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Bosmans/Deleu 03 -Ins blanke Messer

Bosmans/Deleu 03 -Ins blanke Messer

Titel: Bosmans/Deleu 03 -Ins blanke Messer
Autoren: Luc Deflo
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Nimm ruhig auch Kontakt mit den Kollegen im Ausland auf und faxe ihnen den Autopsiebericht und die anderen Unterlagen durch. Vergiss es, Deleu. Das mit der Abrechnung aus rechten Kreisen, meine ich.« Bosmans warf einen Blick auf seine Armbanduhr. »Am Samstag, um die gleiche Uhrzeit wie heute, will ich die ersten Ergebnisse sehen.« Deleu beeilte sich, nach draußen zu kommen, und legte Nadia den Arm um die Schultern.
    Sie schüttelte ihn ab. »Es ist zu heiß.«
    Der Ermittler sah sie mit großen, fragenden Augen an.
    »Nicht hier, Dirk. Nicht bei der Arbeit.«
    »Warum denn nicht? Schämst du dich etwa meinetwegen?«
    »Nein, so habe ich es nicht gemeint.« Nadia stieg in ihren Wagen.
    Deleu öffnete den Mund, sagte aber nichts.
    »Ich bin keine Jagdtrophäe, Dirk!«
    Er stand da wie angewurzelt und blickte dem davonbrausenden Clio nach, bis er um die Ecke verschwand.

[home]
    4
    Dienstagabend, 20.00 Uhr.
     
    P ierre seufzte und ließ sich neben Verstappen in den unauffälligen Ford Mondeo sinken. Die beiden bildeten die Vorhut für die Männer in kugelsicheren Westen, die noch damit beschäftigt waren, Material in zwei Kleinbusse zu laden – das Sondereinsatzkommando der Drogenfahndung.
    »Die Machos da werden immer erst dann aktiv, wenn das Schlimmste vorüber ist«, murmelte Pierre.
    »Genau«, bestätigte Verstappen. »Wenn wir schon die Steine an den Kopf bekommen haben und uns verletzt auf dem Boden wälzen.«
    Tatsächlich lautete der Befehl, dass das Sonderkommando erst eingreifen solle, wenn es zu Handgreiflichkeiten kam oder wenn sich herausstellte, dass es im Zakouskie etwas zu holen gab. Andernfalls sollte die Razzia abgeblasen werden. Bosmans hatte sich unmissverständlich ausgedrückt. Das Ziel bestand darin, so viele Jugendliche wie möglich wegen Verdachts auf Drogen- oder unerlaubten Waffenbesitz vorläufig festzunehmen. Natürlich nur, um einen legalen Grund für ihre weitere Vernehmung zu haben.
    Nadia Mendonck, die den Lockvogel spielte, schlug die Tür ihres Clios zu und eilte auf den mit laufendem Motor wartenden Mondeo zu.
    »Hi, Kollegen. Na, in Topform?«, fragte sie, während sie eine Strähne ihrer blonden Locken um den Finger wickelte. Nadia Mendonck, gerade achtundzwanzig geworden, sah aus wie eine frische Frühlingsblüte. Als könne ihr die sengende Sonne nichts anhaben. »Wollen die da hinten vielleicht einen Bürgerkrieg anzetteln?«
    »Denen ist kalt«, murmelte Pierre.
    »Murat Marouf ist kein kleiner Fisch«, warnte Verstappen. »Der Kerl stand schon mal unter Mordverdacht. Allerdings konnte man ihm nichts nachweisen. Ein Unfall, hieß es damals. Sie konnten ihn nicht einbuchten.« Etwa hundert Meter vom Zakouskie entfernt bog Pierre in eine Gasse ein, und Nadia sprang aus dem Auto.
    »Hast du dein Handy dabei?«
    Verstappen bestätigte mit erhobenem Daumen.
    »Jan übernimmt die Hintertür, Pierre, du bleibst am Eingang. Gebt mir zehn Minuten.«
    Pierres emporgestreckter Mittelfinger kam zu spät. Nadia marschierte bereits energisch auf das Zakouskie zu.
    Ein Dutzend Köpfe drehte sich in ihre Richtung, als sie wie selbstverständlich das Jugendcafé betrat, in dem sich etwa fünfundzwanzig Gäste befanden. Die meisten sahen jünger als zwanzig aus. Es war nur eine einzige Frau unter ihnen, und sie saß neben einem eleganten Mann an der Bar. Murat Marouf! Unergründliche schwarze Augen starrten Nadia an. Die schöne Mulattin neben ihm spitzte die Lippen. Misstrauisch.
    »Hallo, kann ich hier irgendwo telefonieren? Ich bin mit dem Auto liegengeblieben.«
    Einer der Jungs zeigte zur Bar hinüber. Auf Marouf.
    Nadia Mendonck seufzte und ging auf ihn zu.
    »He, Kleine, wo steht denn die Karre? Ich kenn mich aus, ich arbeite in einer Autowerkstatt.«
    Einer der jungen Männer fasste die Polizistin an der Schulter. Dabei verfehlte er nur knapp den breiten Gurt ihres Schulterholsters. Nadias Herz setzte ein paar Schläge aus. Diese Szene stand nicht im Drehbuch.
    »Vielen Dank für das Angebot, aber ich rufe lieber den Automobilklub an, ich bin Mitglied.« Sie wurde puterrot, und unter den Achselhöhlen bildeten sich Schweißflecken.
    Der junge Mann breitete lächelnd die Arme aus. Aus den Augenwinkeln sah Nadia, wie Marouf geschmeidig vom Barhocker rutschte und zu einer Gruppe Jugendlicher hinüberging, die sich im Hintergrund um einen altmodischen Flipper scharten. Plötzlich ertönten erregte Rufe auf Arabisch, und im Nu herrschte in der Kneipe ein Gewimmel wie in einem

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