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Blutsbrueder

Blutsbrueder

Titel: Blutsbrueder
Autoren: Susan B. Hunt
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Prolog

    Februar 2025. Die schwarze Limousine fuhr langsam die staubige Straße entlang, die mitten in die Wüste Arizonas führte. Die Scheiben des Wagens waren getönt. Von außen war nicht erkennbar, wer darin saß.
    In wenigen Minuten sollte das Treffen stattfinden, das unter großer Geheimhaltung vereinbart worden war.
    Professor Sterling versuchte, sich seine Nervosität nicht anmerken zu lassen. Der Forscher, der seit mehr als fünfzig Jahren für die Armee arbeitete, sollte heute einen mächtigen Mann treffen.
    Alexej Prokojev.
    Seine Begleitung war die Chinesin Dr. Wong. Die kleine Frau, deren schwarzes glattes Haar immer zu einem strengen Zopf geflochten war. Sterlings Wunderwaffe.
    Der russische Milliardär, der auf sie wartete, mischte bei der Armee gehörig mit, wenn auch nur im Geheimen. Sterling war sich nicht sicher, wie viele Menschen überhaupt davon wussten, aber ihm war die ganze Politik sowieso egal. Ihn interessierte nur seine Forschung.
    Er hatte zusammen mit Dr. Wong an dieser Top Secret Mission gearbeitet und heute würde sich herausstellen, ob er die finanziellen Mittel dafür bekam. Von Prokojev.
    Als der Wagen langsamer wurde, wuchs Sterlings Anspannung.
    Schließlich blieb die Limousine stehen und der Fahrer stieg aus, um ihnen die Türen zu öffnen. Dr Wong und Professor Sterling blinzelten, als sie den abgedunkelten Innenraum des Wagens verließen und in die gleißende Sonne Arizonas hinaus traten. Sofort trat ihnen der Schweiß aus allen Poren. Es hatte nicht selten fünfzig Grad in der Wüste, während es nachts eisig kalt wurde.
    Sie wurden zu einem Geländewagen geführt, in dem ein Mann auf sie wartete. Der Russe Alexej Prokojev.
    Als sie zwanzig Minuten später zurück zu der Limousine gingen, lächelte Professor Sterling.
    Er hatte bekommen, was er wollte. Es ging um sehr, sehr viel Geld. Prokojev war bereit, die Mittel zu Verfügung zu stellen, damit Sterling die perfekten Soldaten erschaffen konnte. Männer, die außergewöhnliche Fähigkeiten hatten, über Superkräfte verfügten, und die als Auftragskiller dienten. Keine Angst kannten, Befehle ausführten, ohne Gewissensbisse und ohne sie zu hinterfragen. Sterling würde Superhelden aus ihnen machen.
    Das Serum wartete im Hochsicherheitstrakt seines Labors und den ersten potentiellen Kandidaten hatte er schon gefunden.

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1. Kapitel

    Professor Sterling ging in seinem Büro auf und ab. Er hatte große Mühe, seine Anspannung zu verbergen.
    Heute war der Tag. Der erste Mann für die Umwandlung wurde vorbereitet.
    Seit Jahren sehnte er sich nach diesem Moment.
    Als er spürte, dass das Handy in der Tasche seines Arztkittels vibrierte, zuckte er zusammen.
    Es war der Startgong für das Experiment.
    Seine geschätzte Mitarbeiterin Dr. Wong erwartete ihn. Die Asiatin besaß außergewöhnliche Fachkenntnis auf dem Gebiet der Genforschung und war seine wichtigste Mitarbeiterin.
    Er stieg in den Aufzug und fuhr damit in die Kellerräume, wo vor der Welt verborgen, das Wunder vollbracht werden sollte.
    Er passierte die sterile Schleuse und musste, um weiter zu kommen, einen Tropfen Blut opfern. Nur wenige Menschen hatten Zutritt zu den heiligen Räumen.
    Während ein Blutstropfen aus seinem Finger auf den Scanner tropfte, versuchte er tief durchzuatmen und seinen hektisch flatternden Puls unter Kontrolle zu bringen.
    Endlich öffnete sich die letzte Barriere und er stand im OP-Raum. Der junge Mann lag nackt auf dem Stahltisch und nur seine Lenden waren notdürftig mit einem grünen Tuch bedeckt.
    Er war noch bei vollem Bewusstsein, sah aber kein bisschen ängstlich aus. Das sollte er eigentlich, dachte Sterling, und wunderte sich über die Ruhe und Gelassenheit, die der Mann ausstrahlte.
    Dr. Wong trug bereits ihren Mundschutz, lediglich ihre Augen waren zu sehen. Dunkle schräg stehend mandelförmige Augen, die ernst und konzentriert blickten.
    »Thorn, mein Sohn«, Sterling legte eine Hand auf die nackte Schulter des Mannes.
    Grüne Augen sahen ihn an. Gott, diese Augen hatten eine Tiefe. Und sein Gesicht wirkte wie gemeißelt. Der fein geschwungene Mund, die ausgeprägten Wangenknochen, das alles waren Attribute männlicher Schönheit.
    »Kann es losgehen?«
    Sterling zuckte zusammen. Er war so sehr in die Betrachtung seines Versuchsobjektes vertieft, dass ihn die strenge Stimme der Asiatin abrupt auf den Boden zurückholte.
    »Ich bin bereit, Dr. Wong.«
    Er wandte sich dem Patienten zu und räusperte sich, bevor er etwas

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