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0280 - Entscheidung am Teufelsfelsen

0280 - Entscheidung am Teufelsfelsen

Titel: 0280 - Entscheidung am Teufelsfelsen
Autoren: Werner Kurt Giesa
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Die Privatmaschine raste in die Schwärze hinein, immer tiefer. »Stürzen wir ab?« keuchte Foster, der sich das nicht erklären konnte.
    Ein seltsames Knistern und Knacken ging durch das Flugzeug. Die beiden Männer im Cockpit erschauerten. Was bedeutete das? Brach die Maschine gleich in der Luft auseinander? Stürzen konnte sie nicht, obgleich die Motoren nicht mehr arbeiteten, sonst hätte der Druck auf den Ohren die Höhenverluste angezeigt. Aber was bedeutete das alles?
    Jemand hämmerte gegen die Verbindungstür. Das mußte Blake Andrews sein, der Eigner des Flugzeuges. Klar, die Sprechverbindung funktionierte ja auch nicht mehr.
    Und da war plötzlich auch das Knacken in den Ohren! Jetzt stürzte die Maschine ab!
    »Fallschirme!« keuchte Bob Coch. »Sag Andrews Bescheid, schnell. Wir müssen raus. Die Kiste fällt plötzlich wie ein Stein, wenn mich nicht alles täuscht…«
    Das Höhenruder sprach nicht mehr an. Die fallende Maschine ließ sich nicht mehr halten.
    Ben Foster schnallte sich los, wollte die Verbindungstür öffnen und Blake Andrews informieren, dem sicher schon Angst und bange wurde. Da wurde es schlagartig wieder hell!
    Und die Elektrik war wieder da! Die beiden Triebwerke sprangen an! Aber war es nicht schon zu spät?
    Das Flugzeug stürzte immer noch, war leicht gekippt und jagte jetzt auch noch mit Vollschub abwärts.
    Bob Coch schrie. Wo war London geblieben, die eigenebelte Stadt? Sie war wie fortgewischt von der vorübergehenden Schwärze! Was war hier geschehen?
    »Wo sind wir?« schrie Coch.
    Felsen! Ein bizarres, hochragendes Felsengebirge, in dem sie in wenigen Augenblicken zerschellen mußten! Aber wie kamen diese Felsmassive hierher?
    Die Menschen im Flugzeug konnten nicht einmal ahnen, was das für ein Gebirge war.
    Die Felsen von Ash’Naduur…
    ***
    »14.31 Uhr. Funkverbindung mit Privatjet AN-ALPHA reißt ab. Vermuten Defekt in Funkanlage des Flugzeuges«, sagte der Funker im Tower des Heathrow-Airports ruhig in das Mikrofon des Aufzeichnungsgerätes. »Weisen allen fliegenden Verkehr an, auf Privatj et zu achten und nach Anweisung der Radarleitstelle auszuweichen.«
    Sein Kollege ging schon auf Breitband. Der Cheffunker erhob sich aus seinem Sitz und eilte hinüber zum Radarraum. »Paßt auf die AN-ALPHA auf. Funk ist abgerissen und…«
    »Radarecho fehlt. Die Maschine ist verschwunden«, rief der Mann am Schirm.
    »Das gibt’s nicht. Eure Antenne hat die Katz gefressen…«
    »Wir haben alle anderen drauf. Die AN-ALPHA gibt kein Radarecho mehr. Spurlos verschwunden!«
    »Das gibt es nicht«, wiederholte der Cheffunker. »Ein Flugzeug kann nicht von einem Moment zum anderen verschwinden. Ist das Gerät etwa abgestürzt, und ihr habt’s verschlafen?«
    »Wir verschlafen nichts!« regte der Mann sich auf. »Du kannst gern die Aufzeichnung abspielen. Die AN-ALPHA war von einem Moment zum anderen weg, gerade als du hereinkamst.«
    »Uhrzeit?«
    Die verriet ihnen die Aufzeichnung. Um 14.33 war die Maschine vom Radarschirm des Kontrollturms und aus der Luft über London verschwunden.
    Wie weggeblasen. Spurlos verschollen, gerade so, als hätte das zweistrahlige Flugzeug niemals existiert.
    »Das ist ein Fall für die Flugsicherung… Wer saß denn überhaupt drin in dem Vogel?«
    »Blake Andrews, ein Ölbaron aus Houston, Texas… Na, hoffentlich fallen seine Aktien nicht so schnell wie sein Flugzeug…«
    ***
    Um 15.10 Uhr fragte ein Mann im gestreiften Anzug nach dem Verbleib der Privatmaschine von Blake Andrews. »Mich wundert, daß die Landung noch nicht durchgegeben wurde. Ich warte auf Mister Andrews, um ihn nach Dorset zu fahren.«
    »Mister Andrews Flugzeug ist noch nicht gelandet. Bitte gedulden Sie sich noch ein wenig. Wir benachrichtigen Sie.«
    Eine halbe Stunde später hatte man ihn immer noch nicht benachrichtigt. Der Mann im gestreiften Anzug fragte wieder nach, diesmal etwas nachdrücklicher. Er ließ sich auch nicht wieder abwimmeln. »Ich will wissen, was los ist. Da stimmt doch etwas nicht. Das Flugzeug ist über eine Stunde überfällig. Hat es einen Unfall gegeben?«
    »Bitte, Sir, wir können Ihnen nichts sagen und…«
    »Sie wollen nicht«, stellte der Mann ruhig fest. »Bitte, Ihr Problem und Ihr Ärger, den Sie bekommen.«
    »Was soll das denn heißen? Wollen Sie uns drohen? Wer sind Sie überhaupt?«
    Der Mann im gestreiften Anzug legte eine Firmenkarte auf die Tischplatte. Die wurde eingehend studiert, und dann wurde man plötzlich sehr geschäftig.

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