Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio

Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio

Titel: Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio
Autoren: Alan Burt Akers
Ads
ergriff die Flucht. Der fünfte Mann starrte verblüfft und verständnislos auf den Griff des Schwerts. Die Klinge steckte ihm im Hals. Seg vermag nicht nur Pfeile zu verschießen, sondern im Zweifel auch eine schwere Klinge zu schleudern ...
    Der Kampf war vorüber, kaum daß er begonnen hatte.
    »Doms, sind das Freunde von euch?«
    »Nein, Dahram, die haben wir noch nie gesehen.«
    »Anscheinend war unsere Reise zwecklos«, bemerkte Seg. »Außerdem ist die Flasche zerbrochen ...«
    »Ja«, erwiderte ich. »Laßt uns gehen!«
    Seg rückte seinen Gürtel zurecht.
    »Trinkst du in einer angenehmeren Taverne eine Runde mit uns? Wir stehen in deiner Schuld.«
    »Wegen der kleinen Rangelei?«
    »Weil du die verdammten Attentäter durcheinandergebracht hast.«
    Seg zerrte sein Schwert frei. Dazu mußte er dem Toten gegen die Schulter treten. »Du hast diese Gestalten schon einmal gesehen?«
    »Nein«, antwortete Dahram. »Nein, diese Leute kenne ich nicht. Ich bin im Augenblick tazil, suche eine Anstellung. Ich hatte gehört, ein Kaufmann hier würde Wächter einstellen.«
    »Es gibt hier viele Gasthäuser, in denen Wächter angeworben werden.«
    »Da hast du recht. Na gut. Aber die erste Runde geht auf mich.«
    »Gibt es in irgendeiner Sprache schönere Worte?« fragte Seg.
    In aufgeheiterter Stimmung verließen wir das Rote Weinfaß. Zweifellos wußte der kleine Och, wie er die Toten loswerden mußte.
    Dieser Gedanke ernüchterte mich. Meine beiden Spione waren auf dieselbe Weise beseitigt worden, ihre Leichen im Fluß wieder aufgetaucht ...
    Wir stellten uns Dahram als Nath der Hammer und Naghan der Pfeilschnitzer vor, doch schien er nicht recht an diese Namen zu glauben. Das störte mich nicht. Dahram, so nahm ich an, war ein zufälliger Bekannter, eine angenehme Begleitung für einen Zug durch die Stadt außerhalb des Heiligen Viertels, in dem sich die Edelleute und vornehme Jugend der Stadt umtat. Er würde sich als Wächter bei einem Kaufmann verdingen und in wenigen Tagen die Stadt verlassen ...
    Wir stolzierten über den Platz, auf dem während des Tages die Jongleure aufgetreten waren. Dabei hielten wir aufmerksam Ausschau nach der Frau, die dem Kampf hatte entkommen können. Seg faßte meine Einschätzung der Situation in Worte.
    »Der Zopfträger, den Dahram niedergestreckt hat, und die Frau haben die drei Gauner angeheuert, um uns zu überfallen. Zopf ist tot. Ob wir der Frau je wieder über den Weg laufen?«
    »Aye, Doms!« rief Dahram. »Sie sah wirklich bösartig aus, das kann man wohl sagen.«
    »Mir sind eigentlich nur das zusammengerollte Haar und die lange spitze Hexennase aufgefallen.« Während ich diese Worte äußerte, suchte mein Blick die Schatten am Fuße der Mauern ab, die dunklen Ecken, die der Fackelschein nicht zu erhellen vermochte. »Und an ihrem Finger ein Ring so groß wie ein Loloo-Ei.«
    »Du übertreibst, Dom! Eher so groß wie eine Walnuß!«
    »Bestimmt ein Giftring«, bemerkte Seg weise. »Sie kann den Deckel aufklappen und so viel Gift in einen Kelch schütten, daß einem ganzen Regiment die Zehennägel hochklappen würden.«
    »Wie ich schon sagte«, fuhr Dahram der Kühne fort, »ihr habt wirklich nette Freunde.« Dann mußte er über seine eigenen Worte lachen – eine Angewohnheit mancher Leute, die nicht unbedingt kränkend sein muß, wenn man sie sich als Menschen vorstellt. Dann fuhr er fort: »Da hätten wir den Calsany und die Fliege. In der Schänke werden Wächter angeheuert.«
    »Man kann dort auch Getränke kaufen«, sagten wir im Chor.
    Der Umgang mit dem Schwert macht durstig, o ja.
    Obwohl die sinnlosen Kriege der verstorbenen Herrscherin Thyllis vorbei waren und auch die Auseinandersetzungen im Lande geendet hatten, herrschte noch großer Bedarf an Kämpfern.
    Die alten eisernen Legionen Hamals formierten sich neu. Noch immer wurden Söldner benötigt. Jeder Mann, jede Frau, jedes Kind, das schon mitdenken konnte, wußten, daß die Fischköpfe, die Shanks, die von weither über das Meer segelten, inzwischen die größte Gefahr darstellten.
    Eine Gefahr, die in der nächsten Zeit nur noch wachsen konnte.
    Dahram der Kühne würde keine Mühe haben, einen Kaufmann zu finden, der ihn in Sold nahm.
    Wir setzten uns in eine ruhige Ecke des Calsany und Fliege und bestellten die Becher.
    »O ja, Doms«, sagte Dahram, stellte sein Getränk ab und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund. »Ich stamme aus Theakdrin, einem Land, von dem ihr bestimmt noch nicht

Weitere Kostenlose Bücher

Miles Flint 01 - Die Verschollenen
Miles Flint 01 - Die Verschollenen von Kristine Kathryn Rusch
Der Sommer der Toten
Der Sommer der Toten von Michael T. Hinkemeyer
Die Arbeit der Nacht
Die Arbeit der Nacht von Thomas Glavinic