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0572 - Die Stunde des Symbionten

Titel: 0572 - Die Stunde des Symbionten
Autoren: Unbekannt
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Bordsprechanlage zu.
    „Schleusenkontrolle? In welchem Zustand befinden sich die Schleusen?"
    Das behäbige Gesicht eines älteren Feldwebels erschien auf dem Bildschirm. Er erkannte Mentro Kosum sofort.
    „Rot, Sir", antwortete er diensteifrig, „alle Schleusen sind rot!"
    „Gut. Ich fürchte, daß der Asporco einen Fluchtversuch unternimmt. Sehen Sie zu, daß er nicht durch eine der Schleusen entkommt."
    Der Gesichtsausdruck des Feldwebels ließ erkennen, daß er allein den Gedanken für eine Zumutung hielt. Er antwortete jedoch respektvoll: „Selbstverständlich werde ich darauf achten, Sir."
    Als Mentro auflegte, stand der Afrikaner hinter ihm.
    „Womöglich hat er das Schiff schon längst verlassen", meinte Mentro. „Komm, wir sehen uns um!"
    Sie eilten den Gang zurück, durch den sie gekommen waren.
    Unterwegs meinte Ras: „Ich sage dir, du regst dich unnütz auf! Die Sache wird sich völlig harmlos aufklären."
    „Oh, ja?" spottete Mentro bitter. „Ich habe das Gefühl, ihr alle verlaßt euch in letzter Zeit ein wenig zu sehr darauf, daß die Dinge sich von selbst aufklären."
    Tschubai schien die Zwecklosigkeit weiterer Argumente zu erkennen. Als sie das Denkloch betraten, überflog er den großen Bildschirm mit suchendem Blick.
    „Da, siehst du's!" triumphierte er. „Kein Mensch hat das Schiff verlassen."
    Mentro Kosum ließ sich mehr Zeit, das Bild anzusehen. Dann mußte er dem Afrikaner recht geben.
    „Na schön. In diesem einen Punkt hast du recht. Aber in anderer Hinsicht..."
    Er unterbrach sich mitten im Satz, als er sah, wie die Augen des Afrikaners sich weiteten. Mentro hatte sich, als er zu sprechen begann, vom Bildschirm abgewandt. Jetzt wirbelte er wieder herum.
    Die Serie von Aufnahmegeräten, die das Fernsehbild erzeugte, war dicht unterhalb der Äquatoriallinie des Schiffes montiert.
    Demzufolge erschien die Landschaft wie von einem mehr als einhundert Meter hohen Aussichtsturm gesehen. Eines der gewaltigen Landebeine ragte von rechts her ins Bild hinein. Um die Rundung des Landetellers bewegte sich ein Geschöpf, das aus dieser Hohe winzig wirkte und wahrscheinlich unidentifizierbar gewesen wäre, hatte es nicht einen mächtigen, kahlen Schädel besessen, der selbst aus dieser Entfernung auffallen mußte.
    Mentro trat zur Wand und manipulierte die Schaltkonsole. Der Blickwinkel verringerte sich, während die Einzelheiten des Bildes größer wurden, als die Aufnahmegeräte sie näher heranholten.
    Das Wesen hatte sich hinter der Rundung des Landetellers hervorgearbeitet und strebte nun mit hoher Geschwindigkeit durch das üppige Gras. Die birnenförmige Kontur des haarlosen Schädels war nicht zu verkennen, ebenso wenig wie die Montur, die jedermann an Bord der TIMOR kannte.
    Heydrac Koat war entkommen.
    Eine Menge Gedanken schossen Mentro durch den Kopf. Es war ein leichtes, dem Asporco zu folgen und ihn wieder zurückzubringen. Aber war damit wirklich etwas gewonnen?
    Derjenige, der ihn diesmal freigesetzt hatte, würde ein weites Mal ebenso Erfolg haben.
    Mentro musterte seinen Freund mit fragendem Blick, aber der Afrikaner hatte den Blick gesenkt. Mentro aktivierte den Interkom und verlangte erneut, mit der Schleusenkontrolle zu sprechen.
    Derselbe Feldwebel wurde sichtbar.
    „Alle Schleusen rot?" erkundigte sich Mentro.
    „Jawohl, Sir."
    „Waren alle Schleusen seit meinem letzten Anruf ununterbrochen rot?"
    „Nein, Sir, es gab eine Ausnahme."
    „Welche?"
    „Fußschleuse Sektor A, Sir, für zwei Minuten grün."
    Da war es mit Mentros Geduld zu Ende.
    „Sie hatten ausdrücklichen Befehl, dafür zu sorgen, daß keine Schleuse geöffnet würde!" donnerte er den Feldwebel an. „Wie kommen Sie dazu, meine Anweisung zu mißachten?"
    Das Gesicht des Feldwebels blieb heiter.
    „Von Mißachtung ist keine Rede, Sir. Ich erhielt einen Befehl, der Ihre Anweisung außer Kraft setzte."
    „Welchen Befehl?"
    „Fußschleuse Sektor Afür zwei Minuten auf grün zu fahren und den Asporco ohne Hindernis passieren zu lassen."
    „Wer gab den Befehl?"
    „Der Großadministrator, Sir."
     
    *
     
    „Die Raketenangriffe haben aufgehört. Die Asporcos haben eingesehen, daß sie uns nicht vernichten können. In diesem Augenblick warten sie auf unseren nächsten Zug - voller Angst, könnte ich mir denken. Es entspricht der Tradition der terranischen Raumfahrt, daß auf die feindliche Geste der Eingeborenen von uns mit einer Geste der Versöhnung geantwortet wird."
    Die Stimme des

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