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Gala der Herzen

Gala der Herzen

Titel: Gala der Herzen
Autoren: NATALIE ANDERSON
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1. KAPITEL
    James lehnte sich in seinem Stuhl zurück und fuhr sich müde mit den Händen über die Augen. Heute Morgen war er um kurz nach fünf Uhr mit seinem Flieger aus Kuala Lumpur in Sydney gelandet. Von dort hatte er ein Taxi zu seinem Büro genommen, wo er sich kurz duschte und umzog, ehe er sich wieder an den Schreibtisch setzte.
    Inzwischen hatte er einiges an Korrespondenz, die während seiner Abwesenheit angefallen war, durchgeschaut und sich Notizen dazu gemacht. Jetzt sehnte er sich nach einer zweiten Tasse Kaffee und etwas Handfesterem, als dem gummiartigen Muffin, den er während des Fluges gegessen hatte.
    Deshalb horchte er erfreut auf, als aus dem Vorzimmer zu seinem Büro plötzlich Geräusche drangen. Bridget, seine Sekretärin … endlich! Ein wenig später als gewohnt, wie ihm ein rascher Blick auf die Uhr verriet, aber das störte James nicht, weil sie ansonsten eine echte Perle war. Zumindest bisher …
    Mit mutwilligem Grinsen nahm er den Stapel Post und einen Report vom Schreibtisch, marschierte zur Tür und stieß sie auf. „Hallo Bridge, haben Sie sich etwa alle zehn Finger gebrochen? Die Quote der Tippfehler in diesem Machwerk ist beachtlich. Ich kann das Geschreibsel kaum entziffern.“
    Er schaute von dem Schriftstück auf, das ihn eben so amüsiert hatte, und blieb wie angewurzelt im Türrahmen stehen. Verblüfft starrte er die schöne Fremde an, die sich langsam von ihrem Platz hinter dem Schreibtisch erhob.
    Sie war groß, schlank, dunkelhaarig … verdammt sexy … und nicht …
    „Nicht Bridget!“, entfuhr es ihm laut.
    „Nein, das bin ich nicht.“ Ihre gelassene Stimme wies einen schwachen Akzent auf, aber nicht eine Spur von Verlegenheit oder gar Schuldbewusstsein.
    Und unversehens fühlte sich James seines ansonsten messerscharfen Verstandes und klaren Denkvermögens beraubt. Wie betäubt starrte er auf die hinreißendste Frau, die jemals seinen Weg gekreuzt hatte. Das einzige Wort, das sich in seinem umnebelten Hirn formte, war: WOW …
    Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis sein normaler Herzschlag wieder einsetzte. Und als es so weit war, ging James wie magisch angezogen auf den Schreibtisch zu. Mit jedem seiner Schritte vertiefte sich die zarte Röte auf den Wangen der fremden Schönheit.
    „Ich … ich bin …“
    „Prinzessin Elissa …“ Offenbar hatten seine grauen Zellen wieder ihre normale Funktion übernommen. Erst wenige Wochen war es her, dass er ihrem Bruder Alex versprochen hatte, ihr einen Job in seiner Firma zu verschaffen, es allerdings über der wichtigen Auslandskonferenz wieder vergessen. Die Prinzessin musste inzwischen seit … etwa einem Monat hier in Sydney sein.
    James kam sich vor wie ein dummer Schuljunge, weil er einfach nicht die Augen von ihr lassen konnte. Dabei kannte er sie von Fotos, die regelmäßig in unzähligen Zeitungen, Magazinen und TV-Sendungen veröffentlich wurden. Allerdings hätte er nie vermutet, dass sie in Wirklichkeit noch umwerfender aussah! Meist verloren diese Modeltypen in der Realität beträchtlich an Zauber, sobald die richtige Beleuchtung, tonnenweise Make-up und eine entsprechende Bildbearbeitung am PC fehlten.
    Doch keine noch so perfekte Hochglanzaufnahme hatte die tanzenden Lichter in ihren wundervollen schokobraunen Augen wiedergeben können oder war dem faszinierenden Farbspiel der langen dunklen Haarmähne gerecht geworden, die ihn einzuladen schien, seine Finger in ihrer seidigen Fülle zu vergraben. Und erst recht hatte ihn kein Foto auf die Perfektion ihres Körpers vorbereitet. Schlank, biegsam und gleichzeitig mit herausfordernd weiblichen Kurven versehen …
    „Bridget ist im Urlaub. Man hat mir gesagt, ich solle so lange ihren Platz einnehmen.“
    James nickte, zu sehr damit beschäftigt, Elissa anzustarren, um ihr antworten zu können.
    „Ich … ich werde den Report gleich noch mal tippen“, bot sie mit brennenden Wangen an und streckte die Hand nach den Papieren aus.
    Das brachte ihn endlich auf den Boden zurück. Irgendetwas drängte James dazu, ihr offensichtliches Unbehagen zu mildern. „Wahrscheinlich sieht die europäische Tastatur etwas anders aus?“
    „Genau.“ Einen Herzschlag lang begegneten sich ihre Blicke, dann senkte die Prinzessin rasch die Lider und wollte ihm den Report abnehmen. Doch James war so fasziniert von ihr, dass er es erst merkte, als Elissa energisch an dem Papierstapel zog, den er immer noch festhielt. Sofort ließ er los und wandte sich im gleichen Moment

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