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1532 - Das Bermuda-Erbe

1532 - Das Bermuda-Erbe

Titel: 1532 - Das Bermuda-Erbe
Autoren: Jason Dark
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Er wäre gefallen, wenn ihn die beiden Hände nicht festgehalten hätten.
    So stand er auf der Stelle und litt unter den brennenden Schmerzen in seinem Gesicht. Es war ihm, als hätte jemand Säure dagegen gekippt.
    Blut rann aus seiner Nase, und er schmeckte es auf der Oberlippe.
    Irgendwie sagte ihm dieser Geschmack, dass es der Anfang vom Ende war, was er hier erlebte, und dieses Wissen ließ Übelkeit in ihm aufsteigen, die sich in seiner Kehle festsetzte.
    Sie standen am Heck. McFadden und die vier Männer der Besatzung, die ihn ins Freie gezerrt hatten, nachdem er unter Deck bei einem geheimen Telefongespräch erwischt worden war.
    Ab jetzt gab es kein Zurück mehr. Er war belauscht worden, und die andere Seite würde kurzen Prozess machen. Das Meer war groß und tief und gab seine Beute so leicht nicht mehr frei.
    Die Männer taten ihm noch nichts. Sie warteten auf ihren Boss, den Kapitän. Er musste sein Schiff erst übergeben. Ein Steuermann würde sich darum kümmern, damit der Boss selbst mit dem Verräter abrechnen konnte.
    Er ließ sich Zeit. So konnte sich McFadden mit seinen Schmerzen vertraut machen. Sie wühlten in ihm. Es gab eigentlich keine Stelle an seinem Körper, die nicht in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. Auch wenn ihn die Schläge nicht überall getroffen hatten, er hatte trotzdem das Gefühl, dass sein gesamter Körper brannte.
    Die Typen vor ihm grinsten ihn an. Sie wussten Bescheid und sie hatten ihren Spaß. Ihre Gesichter waren mal klar zu sehen, dann verschwammen sie wieder. Wäre McFadden nicht gehalten worden, er wäre zusammengesackt und liegen geblieben.
    Dann erschien der Kapitän. Er war plötzlich da und baute sich vor McFadden auf. Der Mann hieß Moretti und war ein Typ, der irgendwo im Süden geboren war. Er sollte schon für alle möglichen Organisationen gearbeitet haben. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich um die Russen handelte oder um die großen Banden aus dem Süden Europas.
    Moretti spie auf die Planken und schaute McFadden an.
    »Ich werde dir keine Fragen stellen, denn es hat keinen Sinn. Wir wissen Bescheid, dass du dich bei uns eingeschlichen hast, und das hat keiner von uns gern. Deshalb werden wir dich entsorgen.«
    McFadden hatte alles gehört. Sein Gesicht zuckte, als er reden wollte.
    Es fiel ihm so verdammt schwer. Er musste erst stockend Atem holen, erst dann konnte er sprechen.
    »Ich weiß nicht, was du willst, Moretti. Ich habe nichts getan.«
    Der Boss lachte. Die anderen lachten mit, und wie aus dem Nichts schlug der Kapitän zu. Seine Faust landete im Gesicht des Schotten, der nichts mehr dachte. Sein Kopf wurde nach hinten geschleudert. Er spürte nur noch Schmerzen, und er bewegte sich auf der Schwelle zur Bewusstlosigkeit.
    Moretti schnippte mit den Fingern. Die Männer wussten Bescheid. Sie prügelte nicht mehr auf den liegenden Mann ein, sondern fesselten ihn.
    Reißfest war das Tau, das sie um seinen Körper schlangen. Er wurde zu einem Paket zusammengeschnürt, ohne dass er sich wehren konnte.
    McFadden erlebte die normale Welt erst wieder, nachdem man ihn erneut auf die Füße gestellt hatte.
    Da aber stand er schon an der Reling. Wenn er die Augen aufriss, schaute er über die graue, wogende Fläche hinweg, die kein Anfang und kein Ende zu haben schien.
    Es war auch keine ruhige See. Der Herbst brachte die ersten Stürme in die Nordsee. Gerade an der Westseite wüteten sie gern. Die schottische Küste lag meileweit entfernt und war selbst durch ein gutes Glas nicht zu sehen.
    Die Fesseln saßen so stramm, dass er sich nicht bewegen konnte. Auch das Luftholen fiel ihm schwer, und die Übelkeit würgte ständig in ihm hoch. Dass er sich nicht übergab, grenzte schon an ein Wunder.
    Moretti kam zu ihm. Zwei Finger legte er unter McFaddens Kinn und drückte den Kopf hoch. Er grinste dabei und fing an zu sprechen.
    »Ich habe mal gehört, dass du das Meer liebst. Das hast du uns jedenfalls erzählt. Ich hab es nicht vergessen. Und jetzt wird das Meer dich gern annehmen. Es ist gewissermaßen deine Geliebte, die dich in ihren Schoß ziehen wird. Und dort behält sie dich dann für immer.«
    »Ihr wollt mich ertränken?«
    »Klar.«
    »Das ist Mord!«
    »Wissen wir.«
    Die Kälte dieses Mannes schockte McFadden. Einer wie Moretti kannte kein Gefühl. Er suchte ausschließlich seinen Vorteil. Er wollte nicht erwischt werden, und McFadden war auf das Schiff gekommen, um Beweise gegen ihn zu sammeln.
    Es ging um Drogen, die auf hoher See

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