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My Story - Streng geheim - Verliebt in einen Cowboy

Titel: My Story - Streng geheim - Verliebt in einen Cowboy
Autoren: Sandra Ziegler
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Westernpferde
    N achdem die Sonne erst mal zögernd hinter den Wolken hervorgekommen war, setzte sie sich immer erfolgreicher gegen die dichte Wolkenwand durch. In den Pfützen spiegelte sich bald schon der blaue Himmel, und es sah so aus, als ob der Regen endgültig davonziehen würde. Gott sei Dank! Es wurde auch Zeit.
    Entschlossen packte ich den Sack mit Möhren und schnallte ihn auf meinen Gepäckträger. Ich war sowieso schon spät dran, da ich erst einen Berg an Hausaufgaben zu erledigen hatte und dann auch noch den Regenschauer abwarten musste. In den letzten Tagen, eigentlich Wochen, war ich oft genug im strömenden Regen zum Stall gefahren. Ende April konnte es doch eigentlich langsam Frühling werden!
    Ich radelte die Chaussee entlang, die zu dem alten Bauernhof führte. Mm, wie das Gras nach so einem Schauer duftete. Herrlich! Wie frisch gewaschen sah alles aus. Nun konnte ich doch bei Sonnenschein ausreiten, falls ich dazu die Zeit finden würde. Denn bis ich meinen Racker von dem ganzen Schmutz befreit hatte, würde es sowieso wieder viel zu spät sein, um noch eine Runde zu drehen. Mist! Es wurde echt Zeit, dass das Wetter besser wurde und wir endlich Ferien bekamen. Das war ja nicht normal, was wir an Hausaufgaben
aufbekamen und für Schulaufgaben lernen mussten. Ich hatte schließlich noch ein Leben neben der Schule und das bestand vor allem aus meinem Pferd. Nun gut, zumindest kamen demnächst einige Feiertage und das versprach verlängerte Wochenenden und bis zu den Sommerferien war es dann auch nicht mehr allzu lange hin.
    Wegen des schweren Möhrensacks kam ich nicht besonders voran. Außerdem musste ich den Schlaglöchern, die bis obenhin voller Wasser standen, ausweichen und fuhr in ziemlichem Zickzack die Straße entlang. Zum Glück kam mir kein Auto entgegen! Aber hier auf der alten Chaussee war das sowieso eher selten.
    Die Straße führte direkt zu unserem Offenstall, der sich auf dem Anwesen von Bauer Körner befand. Nur noch um die Biegung, und dann würde ich das Fachwerkhaus sehen. Bauer Körner vermietete einige Boxen an Pferdebesitzer und betrieb noch eine kleine Landwirtschaft. Das mit dem Offenstall war Flohs Idee gewesen, dem ich es daher zu verdanken hatte, dass mein Racker jeden Tag wie ein Schwein aussah, da er sich genauso tierisch gern im Matsch wälzte wie das rosa Borstenvieh.
    Ich fuhr auf den Hof und stellte mein Rad an der Scheune ab. Direkt dahinter befand sich unser Offenstall.
    Â»Ach du liebe Güte! Wie seht ihr denn aus?«, entfuhr es mir, und ich starrte entsetzt auf die drei schlammpanierten Pferde.
    Seufzend öffnete ich das Gatter und ging in den kleinen Raum neben dem Stall, in dem Futter, Sättel, Zaumzeug, Schubkarren, Mistgabeln und auch meine Gummistiefel lagerten. Ich zog sie mir an und schnappte mir Halfter und Führstrick. Als Painted Diamond, wie mein achtjähriger Pinto-Araber mit wohlklingendem Namen hieß, mich damit
sah, warf er seinen gescheckten Hals in die Höhe und trabte flugs davon.
    Â»Diamond! Komm sofort her! Ich habe keine Lust auf dieses Spielchen!«, rief ich wütend und machte mich daran, mein Pferd einzufangen. Doch Painted Diamond tat so, als hätte er mich nicht gehört, und trabte mit hoch erhobenem Schweif über den Auslauf, der vor allem im hinteren Teil äu ßerst schlammig war. Durch den Regen der letzten Wochen hatte die Dränage das viele Wasser nicht mehr auffangen können. Sobald es einige Tage trocken blieb, mussten wir unbedingt eine neue verlegen.
    Seufzend blickte ich meinem Braunschecken nach, der heute von der Ferne eher einem Rappen ähnelte, denn von den weißen Flecken war im Moment nichts zu erkennen. Dabei war Painted Diamond eigentlich ein wunderschönes Pferd. Er besaß schwarzes Mähnen- und Schweifhaar und dunkelbraune, große Flecken auf weißem Grund - ein Tobiano-Typ eben. Der Kopf war leicht konkav gebogen und hatte eine weiße Blesse.
    Ich hatte gescheckte Pferde schon immer toll gefunden, war ein Fan von Westernpferden und ritt auch western. Das Einzige, was mich an Quarter und Paint Horses immer schon gestört hatte, war ihr eher kompakter, muskulöser Körperbau. Mir gefielen die schlankeren Vollblüter, vor allem Araber, besser. Tja, und als der große Tag vor zweieinhalb Jahren - da war ich zwölf - endlich da war, an dem ich mein eigenes Pferd bekommen sollte, stand ich vor der

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