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Roter Fluch - Wells, J: Roter Fluch - Mage in Black - Red-Headed Stepchild Trilogie 2

Titel: Roter Fluch - Wells, J: Roter Fluch - Mage in Black - Red-Headed Stepchild Trilogie 2
Autoren: Jaye Wells
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1

    Der Laden der Kum-N-Go-Tankstelle war in kränklich fluoreszierendes Licht getaucht und im Autobahn-Chic gehalten. Ein Aroma aus kaltem Rauch, Urinstein und Rachenputzer-Kaffee hing im Raum und ließ mich auf dem Weg zum Bankautomaten durch den Mund atmen. Ich war an der Reihe, das Benzin zu bezahlen, weshalb meine oberste Priorität nicht wie üblich darin bestand, das Regal mit den Schokoriegeln zu durchforsten, sondern erst einmal Geld zu holen.
    Während ich meine Geheimzahl eingab und wartete, plauderte Adam vorne im Laden mit dem Verkäufer. Zwischendurch warf er mir einen Blick zu und zog die Augenbrauen hoch. Ich nahm mir einen Moment Zeit, um seinen Hintern zu bewundern, der seine Jeans so knackig ausfüllte. Selbst nach zwei Tagen ununterbrochener Autofahrt sah er mit seinem Dreitagebart und dem erschöpften Lächeln immer noch verdammt sexy aus. Zu dumm, dass ihn seine Magierabstammung tabu für mich machte.
    Ehe ich ins Starren verfallen konnte, blickte ich aus dem Fenster. Adams SUV und meine kirschrote Ducati boten auf dem leeren Parkplatz die einzige Abwechslung. Die hundertachtzig Pferde meines Motorrads ruhten zahm auf einem Anhänger hinter Adams Giganten. Ehe
wir in Kalifornien losgefahren waren, hatte er versucht, mich davon zu überzeugen, dass ich in New York keinen fahrbaren Untersatz brauchen würde. Aber ich ließ mich nicht umstimmen. Die Ducati war das einzig Gute, das mir aus meinem alten Leben noch geblieben war. Sie zurückzulassen, kam nicht infrage.
    Ein weißes Etwas zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich beobachtete, wie Stryx auf dem Dach über den Tanksäulen landete. Das rotäugige Eulenmännchen war uns den ganzen Weg von Kalifornien bis hierher gefolgt, und ich nahm an, er würde uns auch in New York Gesellschaft leisten. Ich hatte mich inzwischen so sehr an seine Gegenwart gewöhnt, dass ich mir nicht mehr den Kopf darüber zerbrach, warum er mich eigentlich nicht mehr aus den Augen ließ. Er machte keinerlei Probleme, was man leider nicht von allen meinen Reisegefährten behaupten konnte.
    Die Scheinwerfer eines tiefschwarzen Mercedes fielen durch die Fensterscheibe. Der Wagen hielt auf der anderen Seite von Adams Escalade, so dass ich nicht sehen konnte, wie der Fahrer ausstieg. Ich wartete einen Moment, ob er ebenfalls hereinkommen würde, um zu zahlen, doch das laute Piepen des Geldautomaten lenkte mich ab.
    Ich nahm das Bündel Zwanziger, den die Maschine ausgespuckt hatte, und schob ihn in die Tasche. Zum Glück gab es mein Konto noch. Unter einem falschen Namen auf den Caymans lag dort der Großteil meiner Ersparnisse. Als ich es eröffnet hatte, war es eher eine halbherzige Lieber-Vorsicht-als-Nachsicht-Aktion gewesen, aber inzwischen belief sich die Summe auf fast alles, was ich noch besaß.

    Ich wollte mich gerade zum vorderen Teil des Ladens umdrehen, als ich drei Rotschöpfe hinter Adams Wagen hervorkommen sah. Mein Herz setzte einen Moment lang aus und begann dann heftig zu pochen.
    Wie hatten sie mich so schnell gefunden?
    »Adam! Wir bekommen Besuch!«
    Meine Hand schnellte an den Hosenbund und wollte die Waffe herausziehen. Ich fluchte, als mir klar wurde, dass ich sie zusammen mit einer Packung Apfelcidre-Munition auf der Ablage im Auto hatte liegen lassen. Nach mehreren Tagen auf der Straße ohne jeglichen Zwischenfall war ich nachlässig geworden. Jetzt musste ich dafür zahlen und mich drei Auftragskillern mit nichts weiter als zwei Essstäbchen aus Apfelholz stellen, die mir im Haar steckten.
    Na, großartig.
    Der Sterbliche hinter der Ladentheke trug einen roten Kittel mit einem Namensschild, auf dem »Darrell« zu lesen war.
    »Sperren Sie sich lieber in Ihrem Lagerraum ein, Darrell«, riet ich ihm.
    »Hä?«
    Ich fletschte die Zähne und zeigte ihm meine Beißerchen. Dann zog ich ihn unsanft über die Theke zu mir rüber. »Verschwinde von hier!«
    Vorne auf seiner zerknitterten Khakihose bildete sich ein feuchter Fleck. Einen Moment lang stammelte er hilflos vor sich hin, dann nahm er Reißaus. So schnell ihn seine Füße trugen, rannte er in den hinteren Teil des Ladens.
    Adam hatte die Neuankömmlinge bereits gesehen. »Freunde von dir?«

    Ich drehte mich zur Tür und beobachtete, wie die drei Vampire näher kamen. »Der Linke ist Nick Konstantine. Sticht gerne mal zu, pass also auf deinen Rücken auf.« Nick gehörte zu dem Typ Vampir, der uns andere in Verruf brachte. Er vergewaltigte seine Opfer gern, bevor er sie leertrank. Echter Abschaum,

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