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120 - Schwur in der Opferhalle

120 - Schwur in der Opferhalle

Titel: 120 - Schwur in der Opferhalle
Autoren: Dämonenkiller
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und hoffen, daß irgendwann einmal die Gläubigen den Tempel verlassen würden.
    Ein lauter Schrei ließ Don zusammenzucken. Neugierig streckte er den Kopf vor. Ein Chakra war aufgesprungen. Schaum stand vor seinem Mund, und er trommelte sich mit beiden Fäusten auf die nackte Brust. Er tanzte wild im Kreis herum und rollte mit den Augen. Plötzlich durchlief ein Zittern seinen Körper, und er brach bewußtlos zusammen.
    Zwei Gläubige eilten an Don, der sich rasch in den Schatten drückte, vorüber. Die beiden hochgewachsenen Männer hoben den Bewußtlosen auf und trugen ihn aus dem Tempel.
    Hier bin ich nicht sicher genug, dachte Don. Ich muß mir ein besseres Versteck suchen.
    Wieder blickte er in die Halle. Alle Gläubigen wiesen ihm den Rücken zu. Geräuschlos lief er auf die nächste Säule zu und preßte sich zwischen zwei Tänzerinnen aus Stein. Keinen Augenblick zu früh. Denn drei Männer, die die Gesichter mit Tüchern verhüllt hatten, betraten den Tempel. Sie schritten langsam an Don vorbei und warfen sich zu Boden.
    Don hob den Kopf. Es würde für ihn keine große Schwierigkeit sein, die Säule hochzuklettern. Direkt über ihm stand der vielarmige Gott des Zornes, der einem Dämon mit einem Schwert durchbohrte. Don griff nach dem Schwert und zog sich langsam hoch. Auf dem Kopf des Gottes blieb er einen Augenblick stehen und sah sich im Tempel um. Niemand blickte in seine Richtung.
    Nach ein paar Minuten befand er sich etwa vier Meter über dem Boden und hockte in einer kleinen Nische. Links von ihm erhob sich eine Statue Shivas, eines der mächtigsten Hindu-Götter, während rechts Parwati in der Gestalt der Göttin Kali stand. Sie war von züngelnden Schlangen umringt und trug eine Kette, die aus den Schädeln ihrer Söhne gebildet war.
    Der Puppenmann schloß die Augen und döste vor sich hin. Dabei erinnerte er sich daran, wie alles begonnen hatte.
    Zusammen mit Unga war er in Bombay eingetroffen, wo sie Sri Mahadev erwartet hatte, der sie zu Colonel Bixby führen wollte. In einem Tempel der Padma-Sekte, der Sri Mahadev angehört hatte, war ein Überfall der Chakras erfolgt. Mahadev, Unga und ihm war die Flucht gelungen. Sie hatten die Reise nach Europa fortgesetzt, wo sie von Bixby erwartet werden sollten.
    Inzwischen hatten Unga und Don einiges über die Padma-Sekte erfahren, die sich im Laufe der Jahrhunderte im geheimen über ganz Asien ausgebreitet hatte. Bixby hatte sie tatsächlich erwartet. Er hatte vor einer Gefahr gewarnt, die dem Kailasanath-Tempel drohte. Unga hatte sich mit Mahadev in den Tempel begeben und war von einem Toten-Vogelkopf-Monster angefallen worden. Er hatte es mit seinem Kommandostab töten können. Doch der Inder war gefangengenommen worden. Später hatten sie dann das Tor zur Januswelt entdeckt, doch es war ihnen nicht gelungen, Mahadev zu befreien. Er wurde mit vier anderen Menschen durch das Dimensionstor gestoßen, bevor das Tor zur anderen Welt in sich zusammengefallen war. Als Unga und Don zu Bixbys Versteck zurückgekehrt waren, war ihr Freund verschwunden. Doch eine schöne Inderin, die sich Reena nannte, hatte sie erwartet. Die Inderin versprach, die beiden zu Bixby zu bringen. Sie waren nach Ajanta gezogen, wo ein Geschichtenerzähler Ungas Aufmerksamkeit erregt hatte.
    Der Alte erzählte eine Legende, die vom Dämon Ravana handelte, der im 8. Jahrhundert das Reich unsicher gemacht hatte. Ein goldhäutiger Fremder hatte sich ihm zum Kampf gestellt. Der Fremde hatte Ravana verspottet und sein mächtiges Karma bezweifelt, worauf der Dämon einen Beweis seiner Kraft liefern wollte. Er sammelte sein Karma im großen Edelstein am Griff seines Dolches. Kaum war das geschehen, ergriff der Fremde den Dolch und erstach den Dämon damit. Ravanas Körper verging. Doch er konnte sein verbliebenes Karma in drei verschiedenen Tieren manifestieren: in einem Vogel, in einem Tiger und in einer grünen Riesenschlange.
    Und plötzlich hatte sich Unga erinnern können. Er selbst war dieser „Goldene Fremde" gewesen. Damals war er auf der Suche nach seinem Herrn Hermon gewesen.
    Nachdem sich Unga erinnert hatte, hatte er mit Bixby sprechen wollen. Aber dieser war nicht in Ajanta gewesen. Reena hatte ihm dann erzählt, weshalb sie ihn und Don nach Ajanta gebracht hatte. Die feindlichen Chakras versuchten, den Dämon Ravana auf ihre Seite zu bringen. Und das sollte Unga verhindern. Später hatten sie dann die Bekanntschaft Uri Lüthis gemacht, der einen zahmen Tiger bei sich hatte.

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