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1450 - Die Herren der Straßen

Titel: 1450 - Die Herren der Straßen
Autoren: Unbekannt
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sie. „Ich höre dir besser gar nicht zu."
    Er antwortete nicht, sondern hantierte mit der linken Hand an den Monitoren herum, während er sich mit der rechten Kaffee einschenkte. Marte Escatt schüttelte lächelnd den Kopf und kehrte zu ihrem Platz zurück. Sie wußte, daß es keinen Sinn hatte, mit ihm zu diskutieren. Gucky öffnete erneut ein Auge. Marte sah verwundert, daß der Stuhl unter Karl Prenthane hervorglitt, ohne daß dieser es merkte.
    Der Ilt legte einen Finger vor die Lippen und blinzelte ihr zu.
    Sie vergewisserte sich, daß ihr Sitzmöbel noch auf dem richtigen Platz stand, griff nach seiner Lehne und setzte sich.
    Prenthanes Stuhl schob sich lautlos noch ein wenig weiter zurück, und der Erschließungsarchitekt schwebte nun frei in der Luft. Er arbeitete an den Monitoren und stürzte eine Tasse Kaffee nach der anderen in sich hinein.
    Als er die Kaffeekanne anhob, um sich eine weitere Tasse einzuschenken, blickte Marte auf ihren Monitor. Ihr stockte der Atem. Sie sah eine Gruppe von haushohen Robotern, die sich dem im Berg versteckten Stützpunkt näherten. Zwei mächtige Robotbagger begannen mit dem Aushub. „Sie kommen direkt auf uns zu!" rief sie erschrocken. „Sie wollen irgend etwas bauen, und dazu haben sie sich unseren Berg ausgesucht." Karl Prenthane schoß hoch. Er hielt Kaffeekanne und Tasse in den Händen und versuchte, den Stuhl zurückzuschieben, auf dem er zu sitzen glaubte. Gucky „vergaß" ihn telekinetisch zu stützen.
    Als der Erschließungsarchitekt aufblickte, stand Homer G. Adams vor ihm. Die Spitze seines rechten Fußes war nur Millimeter von der Kaffeepfütze entfernt, die sich auf dem Boden ausgebreitet hatte. „Man hat mir schon gesagt, daß die Ablösung nur aus Spitzenleuten besteht", bemerkte er leise.
    Der Kaffee floß zur Kanne zurück und verschwand darin. Schmatzend schloß sich der Deckel, während die unversehrte Kaffeetasse über den Boden hüpfte und Karl Prenthane in die Hand sprang. „Ich glaube nicht, daß wir Zeit für irgendwelche Ablenkungen haben", warnte Marte Escatt. „Ich fürchte, die Roboter sind in ein paar Minuten hier."
    Während sich Karl Prenthane bebend vor Zorn aufrappelte und Gucky mit wütenden Blicken eindeckte, wandte sich Homer G.
    Adams dem Monitor zu. Das Bild, das sich ihm bot, war in der Tat erschreckend. Die Robotmaschinen arbeiteten mit beängstigender Geschwindigkeit. „Es sieht fast so aus, als hätten sie uns entdeckt!" rief Gucky mit schriller Stimme. „Ausgeschlossen!" Adams schien nicht den geringsten Zweifel zu haben, daß der Stützpunkt bestens abgeschirmt war. „Wir haben alles getan, um das zu verhindern.
    Außerdem haben diese Maschinen eine derart hohe Eigenstrahlung, daß sie alles andere in diesem Bereich überdecken."
    „Die Roboter sind noch etwa hundertfünfzig Meter von uns entfernt!" stellte Marte ruhig fest. „Wenn sie in diesem Tempo weitermachen, sind sie in spätestens fünfzehn Minuten bei uns."
    „Verdammt, die Ebene ist wahrhaft groß genug", wetterte Adams. „Sie haben über 250 Quadratkilometer zur Verfügung. Aber sie müssen sich ausgerechnet diesen Berg vornehmen."
    „Was tun wir?" fragte Marte. „Wir räumen", erwiderte er. „Wir setzen uns mit Hilfe der Transmitter ab. Die Spezialgeräte nehmen wir mit. Los, Tempo! Worauf wartet ihr noch?"
    Die Männer und Frauen der Widerstandsgruppe WIDDER eilten aus dem Raum. Karl Prenthane wäre beinahe über den Ilt gestolpert. „Entschuldige!" rief er hastig.
    Gucky strahlte ihn an. „Nicht doch", erwiderte er. „Ich weiß doch, daß du blöd bist." Überraschenderweise lachte Prenthane.
    Er nahm dem Ilt nicht übel, daß er ihm auf seine Weise geantwortet hatte. .„Es paßt mir zwar nicht", sagte er, „aber ich muß dir recht geben."
    Der Mausbiber verstand den Wink, und er revanchierte sich. Als der Architekt über ein Kabel stolperte, fing er ihn telekinetisch ab und verhinderte, daß er zu Boden stürzte
     
    2.
     
    Tomaskon fühlte sich seltsam leer, als er das provisorische Gebäude betrat. Er blickte gleichgültig zu der Baustelle hinüber, an der das gentechnologische Zentrum entstand, und er fragte sich, weshalb die Cantaro es so eilig hatten mit ihren Experimenten. „Habt ihr keine Zeit, bis das da drüben fertig ist?"
    Veegran antwortete nicht. Mit einer herrischen Geste befahl er ihm, weiterzugehen.
    Tomaskon betrat das Haus. Er erwartete, zahlreiche Cantaro zu sehen, die an den gentechnologischen Maschinen arbeiteten.
    Doch

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