Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
120 - Schwur in der Opferhalle

120 - Schwur in der Opferhalle

Titel: 120 - Schwur in der Opferhalle
Autoren: Dämonenkiller
Ads
griff leicht an meine Brust. Deutlich spürte ich die Umrisse von Dons Körper.
    „Hallo, Dorian", sagte er mit gedämpfter Stimme. „Antworte mir nicht. Ich habe Coco alles erzählt. Sie soll euch berichten."
    Staunend hörten Olivaro und ich zu, während wir langsam auf die hohe Mauer zugingen.
    „Bixby ist mit dem Dämon verschmolzen", sagte ich nachdenklich. „Gibt es irgendeine Möglichkeit, ihn zu retten?"
    „Nein", antwortete Olivaro. „Ravanas Karma ist stärker. Selbst wenn es Ravana gelänge, sich aus Bixbys Körper zu lösen, könnten wir Bixbys Geist nicht retten. Er ist untrennbar mit Ravana verbunden. Es bleibt nur eine Möglichkeit. Wir müssen Ravana töten."
    „Dann ist aber Bixby endgültig tot", sagte ich leise.
    „Er ist bereits tot, Dorian", warf Coco ein.
    „Wie sollen wir den Dämon töten?" fragte ich. „Wir sind unbewaffnet."
    „Der Ys-Spiegel hat ihm schon einmal schwer zugesetzt", meinte Olivaro.
    „Da hatte sich Ravana aber in einen Tiger verwandelt. Ich bin nicht sicher, ob der Spiegel auch wirkt, wenn Ravana uns in menschlicher Gestalt gegenübertritt."
    „Don hat behauptet, daß Ravana Bixbys Körper nicht verlassen kann", sagte Coco nachdenklich.
    „Er kann sich aber jederzeit in die drei Tiergestalten verwandeln. Wenn wir nun den menschlichen Körper töten, vergehen dann auch die Tiergestalten?"
    „Das ist anzunehmen", meinte Olivaro.
    „Ich habe meine Pistole bei mir", warf Don ein. „Ich gebe sie dir, Dorian."
    Ich griff unter die Jacke und spürte Dons Hand, der mir die winzige Pistole entgegenhielt. Ich ergriff sie. Die Waffe war so klein, daß ich den Abzug nicht betätigen konnte. Ich suchte den Boden nach einem kleinen Holzspan ab und fand schließlich einen.
    Wir überlegten, wie wir uns Bixby gegenüber verhalten sollten. Von Don wußten wir, daß der Dämon Swami angewiesen hatte, überall Chakras zu postieren, die uns beobachten sollten. Für Swami und die anderen mußten wir eine Show abziehen, damit sie endgültig davon überzeugt waren, daß wir auf ihrer Seite standen.
    Ich hoffte, daß es uns auch ohne Dons Pistole gelingen würde, den Dämon zu töten. Die Pistole wollte ich nur einsetzen, wenn alle anderen Mittel versagten.
    Kurz bevor wir die hohe Mauer erreicht hatten, hörten wir einen leisen Schrei.
    Ravana in Bixbys Gestalt tauchte hinter einigen Steintrümmern auf und lief auf uns zu. Er war nur mit einem Lendenschurz bekleidet.
    „Wir müssen fliehen!" schrie Ravana-Bixby. „Die Chakras sind hinter mir her! Sie wollen mich töten. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren!"
    „Gut, daß wir dich finden, Bixby", sagte ich kalt. „Ravana hat uns beschuldigt, dir zur Flucht verholfen zu haben."
    „Wart ihr es nicht?" fragte Bixby überrascht.
    „Nein, wir haben damit nichts zu tun."
    „Aber meine Zellentür stand plötzlich offen. Ich habe angenommen, daß ihr sie geöffnet habt."
    „Da hast du dich geirrt, verdammter Padma!" schrie Olivaro und rannte auf den Dämon zu.
    „Halte den Verrückten zurück, Dorian", brüllte Ravana. „Wir sind doch Freunde. Ihr müßt mir helfen."
    „Wir helfen dir nicht, verfluchter Verräter!" zischte Coco. „Du bist ein Heuchler. Du hast ein doppeltes Spiel getrieben."
    „Wie meinst du das?" fragte der Dämon. Dabei blickte er Coco verwirrt an.
    Olivaro sprang Ravana an, und seine starken Arme preßten sich um seine Kehle. Der Dämon packte Olivaros Hände und riß sie herunter.
    „Du bist nur hinter dem Ys-Spiegel her, Bixby", sagte ich laut. „Aber den bekommst du nicht!"
    Ich griff in mein Hemd, holte den schweren Spiegel hervor und richtete ihn auf Ravana. Der Dämon reagierte nicht auf den Anblick des Spiegels. Es war so, wie ich es vermutet hatte. Der Spiegel zeigte bei ihm nur Wirkung, wenn er sich in eines der drei Tiere verwandelt hatte.
    Olivaro bückte sich, griff nach einem schweren Stein, richtete sich auf und holte gegen Bixby aus. Dieser sprang geschickt einen Schritt zur Seite. Olivaro setzte ihm sofort nach. Wieder schlug er zu - und wieder verfehlte er den Dämon.
    Jetzt griff ich ein. Ich hob ein paar Steine auf und schleuderte sie nach Ravana. Zwei flogen an ihm vorbei, aber einer traf ihn an der Stirn. Blut rann aus der Wunde. Der Dämon stieß einen wütenden Schrei aus, und Olivaros geballte rechte Faust traf seine Nase.
    Bixby flog zu Boden, und Olivaro warf sich über ihn. Seine Hände krallten sich in die Kehle des Dämons. Ravana rang gurgelnd nach Luft. Dabei schlug er wie

Weitere Kostenlose Bücher

Die Arbeit der Nacht
Die Arbeit der Nacht von Thomas Glavinic
Befehl von oben
Befehl von oben von Tom Clancy
Blick in Den Abgrund -3-
Blick in Den Abgrund -3- von Shannon Mckenna
Empire Falls
Empire Falls von Richard Russo
Nacht über Eden
Nacht über Eden von V.C. Andrews