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Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)

Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)

Titel: Aeternus - Eisiger Kuss: Roman (German Edition)
Autoren: Tracey O´Hara
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Vergangenheit.
    Doch jetzt brauchte er nichts außer einer heißen Dusche und einem herzhaften Happen – im wörtlichen Sinne. Seit seiner letzten Mahlzeit waren mehr als zwei Tage vergangen, und mit jeder Sekunde wurde sein Hunger fordernder.
    Ein junges Pärchen stand an der Rezeption; der Junge trug einen Hochzeitssmoking und das Mädchen ein Brautkleid. Ihre Gesichter glühten, und sie verschlangen sich mit Blicken wie die meisten jungen Liebenden. Als sich Christian näherte, drehte die junge Frau den Kopf und wickelte sich eine Haarlocke um den Finger. Sie lächelte und warf ihm einen anerkennenden Blick zu.
    Der Junge sah plötzlich finster drein und drehte ihren Kopf so, dass sie ihn wieder ansah. »He.«
    »Verzeihung, Baby«, sagte sie, warf die Arme über die Schultern des Jungen und drückte sich gegen ihn, aber ihr Blick blieb noch eine Sekunde an Christian hängen.
    Während die beiden warteten, schmusten sie mit dem Eifer der Neuverheirateten. Ihre Erregung verstärkte Christians Hunger noch mehr, aber er hielt sich mühsam im Zaum. Es war nicht ihre Schuld, dass er sich fühlte, als hätte er den Tag in einem Müllcontainer verbracht.
    Er fuhr sich mit der Zunge über die Spitzen der oberen Fangzähne und fand den sexuellen Rausch des Paars außerordentlich appetitanregend.
    »Mr. Laroque. Kann ich Ihnen helfen, Sir?«, fragte einer der Portiers.
    Christian richtete seine Aufmerksamkeit auf den Portier hinter der Rezeption. »Irgendwelche Nachrichten?«
    »Ja, Sir«, sagte er und schob ihm einen ganzen Stapel Zettel hin.
    Er dankte dem Portier und begab sich zum Aufzug, vor dem das Paar inzwischen bereits wartete. Wenn er sich nach dem Tag in dem schmutzigen Lagerhaus nicht so schmierig gefühlt hätte, wäre er zum nächsten Aufzug gegangen. Aber er brauchte unbedingt eine Dusche, frische Kleidung und Nahrung. Den letzten Gedanken schob er weit von sich, während er den Lift betrat und den Knopf für seine Etage drückte.
    Das Paar schmuste in der Ecke weiter. Die Braut kicherte und flüsterte: »Hör auf, er kann es sehen.«
    »Na und? Es wird ihm egal sein. Du bist jetzt meine Frau«, flüsterte der Junge zurück, und sie kicherte erneut. Beide kümmerten sich nicht darum, dass er jedes Wort ihrer leise geführten Unterhaltung verstehen konnte.
    Der Geruch ihrer Erregung erfüllte ihn und trieb seinen Hunger bis an den Rand des Erträglichen. Ihre Leidenschaft wurde immer stärker. Es wäre so einfach, sie beide zu haben – hier und jetzt. Mit ein wenig Verführung würden sie ihm gehören.
    Aber das würde er nicht tun. Es war nicht mehr seine Art, sich etwas zu nehmen, das ihm nicht freiwillig angeboten wurde. Außerdem war das Mädchen schwanger – erst seit Kurzem, doch er hatte den winzigen, flatternden Schlag unter dem immer schneller hämmernden Herzen des Mädchens entdeckt.
    Christian lenkte sich ab, indem er auf die Botschaften schaute. Stirnrunzelnd las er den Namen auf dem letzten Zettel. Die Aufzugtür glitt zur Seite, und Christian räusperte sich, als die beiden keine Anstalten machten, auszusteigen.
    »Oh. Das ist unsere Etage, Ronnie«, sagte die Braut, und die Röte auf ihren Wangen wurde noch intensiver. »Danke, Mister.«
    »Gern geschehen.« Christian starrte vor sich, ohne sieanzusehen. »Übrigens, herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit und viel Glück mit dem Kind«, sagte er, als sie den Aufzug verließen. Er wusste, dass er sie damit völlig irritieren würde. Das war eine kleine Heimzahlung dafür, dass sie mit seinem Hunger gespielt hatten.
    Das Paar wechselte einen überraschten Blick; das Mädchen hielt den Kopf schräg und runzelte die Stirn. »Äh … danke, Sir«, murmelte sie, bevor die beiden davoneilten und verwirrt miteinander tuschelten.
    Mit einem gewaltigen Hunger, der durch das Pärchen verstärkt worden war, betrat er sein Zimmer, ging geradewegs zur Minibar und nahm eine Flasche heraus. Kalt lag das Blut in seiner Hand, und er starrte es lange an, bevor er es wieder in den Kühlschrank zurücklegte. Heute Nacht brauchte er mehr als nur eine kleine Erfrischung. Heute brauchte er ein richtiges Mahl. Er ging zum Telefon und wählte.
    Eine geschäftsmäßige Stimme antwortete beim zweiten Klingelton. »Rote Engel.«
    »Hier ist Christian Laroque.«
    »Ja, Mr. Laroque. Was können wir heute Abend für Sie tun?«
    »Ich will ein Mädchen, jung, aber nicht zu jung.« Ungerufen kam ihm das Bild der jungen Venatorin in den Sinn, das seinen Hunger noch mehr

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