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Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio

Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio

Titel: Saga von Dray Prescot 27 - Pandahem-Zyklus 01 - Die Labyrinthe von Scorpio
Autoren: Alan Burt Akers
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    »Warum nicht?«
    Nach der Art alter Kämpfer hatten wir automatisch die Bewaffnung der Zecher im großen Gastraum des Roten Weinfasses taxiert. Die meisten waren einfache Handwerker. In unserer Ecke saßen noch einige Kaufleute. Drei Tische weiter, hinter den Flick-Flock-Spielern, hockten fünf Männer mit den Köpfen dicht zusammen; sie waren uns gleich aufgefallen. Von Zeit zu Zeit warfen wir prüfende Blicke hinüber. Sie waren weder Handwerker noch Kaufleute; sie trugen Waffen, drei waren in Schuppenpanzerjacken, zwei in einfache Wamse gekleidet.
    »He, Wirt!« rief Seg, richtete sich halb auf und streckte eine Hand aus. »Schau dir das an! Ein wunderhübscher Silber-Sinver mit dem Kopf der Herrscherin Thyllis!« Er blies die Wangen auf. »Der seligen Herrscherin Thyllis!«
    Erfreut trottete der kleine Och herbei.
    »Alles zur rechten Zeit, gutes Silber, Horter.«
    »Aye! Noch eine Flasche!«
    Amüsiert beobachtete ich Segs Spielchen aus dem Augenwinkel, während ich mich einer Bewegung zuwandte, die sich von den Tischen der Kaufleute her näherte. »Hat sich im Saum verfangen!« rief Seg. »Scheint von einem Halbblinden genäht zu sein, dem könnte ich jetzt aber glatt die Glatze küssen!«
    Abrupt manifestierte sich die Bewegung.
    Ein überaus großer und außergewöhnlich haariger Mann stürzte sich förmlich auf mich. Dabei stieß er einen Tisch um, der ihm im Weg stand. Sein Gesicht war rot angelaufen, die Augen quollen vor, Schaum stand ihm auf den Lippen, während er mich anbrüllte: »Ich ziehe dir die Eingeweide heraus und erdrossele dich damit, Uldor der Mächtige stehe mir bei!«
    Mir blieb eben noch Zeit festzustellen, daß er ein zottiges, pelziges Kleidungsstück trug, dessen Massigkeit eine darunter getragene Rüstung verhieß, aber da war er schon an unserem Tisch angekommen. Seg torkelte zur Seite, erholte sich aber mit katzengleicher Wendigkeit wieder. Ruckartig wich ich dem Hieb einer hammergroßen Faust aus.
    »Bei Zair! Was soll das ...?« brüllte ich.
    Die haarige Masse fegte den Tisch zur Seite. Die Überreste unseres Weins spritzten zu Boden. Wieder wurde die Faust geschwungen, und der Wahnsinnige brüllte: »Ich kenne dich, Planath der Schlaue! Der Augenblick der Abrechnung ist gekommen!« Und wieder holte er aus.
    Ich duckte mich.
    »Ich bin doch gar nicht ...«
    »Halt still, Planath, du Rast, du Yetch! Ich zerdrücke dir die Kehle! Ich, Dahram der Kühne! Ertrage deine gerechte Strafe wie ein Mann, Cramph!«
    Er verhedderte sich an dem umgestürzten Tisch. Stolpernd trat er um sich und ruderte mit den Armen. Er hatte nur zwei, denn er war ein Apim wie ich, ein Angehöriger der Homo sapiens-Rasse. Aber er war großgewachsen und behaart und ziemlich außer sich. Da blieben mir verflixt wenige Möglichkeiten, bei Zair!
    Sein rot angelaufenes Gesicht, die vorstehenden Augen rückten erneut näher. Er hatte keine drei schwarzen Zöpfe, seine Nase war nicht nach Backbord geknickt, und beide Ohren waren vorhanden.
    »Uldor der Mächtige ist mein Zeuge, daß ich geschworen habe, mich an deiner Haut zu rächen, Planath der Schlaue! Die Stunde des Todes ist gekommen ...«
    Jäh hörte er auf herumzutönen.
    Dies lag vor allem daran, daß ich ihm eine Hand um die Kehle legte und ein wenig zudrückte. Mit der anderen erwischte ich seinen linken Arm und drehte ihn nach hinten – nicht grausam, nicht boshaft, nur so viel, daß er sich rücksichtsvoll bückte und die verdrückte rote Nase an der Kante des umgestürzten Tisches entlangrieb.
    Dann brüllte ich ihm ins Ohr.
    »Ich bin nicht Planath der Schlaue, Dahram!«
    Er grunzte. Ich lockerte ein wenig den Griff.
    »Ich weiß, daß du nicht Planath der Schlaue bist«, ächzte er. »Der hätte es nie geschafft, mich in den Griff zu bekommen! Ich entschuldige mich, Dom, ich entschuldige mich ernsthaft – aber seine Visage ...«
    Seg lachte.
    »Das soll dich lehren, der Natur nicht mehr ins Handwerk zu pfuschen!«
    Seg wußte, daß ich mein Gesicht mit Hilfe einer Methode, die ich bei einem berühmten Zauberer aus Loh gelernt hatte, unauffällig verändern konnte. So hatte ich mein bärbeißiges Gesicht ein wenig abgemildert, in der Hoffnung, Seg nicht zu sehr aufzuregen. Offenbar hatte ich mich dabei dem Aussehen Planaths genähert.
    Ich ließ Dahram den Kühnen los.
    Der Mann rieb sich die Kehle und beäugte mich. Er war ein ordentlicher, massiger, riesiger Mann. Unter dem Pelz befand sich tatsächlich eine Rüstung. Sein Schwert

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