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0572 - Die Stunde des Symbionten

Titel: 0572 - Die Stunde des Symbionten
Autoren: Unbekannt
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Großadministrators drang bis in den letzten Winkel des großen Schiffskörpers. Mentro Kosum jedoch hörte sie aus nächster Nähe. Nach der verwirrenden Auskunft des Schleusenmeisters war er sofort zum Kommandostand geeilt und gerade rechtzeitig gekommen, um Perry Rhodans Ansprache nicht zu verpassen.
    „Als erstes Zeichen unserer freundlichen Gesinnung habe ich Heydrac Koat die Freiheit geschenkt. Er ist auf dem Weg in die Stadt und wird uns durch eine Beschreibung seiner Erlebnisse auf der Erde und auf diesem Raumschiff den Weg wirkungsvoller ebnen, als wenn wir eine Delegation mit Geschenken nach Raraimorc schickten. Mit Heydrac Koats Freilassung dürfen wir es jedoch nicht bewenden lassen. Wir müssen den Asporcos zeigen, daß wir weder etwas zu fürchten, noch etwas zu verbergen haben. Für einen planetarischen Tag werden wir also unser Schiff jedem öffnen, der es zu besichtigen wünscht!"
    Jetzt muß es geschehen, dachte Mentro Kosum mit Inbrunst.
    Jetzt muß ein Schrei der Entrüstung aufbranden, und irgendeiner wird Mut genug haben, um dem Großadministrator zu sagen, daß er ein hirnverbrannter Narr ist. Schiffsbesichtigung! Auf einer Welt, dessen Bevölkerung niemand kannte. Auf einer Welt, über der ein verderblicher Einfluß lastete, der Gehirne in Bann schlug und die Menschen veranlaßte, Dinge zu tun, die sie sonst nicht tun würden. Wie viel leichter konnte man es dem unsichtbaren Gegner noch machen, als die von ihm beherrschten Geschöpfe an Bord des Raumschiffs einzuladen?
    Mentros Hoffnung erfüllte sich nicht. Niemand protestierte.
    Nach zwei oder drei Sekunden erstaunten Schweigens brach statt dessen stürmischer Beifall los.
    Da wußte Mentro Kosum, daß die Zeit der Passivität endgültig vorüber war. Wenn er der einzige Vernünftige an Bord der TIMOR war, dann fiel ihm die Verantwortung zu, zu handeln. Er hörte Perry Rhodan sagen: „Die Führung der Delegation nach Raraimorc übernimmt Atlan, der sich auf solche diplomatische Missionen bestens versteht.
    Als seine Begleiter bestimmte ich..."
    Aber er hörte nicht zu. Ihm genügte es zu wissen, daß die Delegation in wenigen Minuten aufbrechen sollte. Gefahr war im Verzug. Es mußte sofort gehandelt werden!
    Er beurteilte die Lage. Etwa achtzehn Mann befanden sich im Kommandostand. Perry Rhodan stand unmittelbar vor der Konsole des Piloten, dieser den Rücken zuwendend. Die Offiziere und Mutanten bildeten einen lockeren Halbkreis um ihn.
    Mentro selbst befand sich nahe der Konsole des Kopiloten am rechten Ende des Halbkreises. Mit Hilfe seiner phänomenalen Begabung war es ihm ein leichtes, von seinem Standort aus die nötigen Schalter auf der Pilotenkonsole zu betätigen, die die Startvorbereitung einleiteten und schließlich den Start selbst auslösten. Aber die Betätigung der Schalter löste Lichtsignale aus, die die Umstehenden unweigerlich bemerken würden.
    Sobald sie sie bemerkten, wußten sie, wer der Urheber der Signale war, und damit wäre es um Mentros Vorhaben geschehen.
    Hätte es nur normale Sterbliche im Kommandostand gegeben, so wäre es genug gewesen, sie zurückzudrängen und mit einer Waffe in Schach zu halten, bis das Schiff gestartet war und den freien Raum erreicht hatte. So aber gab es fast ebenso viele Mutanten wie Normale, und sobald Mentro in Aktion trat, würde er entweder hypnotisch beeinflußt, innerlich gelähmt, oder von Teleportationskräften davongeschleudert werden.
    Er mußte ganz sicher gehen - selbst wenn dazu erforderlich war, daß er seine Waffe gebrauchte. Er schob sich an den neben ihm Stehenden vorbei und betrat den Mittelpunkt des Halbkreises, unmittelbar neben Rhodan. Der Großadministrator musterte ihn erstaunt. Mentro griff zum Gürtel und brachte einen stutzläufigen Schocker zum Vorschein. Mit lauter Stimme verkündete er: „Laut Paragraph eins-zwo-acht, Absatz dreizehn der Flottendienstverordnung erkläre ich alle in diesem Raum Anwesenden für zeitweise unzurechnungsfähig und übernehme hiermit den Befehl über dieses Schiff der Solaren Flotte."
    Er drückte auf den Auslöser. Perry Rhodan fiel um, als hätte ihn der Blitz getroffen. Mentro Kosum machte Front gegen den Halbkreis der Zuhörer. Mit hellem Summen versprühte die kleine Waffe ihren lähmenden Strahl. Einer nach dem andern sank zu Boden. Mit einem Blick unendlichen Bedauerns bedachte Mentro die reglosen Körper der Bewußtlosen; dann wandte er sich entschlossen um und ging zu Werk.
    Gedankenimpulse, von der SERT-Haube

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