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Das Erbe der Jedi-Ritter 10 - Jainas Flucht

Das Erbe der Jedi-Ritter 10 - Jainas Flucht

Titel: Das Erbe der Jedi-Ritter 10 - Jainas Flucht
Autoren: Elaine Cunningham
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einer kurzen grellen Explosion auf.
    Rasch lenkte Jaina ihren Dovin Basal auf den vorderen Schild um und wich instinktiv zurück, als die Korallentrümmer gegen den Rumpf krachten. Über die Schulter blickte sie zu Zekk zurück.
    »Zekk, hast du eigentlich viel Dejarik gespielt?«
    »Was habe ich gespielt?«
    »Habe ich mir schon gedacht«, murmelte sie. Während sich Zekk darauf konzentriert hatte, jeweils den unmittelbaren Angriff abzuwehren, hatte die von einem Yammosk koordinierte Flotte mehrere Züge im Voraus geplant und das gestohlene Schiff in eine sorgfältig aufgestellte Falle manövriert. Dejarik oder andere Strategiespiele hatte sie nie besonders gern gemocht, obwohl Chewbacca großen Wert darauf gelegt hatte, sie ihr beizubringen. Zum ersten Mal begriff sie nun den Grund dafür.
    Lowbacca trat zu ihr und heulte eine Frage. »Übernimm die Navigation«, sagte Jaina und deutete mit dem Kopf auf eine abgerundete, hirnähnliche Konsole. »Hyperraumsprung. Ziel: gleichgültig, nur nicht Myrkr. Kannst du die Koordination eingeben?« Der Wookiee setzte sich, betrachtete den biologischen »Computer« und kratzte sich an der Schläfe genau an der Stelle, wo sich ein schwarzer Streifen durch sein rotbraunes Fell zog.
    »Je schneller, desto besser«, meinte Ganner. Lowbacca knurrte eine Beleidigung auf Wookiee und zog sich die Kontrollhaube über den Kopf. Nach einem Moment fuhr er eine seiner Kletterkrallen aus und schlitzte vorsichtig die dünne obere Membran durch. Mit erstaunlichem Fingerspitzengefühl berührte er Nervencluster und sortierte schlanke, lebendige Fasern, wobei er mit jeder neuen Erkenntnis zufrieden grunzte. Schließlich wandte er sich Jaina zu und knurrte eine Frage.
    »Setz den Kurs nach Coruscant.«
    »Warum Coruscant?«, protestierte Alema Rar. Ihre Kopftentakel, die mit blauen Flecken gesprenkelt waren und praktisch nur noch von Bacta-Pflastern zusammengehalten wurden, zuckten vor Aufregung. »Wir werden von den Schiffen der Republik abgeschossen, ehe wir die Atmosphäre des Planeten erreichen, falls wir nicht vorher der Friedensbrigade in die Hände fallen!«
    »Die Friedensbrigade besteht aus Kollaborateuren. Die haben keinen Grund, dieses Schiff anzugreifen«, konterte Ganner. »Auf der anderen Seite hat die Republik keinen Grund, darauf zu verzichten.« Tenel Ka schüttelte den Kopf heftig und ließ ihre zerzausten rotgoldenen Zöpfe schwingen. »Manchmal ist ein lebendiger Feind so viel wert wie hundert tote. Ein kleines Schiff wie dieses stellt keine Bedrohung dar. Die Patrouille wird uns zur Landung zwingen, in der Hoffnung, ein lebendiges Schiff in die Hände zu bekommen, und man wird neugierig sein, welcher Grund ihnen die Besatzung in die Arme getrieben hat.«
    »Genau das habe ich mir auch überlegt«, stimmte Jaina zu. »Also, das Renegaten ‐ Geschwader hat eine Basis auf Coruscant, und in der Flugkontrolle sitzen Leute, die alle Tricks und Eigenheiten der einzelnen Piloten kennen. Wenn ich mit diesem Felsen ein paar eindeutige Manöver durchführe, haben wir eine gute Chance, dass man mich tatsächlich erkennt. Wie sieht es aus, Lowbacca?« Der Wookiee nahm geschickt eine Reihe von Einstellungen vor, dann signalisierte er Bereitschaft, indem er die massigen Pranken jeweils auf eine Seite der Konsole legte und resigniert stöhnte.
    Jaina aktivierte den Hyperantrieb des Schiffes. Die Wucht des Sprungs drückte sie in den übergroßen Sitz und zerrte an den Versorgungsschnüren, die Haube und Handschuhe mit dem Schiff verbanden. Plasmablitze dehnten sich aus wie ein goldener Sonnenaufgang im Dunst; Sterne streckten sich zu langen Linien. Dann breitete sich um die Jedi Stille und Dunkelheit aus, und ein Gefühl des Schwebens ersetzte den intensiven Druck der Subraumbeschleunigung. Jaina nahm die Haube ab und ließ sich in ihren Sitz zurückfallen. Während der Adrenalinstoß langsam nachließ, spürte sie, wie die Trauer sich wieder einstellte. Sie verdrängte die Emotionen und konzentrierte sich auf ihre Begleiter. Das nervöse Zucken von Alema Rars Kopftentakeln verlangsamte sich zu dem subtilen Schlängeln, das für weibliche Twi’leks so typisch war. Tenel Ka schüttelte ihre Haltegurte ab und begann, im Schiff hin und herzuschreiten − bei den meisten Leuten wäre dies ein Zeichen für Rastlosigkeit gewesen, doch die Dathomiri fühlte sich am wohlsten, wenn sie in Bewegung war. Der Wookiee studierte weiter das Navihirn. Ganner nahm die Kontrollhaube ab, erhob sich und

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