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Das Geheimnis der Perle

Das Geheimnis der Perle

Titel: Das Geheimnis der Perle
Autoren: Emilie Richards
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des Salzwassers begann das Blut schon zu gerinnen.
    „Pass auf ihn auf, Matthew.“
    Schnell kroch sie zu Cullen. Der Behelfsverband hatte zwar die Blutung ein wenig aufhalten können, aber seine Kleidung zeigte, wie viel Blut er verloren hatte. Viel zu viel. Mit gekreuzten Beinen setzte sie sich hin und legte vorsichtig seinen Kopf in ihren Schoss.
    „Lee …“
    „Cullen.“ Sie strich ihm die nassen Haare aus der Stirn. „Frank ist tot. Wir bringen dich sofort von hier weg.“
    „Die Perle …“
    „Zur Hölle mit der Perle!“
    Irgendwie brachte er den Anflug eines Grinsens zustande. „Ich habe nicht …“
    Sie ersparte ihm die Erklärung. „Ich weiß, dass Frank die richtige Perle hatte. Du bist nicht umsonst ein Spieler gewesen.“
    „Ich wollte … zum letzten Mal alles auf eine Karte setzen.“
    „Das dachte ich mir.“
    „Woher hast du es gewusst?“
    „Weil du die Perle nie genommen hättest, ganz egal, wie wütend du auf mich gewesen wärst. Selbst dann nicht, wenn du die Gelegenheit gehabt hättest.“ Tränen liefen über ihre Wangen. „Es tut mir so leid. Ich liebe dich. Du darfst nicht sterben, Cullen! Versprich mir, dass du nicht stirbst.“
    „Und die Perle?“
    „Ist für immer verschwunden.“
    „Dann hab ich wohl eine Chance … es zu schaffen … und das Ganze lebend zu überstehen …“
    „Ich bleibe bei dir“, sagte sie unter Schluchzen. „Ich passeauf dich auf, wenn du mich haben willst.“
    „Du hast sie ins Meer geworfen, Lee … einfach so.“
    „Ich habe eine Fälschung weggeworfen. Aber allein die Absicht zählt, nicht wahr?“
    „Du hast gesagt … du willst bei mir bleiben?“
    „Oh ja, Cullen, wenn du mir vergeben kannst. Und wenn du mich noch haben willst.“
    „Bring mich nach Hause, Lee.“
    „Nichts könnte mich davon abhalten. Nie wieder.“
    Er hob ihre Hand an die Lippen. „Das ist mein Mädchen.“

36. KAPITEL
    M atthew saß oben auf dem Gatter und saß zu, wie Luke auf der Koppel mit einem schneeweißen Fohlen arbeitete. Jedes Mal, wenn Matthew etwas zu ihm sagte, kam es näher. Es stammte aus der Vollblutzucht von Jimiramira und hatte das Blut der preisgekrönten Quarterhorses und der schnellen Araber in sich. Morgens hatte Roman gesagt, dass es am nächsten Tag, seinem fünfzehnten Geburtstag, ihm gehören würde.
    Er hatte es Perle genannt.
    „Und, was hältst du davon?“
    Matthew drehte sich um. Roman stand direkt hinter ihm. „Solltest du nicht schlafen?“
    „Meinst du, ich lasse mir von so einem Grünschnabel sagen, was ich zu tun habe?“
    „Das hat Dr. Keller dir gesagt“, meinte Matthew unbeeindruckt. „In der heißen Mittagszeit sollst du dich noch ausruhen.“
    „Der hat doch keine Ahnung.“
    Matthew sprang vom Gatter, für den Fall, dass er Roman stützen müsste. „Sie ist wunderschön. Das schönste Geschenk überhaupt.“
    „Du musst sie aber auch besuchen kommen. Ich will sie nämlich nicht an einen Jungen verschwenden, der sich nie blicken lässt, um sie zu reiten.“
    „Pikuwa Creek ist doch nicht so weit entfernt. Wir kommen, sooft wir können. Und ich komme in den Schulferien, und dazwischen besuchst du uns. Dad hat gesagt, du hättest es ihm versprochen.“
    „Ich habe darüber gesprochen, dass du das Pferd besuchen sollst, Junge, nicht mich“, meinte Roman mit schiefem Grinsen.
    Matthew sah über die Schulter seines Großvaters zu demPaar, das langsam auf sie zukam. Cullen und Liana waren so miteinander beschäftigt, dass sie seinen Blick gar nicht bemerkten. Obwohl Cullen immer noch blass war, fühlte er sich schon kräftiger. Jetzt schob er Liana eine Haarsträhne hinters Ohr.
    Liana hatte sich bei ihm eingehakt, doch er war derjenige, der noch Unterstützung brauchte. Denn als Whitey Pendergast und die Crew der Southern Cross sie endlich in der Nähe des Graveyard aufgespürt hatten, hatte Cullen schon so viel Blut verloren, dass er ohnmächtig geworden war. Glücklicherweise war ein Arzt mit an Bord gewesen; er hätte sonst nicht gerettet werden können.
    Liana war nicht von seinem Bett gewichen, bis er wieder aufstehen konnte. Und oft genug hatten Matthew und Roman sich dazugesellt.
    Matthew konnte es immer noch nicht glauben, dass seine Eltern wieder zueinandergefunden hatten, obwohl er im Stillen stets darauf gehofft hatte.
    „Ich mag sie“, sagte Roman schroff. „Sie ist eine starke Frau. Aber das weißt du ja.“
    „Magst du ihn auch?“
    „Pass auf, was du sagst, Junge!“
    „War doch nur eine

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