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Taylor Jackson 05 - Symbole des Bösen

Taylor Jackson 05 - Symbole des Bösen

Titel: Taylor Jackson 05 - Symbole des Bösen
Autoren: J.T. Ellison
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Simari. Sie war ein netter Mensch, immer einen Spruch auf den Lippen, aber auch ernst, wenn es sein musste. „Warum gibst du uns nicht eine kurze Zusammenfassung, und danach schauen wir uns in Ruhe am Tatort um?“ Sie trug sich in die Anwesenheitsliste ein und reichte den Stift an Baldwin weiter. Alles genau nach Vorschrift, so war es ihr am liebsten.
    „Gerne. Die Leiche ist ein siebzehnjähriger weißer Junge namens Jerrold King. Seine Schwester Letha hat ihn entdeckt, nachdem sievon einer Einkaufstour mit ihren Freundinnen zurückkam – sie gehen beide auf die Hillsboro, hatten heute aber wegen einer Lehrerfortbildung einen halben Tag frei. Sie sagt, sie wäre in sein Zimmer gegangen, um sich eine CD zu leihen, und habe ihn nackt auf dem Bett vorgefunden. Sie rief 911, doch er war bereits tot, als die Rettungssanitäter eintrafen.“
    „Selbstmord?“, fragte Taylor.
    „Glaube ich kaum“, erwiderte Simari grimmig. „Außer er stand auf Schmerzen.“
    „Schmerzen?“ Baldwin hob fragend die Augenbrauen.
    Simari biss sich auf die Unterlippe. „Ich denke, ihr solltet euch das selber anschauen. Deshalb habe ich dich direkt angefordert.“
    Taylor musterte sie für einen Moment, dann zuckte sie mit den Schultern. „Okay. Gehen wir. Baldwin, du kommst mit mir. Marcus, Lincoln, könnt ihr euch mal unter den Leuten umhören?“ Sie zeigte auf die Auffahrt des Nachbarhauses, auf der sich eine kleine Gruppe Menschen versammelt hatte, einige in Kostümen, andere offensichtlich gerade von der Arbeit kommend. Die Anzüge waren den Verkleidungen im Verhältnis von drei zu eins überlegen. „Fragt, ob irgendjemand was gesehen hat. McKenzie? Sorg dafür, dass die Rechtsmedizin auf dem Weg ist. Wir brauchen jemanden, der die Todesursache untersucht, und Kriminaltechniker zur Spurensicherung.“
    „Wird erledigt.“
    Taylor folgte Simari die kunstvollen Stufen zum Haus hinauf und zwischen weißen, dorischen Säulen hindurch auf eine breite Veranda. Ein Hexentrio hockte zwischen zwei mit Spinnweben verzierten Schaukelstühlen; die Tür wurde von Chrysanthemen in schwarzen, schmiedeeisernen Töpfen flankiert, die orangefarbenen Blüten wirkten frisch und neu.
    Taylor band sich ihre Haare schnell zum Knoten und zog dann die lilafarbenen Gummihandschuhe über. Baldwin tat es ihr gleich – mit einem Mal waren ihre Hände die Werkzeuge von Profis und nicht mehr die Empfänger von zärtlichen Küssen. Sie konnten weder riskieren, den Tatort mit ihrer eigenen DNA zu verunreinigen, noch die Ermittlung in dem Fall durch ihre persönliche Beziehung zu beeinträchtigen. Anfangs war es Taylor schwergefallen, so zu tun, als wären sie und Baldwin nicht gefühlsmäßig miteinander verbunden. Inzwischen fiel es ihr leichter. Sie hatte sich einige seiner Techniken zur Wahrungemotionaler Distanz abgeschaut.
    Simari hatte sich auch schon Handschuhe übergezogen und betrat nun als Erste das Haus.
    Ein Teenager mit schlechter Haut und einem tiefschwarzen Bob saß am Fuß der Treppe. Das Mädchen war kreidebleich und zitterte. Sie hatte schwarze Ringe unter den Augen und einen Hauch dunklen Lippenstift im Mundwinkel. Ihre Lippen waren zu einer dünnen Linie zusammengepresst, als fürchtete sie, ihre Welt würde zusammenbrechen, sobald sie den Mund öffnete.
    „Lieutenant Jackson, das ist Letha King. Sie hat die Leiche gefunden.“
    Taylor beugte sich vor, um mit dem Mädchen auf Augenhöhe zu sein. „Letha. Dein Verlust tut mir sehr leid. Sind deine Eltern auf dem Weg hierher?“
    Das Mädchen sah ihr nicht in die Augen, sondern schüttelte nur den Kopf. Simari schaltete sich ein. „Sie sind auf Reisen. Wir versuchen gerade, sie zu erreichen.“
    Letha schlang die Arme um ihre Taille, versuchte, sich selber zusammenzuhalten. Ihre Nägel waren schwarz lackiert, der Lack blätterte an einigen Stellen bereits ab. Taylor war versucht, die Hand auszustrecken und das Mädchen zu berühren, ihr ein wenig Wärme und Trost zu spenden, doch sie hielt sich zurück. Erst musste sie den Toten sehen, danach konnte sie sich Gedanken über die Lebenden machen.
    Sie trat zurück auf die Veranda und pfiff nach McKenzie. Er war am Handy und hob fragend die Augenbrauen. Sie bedeutete ihm, herzukommen. Er nickte, sagte noch etwas ins Telefon, klappte es dann zu und kam zu ihr. Taylor sprach sehr leise.
    „Im Haus sitzt die Schwester des Opfers. Das Mädchen ist total verstört. Sie bräuchte jemanden, der sich ein wenig um sie kümmert. Würde es dir etwas

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