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2930 - Wettlauf mit den Kopfgeldjägern

2930 - Wettlauf mit den Kopfgeldjägern

Titel: 2930 - Wettlauf mit den Kopfgeldjägern
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Ich war gerade an der üblichen Ecke angekommen und schaute mich um. Phil war noch nicht da, was ziemlich ungewöhnlich war.
    Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass ich nicht zu früh war. Offenbar verspätete sich Phil diesmal. Doch nur wenige Augenblicke später kam er mit schnellen Schritten um die Ecke und ging auf den Jaguar zu.
    »Guten Morgen«, sagte er strahlend, nachdem er eingestiegen war.
    »Guten Morgen«, erwiderte ich und schaute ihn neugierig an.
    Er bemerkte den Ausdruck in meinen Augen natürlich sofort. »Ja, es gibt einen guten Grund dafür, dass ich heute etwas spät dran bin.«
    Ich setzte den Blinker und reihte mich in den Verkehr ein. »Und willst du mir etwas darüber erzählen oder schweigst du dich lieber aus?«
    Er lächelte schelmisch. »Ein Gentleman genießt und schweigt.«
    »Also eine Frau, Casanova. Soll ich Vermutungen anstellen und dich mit Fragen löchern oder erzählst du mir freiwillig etwas – wobei ich nicht auf Details bestehe.«
    »Da du ja eh keine Ruhe lässt, werde ich dir zumindest verraten, wen ich getroffen habe …«
    Bevor Phil weitererzählen konnte, klingelte sein Telefon.
    Er nahm es aus dem Sakko und schaute aufs Display. »Der Chef – da musst du dich noch ein wenig gedulden.«
    Er nahm den Anruf entgegen. »Ja, Sir, guten Morgen. Sind auf dem Weg. Wo genau am East River? Geht klar, wir schauen uns dort um und kommen dann ins Büro, in Ordnung.«
    Er schaltete sein Handy aus und schaute mich mit ernstem Blick an. »Doppelmord am East River. Wir sollen uns die Sache ansehen, bevor wir ins Büro fahren.«
    Ich nickte. »Und wer sind die Opfer? Haben wir schon genauere Informationen?«
    »Mister High schickt sie gleich«, sagte Phil und aktivierte den Bordcomputer. »Er meinte, wir sollten uns beeilen, bevor die Presse auftaucht. Scheint eine ziemlich üble Sache zu sein. Ah ja, da sind die ersten spärlichen Daten, die bisher vorliegen. Bei den Opfern handelt es sich um zwei Männer. Sie wurde beide mit Kopfschuss getötet. Sieht wie eine Hinrichtung aus. Der Täter hat sich wohl auch nicht die Mühe gemacht, die Opfer zu verstecken. Gemäß den Fingerabdrücken handelt es sich um Zach Jones und Harold Gwenty, zwei Männer von Mitte vierzig, die beide aus Washington stammen. Sie waren gefesselt und es sieht aus, als hätte man sie vor ihrem Tod gefoltert.«
    »Gefoltert?«, fragte ich. »Hört sich an, als wären sie jemandem auf die Füße getreten. Ist das alles?«
    »Ja, abgesehen vom Fundort der Leichen ist das alles, was uns Mister High geschickt hat«, antwortete Phil. »Sie wurden im East River geborgen und am Bootssteg beim New York Vietnam Veterans Memorial an Land gebracht.«
    »Also an der südlichen Spitze von Manhattan«, sagte ich. »Und die Opfer? Was wissen wir über die?«
    »Ich schau eben in der Datenbank nach«, sagte Phil und tippte etwas in den Computer. »Da haben wir ja was. Zach Jones ist für die Justiz kein Unbekannter. Hat ein langes Vorstrafenregister. Seine Karriere reicht rund zwei Jahrzehnte zurück. Hat als kleiner Ladendieb angefangen und sich dann hochgearbeitet – wenn man das so ausdrücken will. Er ist ein paar Mal im Gefängnis gewesen, aber immer nur für mittelschwere Delikte. Ah, hier ist was Interessantes: Er arbeitet für den Washingtoner Drogenboss Tommy Heatherty, war wohl einer seiner Leute fürs Grobe.«
    »Dann lass mich raten: Der andere war auch einer von Heathertys Leuten«, sagte ich.
    »Wahrscheinlich«, meinte Phil und schaute nach. »Da ist er ja, Harold Gwenty, zweiundvierzig, hat eine ähnliche Karriere wie Jones hinter sich und – ja, du hast recht, auch er arbeitet für Tommy Heatherty.«
    »Also haben wir es mit zwei hingerichteten Schlägertypen eines Gangsterbosses aus Washington zu tun«, sagte ich. »Fragt sich, was sie hier, so weit entfernt von ihrem Revier, wollten.«
    »Das herauszufinden wird uns sicher zum Täter führen«, meinte Phil und recherchierte weiter. »Dieser Heatherty ist ein ziemlich schlimmer Finger – wobei ihm bisher so gut wie nichts nachgewiesen werden konnte. Sein Hauptgeschäft ist Drogenhandel. Daneben verdient er an Prostitution und illegalen Wettgeschäften. Das sind aber wohl nur Nebeneinkünfte. Das große Geld macht er mit Straßendrogen wie Koks, Dope und Heroin. Aber auch medizinische Drogen sollen zu seinem Repertoire gehören. Er ist seit etwa zehn Jahren auf dem Schirm der Washingtoner Behörden, die ihm aber bisher nie etwas nachweisen konnten. Aalglatter

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