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Cloud Computing Anbietervergleich

Cloud Computing Anbietervergleich

Titel: Cloud Computing Anbietervergleich
Autoren: Mario Meir-Huber
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1 Cloud-Computing-Plattformen und -Anbieter
    1.1 Amazon
    Amazon hat eine lange Vergangenheit in der Cloud. Was Amazon von den meisten anderen Anbietern unterscheidet, ist, dass es keinen typischen Hintergrund als Softwarehersteller oder Diensteanbieter hat. Amazon ist vor allem für seinen Onlinehandel bekannt, hat es jedoch geschafft, sich in puncto Cloud Computing einen Namen zu machen. Überträgt man das Sprichwort „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ in den Unternehmensbereich, so sollte man seinem Kerngeschäft treu bleiben und keine Experimente wagen. Daher könnte man sich fragen, warum Amazon zu einem Cloud-Computing-Anbieter geworden ist. Sehen wir uns dazu die Hintergründe an: Amazon betreibt riesige Rechenzentren, die die Verfügbarkeit des Onlineshops gewährleisten und, wie es für Cloud-Computing-Plattformen üblich ist, starken Auslastungsschwankungen unterliegen. Da Amazon auf eine zuverlässige und stets verfügbare Plattform angewiesen ist, sind eine ausreichende Menge an Rechenzentren und Kapazitäten essenziell, um auch starke Auslastungen zu meistern, die vor allem zum Weihnachtsgeschäft kommen. Das ist auch die Zeit, zu der Amazon einen großen Anteil des Umsatzes macht, während die Plattform zu anderen Zeiten im Jahr kaum ausgelastet ist. Als bei Amazon nach einer Möglichkeit gesucht wurde, wie die wenig ausgelastete Plattform besser verwendet werden könnte, kam man auf die Idee, Rechenkapazität zu vermieten. Die im Jahr 2002 eingeführte Amazon-Cloud-Computing-Plattform wird als „Amazon Web Services“ bezeichnet. Über die Plattform werden verschiedene Dienste zur Verfügung gestellt, die auf anderen Webseiten oder Anwendungen mithilfe von APIs verwendet werden können. Das umfasst nicht nur die Dienste, die das Kerngeschäft (den Onlineshop), sondern auch jene, die die Cloud betreffen.

    Abbildung 1.1: Die wichtigsten Bestandteile der Amazon Cloud
    Abbildung 1.1 stellt einige der wichtigsten Produkte der Amazon-Plattform dar. Ein bekanntes Produkt ist die „Elastic Compute Cloud“, kurz EC2. Diese Cloud ist die IaaS-Schiene von Amazon, bei der man die Möglichkeit hat, aus einer Vielzahl von virtuellen Maschinen auszuwählen. EC2 bietet neben verschiedenen Betriebssystemen wie Windows Server und Linux auch verschiedene Instanzen der Rechenleistung. „Amazon Cloud Front“ ermöglicht es, Inhalte zur Verfügung zu stellen und kann verwendet werden, um Daten schnell und effektiv über verschiedene Standorte zu verteilen. Mit „Amazon Elastic Map Reduce“ bietet Amazon eine Implementierung des Hadoop-Algorithmus an, damit können datenintensive Anwendungen erstellt werden, etwa eine Indizierung von großen Inhalten, Analyse großer Datenbestände, Finanzanalysen oder wissenschaftliche Simulationen.
    Amazon bietet einige interessante Produkte für die Arbeit mit Daten an, z. B. „Amazon SimpleDB“, eine hierarchische Datenbank, die auf Skalierung ausgelegt und entsprechend auch nicht relational ist. Damit wird der Ansatz verfolgt, die Verwaltung der Datenbank so gering wie möglich zu halten. Viele Geschäftsanwendungen benötigen jedoch eine Business Logic, die sich durch hierarchische Datenbanken kaum oder nur sehr schwer abbilden lässt. Damit dieses Problem in der Cloud nicht zu Komplikationen führt, bietet Amazon „Amazon Relational Database Service“ an, eine relationale Datenbank in der Cloud, bei der MySQL zum Einsatz kommt. Viele Webanwendungen benötigen jedoch wesentlich mehr Möglichkeiten, Daten abzulegen, wobei ein „Blob“ in einer Datenbank oft nicht die richtige Herangehensweise ist. Dieses Problem wird durch „Amazon Simple Storage Service“ gelöst, der es ermöglicht, beliebig große Dateien im Web abzulegen. Er verwendet dieselbe Infrastruktur wie die Onlineplattform Amazon.com.
    Cloud-Computing-Anwendungen bestehen in vielen Fällen nicht nur aus einer einzelnen Instanz, vielmehr können mehrere Instanzen an ähnlichen Vorgängen arbeiten. Damit ist die Verwaltung der verschiedenen Instanzen nötig, die auch dezentral laufen kann. Um das zu ermöglichen, müssen zwischen den Instanzen Nachrichten versendet werden können, beispielsweise durch „Amazon Simple Queue Service“. Amazon Simple Queue Service ist eine Warteschlange, um Nachrichten zwischen Instanzen zu versenden, in den meisten Fällen Arbeitsanweisungen. Vor allem für paralelle Arbeitsvorgänge ist das sehr wichtig.
    Ein interessantes Angebot ist „Amazon Mechanical Turk“ aus der

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