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173 - Der Dämonen-Henker

173 - Der Dämonen-Henker

Titel: 173 - Der Dämonen-Henker
Autoren: A.F.Morland
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sich am Hinterkopf. Irgend etwas verbarg sich hier. Etwas, worauf sein sechster Sinn reagierte.
    Nun fragte er sich mit Recht, ob ihm Gefahr drohte, wenn er weiterging. Hatte ihn sein Instinkt gewarnt?
    Besser, du kehrst um, raunte ihm eine innere Stimme zu. Geh nach Hause, bring dich in Sicherheit, solange du es noch kannst.
    Er wollte gehorchen, fühlte sich aber auf eine unerklärbare Art festgehalten. Er wurde von etwas angezogen, das er nicht sah. Trotz der niedrigen Temperaturen legte sich ein dünner Schweißfilm auf seine Stirn.
    Er hätte doch lieber gleich mit George Hackman nach Hause gehen sollen, dann wäre ihm das erspart geblieben.
    Was eigentlich?
    Er würde es nie erfahren, wenn er nicht weiterging. Es nützte ohnedies nichts, sich zu sträuben. Er mußte sich dem Unbekannten weiter nähern. Es hatte ihn in seinen Bann geschlagen, hatte ihn fest im Griff.
    Deutlich spürte Mel Bellamy, daß die ausgesandte Kraft, die ihn traf, immer intensiver wurde. Nervös fuhr er sich mit der Hand über die Augen, und als er den nächsten Schritt machte, entfuhr seiner engen Kehle ein überraschter Laut.
    Grenzenlose Verblüffung breitete sich über sein Gesicht.
    Ging die geheimnisvolle Kraft davon aus?
    ***
    Oggral ließ von der weißen Hexe ab, zog die Kraft, die ihren Kopf hätte zerstören können, zurück, und sie kam ächzend zu sich.
    Verwundert stellte sie fest, daß sie noch lebte.
    In Oggrals blutigen Augen war sie so gut wie tot. Was er ihr jetzt noch bescheren wollte, waren Angst und Grauen bis zu ihrem tatsächlichen Ende.
    Mit haßerfülltem Blick musterte er sie. »Du hättest wissen müssen, daß du mir nichts anhaben kannst. Ich bin zu stark und zu wachsam. Mich kann man nicht überrumpeln. Damit hast du dein Leben verwirkt.«
    »Warum hast du mich nicht getötet?« fragte Chrysa unglücklich.
    »Worauf wartest du noch?«
    »Du wirst sterben, wenn ich es für richtig halte.«
    Die weiße Hexe wußte, daß es nun keine Chance mehr für sie gab, ihre Freiheit jemals wiederzuerlangen. Oggral würde sie in Ketten legen lassen, damit sie nicht fliehen konnte, und dann würde sie, gepeinigt von einer unbarmherzigen Angst, auf ihren Tod warten müssen.
    Oggral betrachtete den kunstvoll verzierten magischen Dolch, dessen Schneide außergewöhnlich scharf war. »Die Kehle wolltest du mir durchschneiden. Von wem hast du diesen Dolch?« wollte Oggral wissen.
    Chrysa preßte die Lippen fest zusammen. Der Name durfte nicht über ihre Lippen kommen. Sie wollte Niaroc nicht auch ins Unglück stürzen. Lieber hätte sie sich die Zunge abgebissen, als seinen Namen preiszugeben.
    Oggral grinste. »Er gehört Niaroc, ich weiß es.«
    Die weiße Hexe erschrak. »Er hat ihn mir nicht gegeben. Ich habe ihn heimlich entwendet. Bestimmt vermißt er ihn seit Tagen.«
    »Nun, dann soll er ihn wiederbekommen«, sagte Oggral kalt lächelnd. »Schließlich habe ich keine Verwendung dafür.«
    Er rief nach einem seiner Diener und trug diesem auf, Niaroc unverzüglich zu ihm zu bringen.
    »Du darfst Niaroc nicht bestrafen!« rief Chrysa. »Er ist unschuldig.«
    »Er hat auf seinen Dolch nicht gut genug achtgegeben, das kann ich ihm nicht durchgehen lassen«, erwiderte Oggral eisig.
    Kurz darauf erschien der Diener mit Niaroc, einem kleinen, schmalen Mann mit hervorquellenden Augen und Schwimmhäuten zwischen den Fingern. Im Wasser war er schnell wie ein Hecht.
    Niaroc hatte einen Sohn namens Kolumban, der zur Zeit anderswo weilte und frühestens in zwei Tagen zurückerwartet wurde. Kolumbans Einstellung gegenüber Oggral war ähnlich wie die seines Vaters, nur wußte er sie besser zu verbergen.
    Mit einem Blick erfaßte Niaroc die Situation: Chrysa hatte es nicht geschafft!
    Ihr Blick gab ihm zu verstehen, daß sie ihn nicht verraten hatte.
    Er trat vor Oggral hin – unerschrocken, bereit, zu sterben. Er würde nicht um sein Leben betteln.
    »Du hast nach mir geschickt«, sagte er finster.
    »Ja. Ich wollte dich fragen, ob du nichts vermißt, Niaroc«, erwiderte Oggral, während er den magischen Dolch hinter seinem Rücken verbarg.
    »Nein«, antwortete Niaroc geradeheraus.
    »Und was ist damit?« fragte Oggral scharf und wies den Dolch vor.
    »Den habe ich ihr gegeben«, gestand Niaroc offen.
    »Das ist nicht wahr!« rief Chrysa dazwischen. »Ich habe ihm den Dolch gestohlen!« Sie wollte Niarocs Kopf retten, aber das war nicht mehr möglich.
    »Sie will dein erbärmliches Leben retten!« höhnte Oggral. »Du weißt, daß

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