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Söhne der Erde 24 - Robot-Planet

Söhne der Erde 24 - Robot-Planet

Titel: Söhne der Erde 24 - Robot-Planet
Autoren: Susanne U. Wiemer
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Robotplaneten.
    »Ky C! Du hier? Du hast das getan?«
    »Ich habe das getan, ja.«
    »Wo ist der Planer?«
    »In Sicherheit, Ky Y. Und deine Roboter gehorchen dir nicht. Du wirst kein Unheil mehr anrichten.«
    Die Greifarme und Tentakel surrten, zuckten. Ein helles, böses Summen erklang.
    »Nicht du, Ky C! Du kannst es nicht getan haben. Oder nur, wenn dir der Planer die Anweisungen gegeben hat. Aber du wirst mir das Geheimnis verraten. Du wirst es mir verraten, oder ich werde dich töten.«
    »Lebe ich denn, Ky Y? Lebst du? Sind wir nicht Maschinen?«
    »Ja!« stieß der Wahnsinnige hervor. »Maschinen! Ja, ja! Maschinen sind stärker. Sie werden herrschen, werden den Planer hinwegfegen, werden ...«
    Mit einem scharfen Zischlaut schwebte Ky Y näher, ließ seine Greifarme vorzucken und versuchte, die Kameraaugen des anderen zu treffen.
    Ky C wich zurück, stieß gegen ein Instrumentenpult, wickelte blitzartig einen geschmeidigen Tentakel um das Angriffswerkzeug. Metall brach mit scharfem Knacken. Klirrend stießen die Körper zusammen, suchten sich zu packen, ließen verborgene Antriebsaggregate lauter und durchdringender singen. Ky Y und Ky C ... Gelmar und Luhar ... In der Zentrale über der Kältekammer entbrannte ein wilder Kampf Kyborg gegen Kyborg, ein Kampf zwischen zwei Gehirnen, die weder Maschine noch Mensch sein konnten, zwischen Ky Y, der Gelmar haßte, und Ky C, der um Luhar trauerte. Messias der Maschinen und Hüter des Lebens - ineinander verkrallt in einer tödlichen Umschlingung, in einem Kampf, der über mehr als die Vernichtung eines Gehirns entschied.
    Es war der Wahnsinnige, der sich aus der Umklammerung löste und zurückschnellte.
    Lag Triumph in dem hellen Summen, das der Lautsprecher produzierte? Jetzt endlich konnte Ky Y die im Metall seines Körpers verborgenen Waffen aktivieren: Weiß und gleißend zuckten Blitze durch die Luft, fuhren dicht über den zweiten Kyborg hinweg und fraßen sich zischend in die Wand dahinter.
    »Gehorche!« dröhnte die Metallstimme des Wahnsinnigen. »Gehorche, Ky C! Gib mir die Kontrolle zurück, oder ich werde dich töten!«
    »Gut, Gelmar.«
    »Ich bin nicht Gelmar!«
    »Gut, Ky Y«, sagte Luhar ruhig. »Ich sehe ein, daß ich keine Wahl habe. Ich werde dir die Kontrolle über die Roboter zurückgeben.«
    Langsam schwebte der Kyborg, der Luhar gewesen war, auf den Zentralcomputer zu.
    Ein Strahlenblitz hatte ihn gestreift und die Außenhaut der Kugel geschwärzt. Nur noch ein Teil seiner Kameraaugen arbeitete, und zwei Greifarme hingen gebrochen herab.
    Aber ein Tentakel genügte ihm, um den Schalter zu bedienen, der die Selbstvernichtungs-Anlage in Tätigkeit setzte.
    *
    Der dumpfe Krach der Explosion erschütterte selbst die tiefsten Gewölbe.
    Charru, Camelo und Dane Farr zuckten zusammen. Jiri Abako hob erschrocken den Kopf. Seine schmalen Lippen wurden noch blasser.
    »Luhar!« flüsterte er.
    »Aber ...«
    »Die Selbstvernichtungs-Anlage! Luhar hätte längst zurück sein müssen. Er hat gewartet - auf Gelmar gewartet, um ihn und sich zu töten.«
    Sekundenlang blieb es still.
    Still bis auf das ferne Poltern von Trümmern, das Ächzen von Metall, das Hallen stählerner Wände. In einem langgezogenen Vibrieren lief das Lärminferno aus. Jiri Abako richtete sich schwankend auf, die Augen weit geöffnet.
    »Ich muß es wissen«, murmelte er. »Ich muß ihn sehen.«
    Charru warf seinen Gefährten einen Blick zu. Camelo und Dane Farr nickten. Sie waren ebenfalls aufgestanden.
    »Wir kommen mit«, sagte Charru knapp.
    Der Fremde lächelte - ein rasches, dankbares Lächeln. »Ich nehme an, daß ein Teil des Transportsystems zusammengebrochen ist. Aber dort, wo Luhar mit euch die Anlage betreten hat, führt einer der Notschächte nach oben.«
    »Sind Sie sicher, daß die Explosion Ihre Roboter nicht wieder aktiviert hat?« wollte Dane Farr wissen.
    »Ganz sicher. Sie sind jetzt - leer, ohne jede Programmierung, tote Hüllen. - Beeilen wir uns!«
    Der Fremde ging voran.
    Seine Schritte, eben noch schwankend, wurden zusehends sicherer. Nur einmal, in dem Raum, wo die verschiedenen Schächte und Transporttunnel zusammenliefen, blieb er ruckartig stehen und lauschte.
    Dumpfes Ächzen und Quietschen durchzitterte die Luft.
    Abako zuckte zusammen. Die anderen begriffen im gleichen Augenblick, daß sich durch den Tunnel, den sie selbst benutzt hatten, eine Kabine näherte. Charru nahm das Lasergewehr von der Schulter, machte zwei Schritte nach vorn und schob den

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