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Draculas Darling

Draculas Darling

Titel: Draculas Darling
Autoren: Jason Dark
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»Und Sie meinen, dass er genau der Richtige ist?«
    »Ja, das ist er!«
    »Hat er einen Namen?«, fragte der erste Sprecher.
    »Natürlich. Sie müssen sich nur erinnern. Man nannte ihn mal den Vernichter.«
    Schweigen, sehr überrascht. Danach war ein scharfes Atmen zu hören. Der nächste Satz wurde leicht stotternd ausgesprochen. »Aber... aber... der ist doch schon lange tot...«
    Der andere Mann zeigte zum ersten Mal, seit die beiden zusammen waren, eine Gefühlsregung.
    Er lächelte.
    Dann sagte er: »Was man so tot nennt. Manchmal können die Toten sehr lebendig sein...«
    ***
    Der warme Lichtschein fiel durch die hohen Glasfenster des Fertighauses nach draußen, wo er die Rasen streifte und den letzten Schneeresten einen goldenen Glanz gab, als wollte er sie wertvoll aussehen lassen, bevor sie wegtauten.
    Der Plattenweg, der den Vorgarten in zwei Hälften teilte, war völlig vom Schnee geräumt worden. Dort, wo der Garten an den Bürgersteig grenzte, erschien die Gestalt eines Mannes. Der Mann war urplötzlich da, ging sehr zielsicher, stieß das kleine Tor auf und nahm den direkten Weg zum Haus.
    Der Mann trug einen langen Mantel. Bei jedem Auftreten verursachten seine Schritte leichte Geräusche. Er wirkte durch seine Bewegungen überhaupt nicht fremd und schien der Hausherr zu sein.
    Vor der Tür blieb er stehen. Das Holz um das Glas herum war hell gestrichen, ebenso die Rahmen der Fenster. Wer hier lebte, der legte Wert auf ein gutes Aussehen. Der Ankömmling klingelte. Er hatte die Hände in die Taschen seines offen stehenden Mantels gesteckt und wartete locker ab, bis man ihm die Tür öffnete. Aus der Dachrinne fielen ein paar Tropfen und erwischten die Schultern des Besuchers. Auch das blonde, sehr dichte und glatte Haar wurde erwischt, was den Mann nicht weiter störte, denn zur Seite trat er nicht.
    Hinter der Tür bewegte sich jemand. Er war für den Besucher nur als Schatten erkennbar. Einen Moment später wurde die Tür aufgezogen. Ein Mann schaute den Besucher an. Er war recht klein, trug bequeme Hauskleidung. Jogginghose, dazu ein Sweat-Shirt. Sein rundes Gesicht war leicht gerötet, und er atmete auch etwas heftiger als gewöhnlich. Er sah aus wie jemand, der beim Training gestört worden war. Leicht misstrauisch sah er den Besucher an.
    »Ja, bitte? Was kann ich für Sie tun?«
    Der blonde Mann mit dem glatten Gesicht lächelte. »Sie sind Amos Hurland?«
    »Bin ich – ja.« Ein Nicken folgte.
    »Auch X 5?«
    Plötzlich veränderte sich der Hausherr. Die Freundlichkeit aus seinem Gesicht verschwand. Seine Augen nahmen einen harten, schon gnadenlosen Ausdruck an. »Wer sind Sie?«
    »X 5?«
    »Kann sein.«
    »Wir sollten reden!«
    Hurland überlegte nicht lange. »Gut, kommen Sie rein. Und ich werde Ihnen sagen, wohin Sie zu gehen haben.«
    »Bitte sehr.«
    Hurland gab den Weg frei und schloss die Tür so rasch wie möglich. Auf seinem Gesicht war die Spannung geblieben. Auch der Ausdruck in den Augen hatte sich nicht verändert. Zwischen ihm und dem Besucher herrschte Eiszeit.
    »Ich gehe vor.«
    »Bitte.«
    Amos Hurland dachte nicht daran, den Mann in den normalen Wohnbereich zu führen. Nichts sollte er von seiner privaten Atmosphäre sehen. Amos hatte einen Bück für Menschen. Dieser Besucher war eine lebende Zeitbombe. Einer, auf den das Wort Gefühl nicht passte. Amos kannte sich da verdammt gut aus. Gewisse Dinge hatten ihn wieder mal eingeholt, da konnte er nichts machen. Da hatte auch seine Tarnung nichts genutzt. Der Begriff X 5 hatte die Alarmsirenen in seinem Kopf schrillen lassen. Nur sehr wenige Menschen wussten davon. Selbst seine Frau hatte keine Ahnung davon.
    Sie befand sich im Haus, aber sie hatte das Klingeln nicht gehört, denn sie gab sich ganz ihrer Musik hin, die immer wieder geübt werden musste. Lorna spielte Geige in einem philharmonischen Orchester und musste auch an freien Abenden üben. Das war an diesem Tag der Fall. Dass nur wenig von ihrem Spiel zu hören war, lag daran, dass ihr Zimmer schallgedämpft worden war.
    Das Arbeitszimmer des Hausherrn lag zum Garten hin und am weitesten vom Bereich des Eingangs entfernt. Die beiden Männer durchquerten einen schmalen Flur, dann öffnete Hurland die Tür und schaltete das Licht ein.
    Vor den beiden Fenstern über Eck hingen die Jalousien, so dass von draußen her niemand hineinschauen konnte. Schreibtisch, Computer, ein Aktenschrank, eine Liege mit Kissen und einer bunten Decke als Unterlage. Zwei Regale mit

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