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Blutsbrueder

Blutsbrueder

Titel: Blutsbrueder
Autoren: Susan B. Hunt
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sagen konnte.
    »Wir sind soweit. Denken Sie immer daran, dies wird ein großer Tag für Sie werden. Sie erwachen als neuer Mensch, im Dienste der Wissenschaft.«
    Er nickte Wong zu. Diese trat heran und injizierte das Narkosemittel in den vorbereiteten venösen Zugang an der Armbeuge des Mannes.
    Es dauerte nur wenige Sekunden, bis der Mann in tiefem Schlaf lag. Sowohl sein Puls als auch Herzschlag und Blutdruck wurden genau überwacht und aufgezeichnet. Bei der geringsten Störung würden hochsensible Maschinen sofort Alarm schlagen.
    Außer dem regelmäßigen Piepsen der Geräte war es still im OP. Anders als bei gewöhnlichen Eingriffen in Krankenhäusern, bei denen es von Assistenten und Krankenschwestern nur so wimmelte, waren Professor Sterling und Dr. Wong die Einzigen, die sich hier aufhielten.
    Sterling zog das Serum auf und reichte es Wong. Mit ihrer sterilen OP-Kleidung, der Haube über ihrem Haar und der Maske über Mund und Nase, sah man nur ihre perfekt geschminkten Augen.
    Der Blick aus ihnen war kühl. Die Asiatin wirkte wie immer, beherrscht und hochkonzentriert.
    Sie zögerte keine Sekunde, nahm die Spritze mit dem Serum entgegen und injizierte dem jungen Mann einen Cocktail, von dem niemand wirklich genau wusste, was er bewirken würde.
    Sobald das Mittel Thorns Blutkreislauf erreicht hatte, bäumte sich dessen Körper auf.
    Man hatte ihn zwar fixiert, doch sein Körper hob sich einige Zentimeter von dem kühlen, glatten Tisch aus Edelstahl, auf den man ihn gelegt hatte. Ein Zittern durchlief den nackten Körper des Mannes und schon schlugen die Geräte Alarm. Seine Pulsfrequenz hatte sich vervierfacht. Das Blutdruckmessgerät gab einen schrillen Dauerton von sich und die Herztöne, die das EKG wiedergab, hörten sich an wie der rasende Galopp eines Rennpferdes.
    »Tun Sie etwas, Dr. Wong«, Sterling sah die Ärztin panisch an. »Er stirbt uns unter den Händen weg.«
    Völlig ungerührt erwiderte sie seinen Blick und ihre Stimme klang gedämpft durch den Mundschutz. »Ich kann nichts tun. Der Vorgang kann nicht gestoppt werden. Jetzt wird sich zeigen, wie stark dieser junge Mann ist.« Sie machte eine Pause und Sterling war entsetzt darüber, wie emotionslos sie dastand und nicht einmal mit der Wimper zuckte. »Was haben Sie denn gedacht, dass dies alles ein Spaziergang für ihn wird?«
    Das ist Wahnsinn, wir bringen ihn um. Das habe ich nicht gewollt . Der Professor rang mit sich selbst. Er war versucht, all die Schläuche aus Thorns Körper zu reißen und ihn zu schütteln. Der Mann in ihm wurde noch panischer, denn der Raum war angefüllt mit schrecklichen Geräuschen. Thorns Körper bebte und bäumte sich weiter auf, es war so furchtbar, dass Sterling verzweifelt die Augen schloss. Aber so erschreckend es war, der Wissenschaftler in ihm war eigenartig fasziniert. Konnte ein Mensch das überstehen?
    Jetzt, da die finanziellen Mittel vorhanden waren, mit der Unterstützung des Russen, gab es wahrscheinlich wirklich kein Zurück. Prokojev erwartete Berichterstattung, sobald wie möglich.
    Ein paar Sekunden zögerte Sterling, unsicher, was er tun sollte. Dann jedoch gewann der Wissenschaftler Oberhand gegen den Mann und er drehte sich um, um den OP-Trakt zu verlassen. Er konnte hier nichts mehr tun, außer abwarten.
    In seinem Büro genehmigte er sich erst einmal einen Schluck Whiskey, direkt aus der Flasche. Dann machte er sich sofort daran, die bisherigen Erkenntnisse auf seinem PC zu dokumentieren.
    Während Thorn im Hochsicherheitstrakt des Bunkers um sein Leben kämpfte.
    Dr. Wong quittierte das Verschwinden von Sterling mit hochgezogenen Augenbrauen, wandte sich aber schnell wieder ihrer ursprünglichen Aufgabe zu.
    Sie kontrollierte die Dosis des nächsten Medikaments, das sie in wenigen Minuten durch Thorns Blutkreislauf jagen würde. Sie hatte nicht das geringste Mitgefühl für diesen jungen Mann. Er war aus gutem Grund für dieses Experiment ausgewählt worden.
    Seine körperliche Konstitution war exzellent, es gab keine Familie, die sich um ihn sorgte oder nach ihm fragen würde, sollte der Versuch fehlschlagen. Für sie war er nicht mehr als eine Laborratte. Wenn eine starb, wurde die Nächste hergenommen, so einfach war das.
    Thorn fühlte sich, als würde flüssiges Feuer durch seine Adern pulsieren. In seinen Ohren dröhnte es. Sein Bewusstsein schwebte über einem tiefen Krater, gefüllt mit Lava. Hin und wieder driftete er ab und schwarzer Rauch, der aus dem Krater aufstieg,

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