stärker als die Spuren hier oben, aber ebenfalls nicht frisch. Wenn er auf der Jagd war, würde er bald hierher zurückkehren. Zumindest hoffte sie das. Sie schluckte schwer und trat durch die offene Tür. Nur weil er nicht zu Hause war, bedeutete das nicht, dass dort unten keine anderen bösen Überraschungen auf sie warteten.
    Antoinette schaute auf die schmale Treppe, die in die tintengleiche Schwärze hinunterführte, und zog die Pistole aus dem Holster. Obwohl ihr Herz nun ein wenig schneller schlug, waren ihre Hände trocken und zitterten nicht.
    Sie zog den Ladestreifen heraus und sah nach der Munition. Die speziellen Hohlspitzgeschosse waren mit Silbernitrat gefüllt, dem einzigen Gift, das bei Dreniern wirkte. Vor dem Einsatz hatte sie die Kugeln bereits ein Dutzend Mal überprüft, aber es war besser sicherzugehen, als später das Nachsehen zu haben. Sie schob den Ladestreifen mit dem Handrücken wieder in den Griff, entsicherte die Waffe und stieg die Treppe hinunter.
    Jeder Schritt brachte sie dem dunklen Erdgeschoss näher, und jeder Schritt machte sie noch ein wenig vorsichtiger. Sie schaltete die Taschenlampe ein und hielt sie über ihre Pistole, während sie den Strahl geradewegs vor sich hielt. Die Tür am oberen Ende der Treppe wurde mit einem lauten Knall zugeschlagen. Antoinette pochte das Herz bis zum Hals. Sie wirbelte herum und beobachtete die Treppe hinter sich. Leer.
    Je tiefer sie kam, desto kühler wurde es, und der Schweiß auf ihrer Haut trocknete allmählich. Sie drehte den Kopf hin und her und lauschte nach Anzeichen für einen Hinterhalt. Die Sekunden wurden zu Minuten. Nicht einmal ein Rascheln ertönte, während sie weiter nach unten schritt.
    Der saure Geruch nach verschüttetem Whiskey und altem Sex wurde stärker, je tiefer sie kam. Sie hielt sich die Rückseite der Pistole gegen die Nase, um andere, noch unangenehmere Gerüche zu blockieren, aber es half kaum.
    Als sie das Ende der Treppe hinter sich ließ, hallten ihre Schritte laut durch die unheimliche Stille. Sie stieß eine leere Weinflasche um, die über den mit Zeitungen übersäten Betonboden rutschte, und folgte ihr mit dem Strahl ihrer Taschenlampe. Einige Fuß entfernt kam sie zum Stillstand – unmittelbar vor einem hochhackigen roten Lederstiefel. Mist.
    Antoinette fuhr mit dem Lichtstrahl über den Stiefel hoch zu einem Torso in Unterwäsche

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