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Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio

Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio

Titel: Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio
Autoren: Alan Burt Akers
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Schuldgefühlen geplagt – weil er mich im Stich gelassen hatte –, doch zugleich kam seine feste Überzeugung zum Ausdruck, die auch ich ihm gegenüber aufbrachte – daß wir beide es irgendwie schaffen würden.
    Milsis Gedanken suchten mich ebenfalls heim, und ich hätte Seg gewünscht, die Wahrheit zu wissen.
    Und die anderen ... ich verschloß meinen Verstand vor ihren Gedanken. Es war nicht recht, sie zu belauschen, in ihre Privatsphäre einzudringen. So etwas verbat sich von allein! Es war ...
    »Es geht nicht anders, Dray Prescot, Onker aller Onker! Du mußt Bescheid wissen .«
    »Bescheid wissen – worüber?«
    »Na, über die Dinge, die du nützlicherweise wissen solltest. Mehr nicht.«
    »Die Frage hätte ich mir sparen können, wie?«
    Meine Torheit wurde fortgeschwemmt.
    Das Bild veränderte sich.
    Die Stimme sagte: »Dies ist geschehen, dies ist Rauch, der bereits vom Wind fortgerissen wurde.«
    Ich sah eine kleine versteckte Kammer, übersät mit Blumen. Ich vermochte ihren betäubenden Geruch wahrzunehmen. An einem niedrigen Tisch saß eine Frau und beugte sich anmutig vor, um die Schnur ihrer wadenhohen Stiefel aufzuschnüren. Sie trug rotlederne Jagdkleidung und hatte ein Rapier an den Tisch gelehnt, auf dem, durch den abgelegten Gurt mit der Scheide verbunden, die dazu passende Main-Gauche lag. Ein seltsamer Schimmer bewegte sich über das Bild, und plötzlich war die Frau, die mir noch immer den Rücken zuwandte, in strahlendes Weiß gekleidet. Ihr braunschimmerndes Haar fiel in weichen Wellen herab, ihre Figur blendete das Auge. Sie hob die Arme, um das weiße Gewand zu öffnen, und ich erkannte, daß seit dem Augenblick, da ich sie zuerst gesehen hatte – nur wenige Herzschläge war es her –, eine gewisse Zeit vergangen war. In dieser kurzen Periode war eine ganze Nacht verstrichen.
    Sie drehte sich zu mir um.
    Ja – ja!
    Ich hatte es gewußt! Ich hatte sie sofort erkannt. Nun lächelte meine Delia, nun zeigte sie jenes Lächeln, das mich immer wieder schwach macht, das mich zerpreßt und auswringt und zerschmettert zu ihren Füßen niedersinken läßt – wenn sie will. Sie lächelte mich zur Begrüßung an.
    »Du weißt, daß ich dich verlassen muß? Ich wünschte, es wäre anders, aber ...«
    Sie richtete die Worte an eine zweite Person in dem Raum, in jenem versteckten, blumengeschmückten Zimmer. Der Schatten der näher kommenden Person bewegte sich über den Tisch.
    Eine durchdringende Stimme sagte: »Ich weiß, daß du fort mußt, aber es ist mir zuwider!«
    »Ich muß – also brauchen wir keine Worte mehr darüber zu verlieren. Außerdem bin ich schon spät dran.«
    Ein Mann trat ins Bild. Er wendete mir den Rücken zu. Ich erblickte einen großgewachsenen, kräftigen Kerl mit Muskeln wie Riesenschlangen. Er trug einen blöden gelben Lendenschurz. Ich riß die Augen auf. Ein bitterer Geschmack breitete sich in meinem Mund aus.
    »Du wirst nicht verzweifeln, wenn ich fort bin«, sagte Delia. »Doch, doch, natürlich fällt es dir schwer. Also, du weißt ja, wie es ist.«
    Und mit aufdringlicher Stimme bellte der Kerl: »Ich weiß! Aber ehe du deine rotlederne Jagdkleidung und deine schwarzen Stiefel anziehst und Rapier und Dolch anlegst, sollten wir ... mein Schatz, ich bin sicher, dazu ist noch Zeit.«
    Und Delia aus den Blauen Bergen, Delia von Delphond lachte, sie bedachte das muskelbepackte Ungeheuer mit ihrem entzückenden, ein wenig spöttischen Lachen. Sie stand auf und bot das prächtige Bild einer Frau, die sich ihrer Kraft und Macht bewußt ist, ohne dieses Privileg zu mißbrauchen. Herrlich sah sie aus, atemberaubend schön. Auf zwei Welten war mir nichts so wichtig wie meine Delia, dabei nahm der häßliche Kerl sie in die Arme und drückte sie an sich, wie ein Leem sich auf seine Beute stürzt, und ich sah, wie er sie umarmte, ich beobachtete seine Sanftheit und Zärtlichkeit, die so gar nicht zu seinem Äußeren paßten.
    Da schwang dieser ... diese Person Delia herum, und ich sah sein Gesicht.
    Und ich schaute in mein Gesicht.
    Und da erinnerte ich mich an die Szene, die sich vor mir abspielte. Sie war eine von vielen, die Delia und ich durchlebt hatten, wenn sie mal wieder zu geheimen Unternehmungen für die Schwestern der Rose aufbrach.
    Ich ließ mich in den fauchenden Stuhl der Herren der Sterne zurücksinken und erschauderte. Denn ich spürte den Trennungsschmerz, den Delia durchmachte wie ich; wie immer steckten wir beide in einem Netz von Verpflichtungen, das

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