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1398 - Tänzer, Tod und Teufel

1398 - Tänzer, Tod und Teufel

Titel: 1398 - Tänzer, Tod und Teufel
Autoren: Jason Dark
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ungewöhnliche Blut untersuchen, nicht wahr?«
    »Ja«, sagte Suko, »so ist es, junger Freund.« Er gab sich recht locker, im Gegensatz zu dem jungen Kollegen.
    »Die Analyse ist bereits abgeschlossen. Ich habe soeben das Ergebnis erfahren.«
    »Und?«
    »Es ist nicht nur das Blut der Toten in der Probe gewesen. Man hat noch etwas anderes gefunden.«
    »Und was, bitte?«
    »Reste von einem Gestein, das es wohl hier in Mitteleuropa nicht gibt. Man tippt auf den Mittelmeerraum…«
    »Türkei?«
    »Ja, genau. Gestein, das zermalen wurde, damit man daraus eine Farbe herstellen kann. Henna…«
    »Sehr gut«, lobte Suko und lächelte den Kollegen zu. »Tanner wird sich freuen, denn jetzt ist noch ein Rätsel hinzugekommen.«
    Der Mann wusste nicht, wo er hinschauen sollte. »Aber… sind Sie denn nicht auch involviert?«
    »Sagen wir so, junger Freund: Wir sind auf dem besten Wege dazu. Keine Sorge, Ihre Nachricht war gut, danke.«
    »Ja, das musste ich loswerden.«
    »Ihren Chef finden Sie im Büro des Wäschereibesitzers. Vielleicht weiß der mehr über die Farbe.«
    »Ich werde es versuchen. Danke für den Tipp.«
    Ich war schon vor zum Rover gegangen. »Henna…«, murmelte ich vor mich hin. »Was bedeutet das denn?«
    Der Fall wurde immer rätselhafter, doch Rätsel gehören eben zu unserem Job…
    ***
    Da ich zur Wäscherei gefahren war, überließ ich jetzt Suko das Steuer. Die Fahrt würde uns in eine nicht sehr tolle Gegend führen.
    Man konnte ruhig von einem türkischen Viertel sprechen. Viele Geschäfte, kleine Teestuben, Imbisse, Restaurants, die typischen Gerüche, die durch die Straßen wehten.
    Das allerdings war nur die vordere Seite. Es gab noch eine andere, die Rückseite, und die war weniger schön, denn dort in den alten Häusern lebten die Menschen verdammt beengt. Bauten, die vor rund 100 Jahren für Arbeiter errichtet worden waren, die nun zum großen Teil aufgekauft wurden. Von zahlungskräftigen Türken, die das Geld zumeist bar auf den Tisch legten, und die Besitzer waren heilfroh, die Schätzchen loszuwerden.
    Türken mieteten sich bei Türken ein. Genau das passierte in diesen Gettos. Aber die Landsleute waren nicht nur nette Wohltäter.
    Sie wussten genau, was sie taten und wie aus den Bruchbuden durch überhöhte Mieten richtig Geld herauszupressen war.
    Aus Zimmern wurden Wohnungen gemacht, sodass man mehr an Masse vermieten konnten. In den Zimmern lebte nicht nur eine Person. Es waren mindestens vier Menschen, die sich die Bude teilten, ohne dass die Miete geviertelt wurde.
    Das hatte man mir nicht erzählt, ich hatte es mal in einem Zeitungsbericht gelesen. Aber so lange sich keiner beschwerte, liefen diese Mietverhältnisse weiter.
    Unterwegs hatte sich mein Handy gemeldet. Da ich nicht fuhr, konnte ich sprechen.
    Tanner, der sich noch immer im Gürüks Büro befand, hatte mittlerweile das Ergebnis der Probe erhalten und fragte, ob ich mir einen Reim darauf machen könnte.
    »Nein, leider nicht.«
    »Gürük auch nicht.«
    »Der gibt es nicht zu.«
    »Das denke ich auch. Aber ich bleibe am Ball.«
    »Gut.«
    »Was ist mit euch? Habt ihr schon das Ziel erreicht?«
    »Nein, aber wir sind kurz davor.«
    »Viel Glück.«
    »Danke.«
    In London einen Parkplatz zu finden ist nicht gerade leicht. Das gilt nicht nur für die City, sondern auch für die Vororte, egal, wo sie auch liegen.
    Wir rollten über die Hauptstraße des Viertels, wo die Autos die Randstreifen zugeparkt hatten. Sogar in Zweierreihen standen sie.
    Hier hätte der Abschleppdienst wirklich mit Wonne eingreifen können.
    Es war wirklich kein Wetter, um Stunden auf der Straße zu verbringen. Trotzdem herrschte Betrieb und Gewusel. Die Menschen hielten es in den Buden nicht aus, und es liefen nicht nur junge Menschen herum. Auch ältere waren unterwegs, wobei sie zumeist in den Teestuben saßen.
    Frauen waren mit ihren Kindern unterwegs und wühlten in den Klamotten herum, die draußen vor den Läden auf Kleiderständern hingen. Die Lebensmittelhändler hatten ebenfalls zu tun, und allgemein herrschte ein buntes Treiben, wobei die meisten Frauen ein Kopftuch trugen, was in ihrer Heimat offiziell nicht erlaubt war.
    Wir mussten die Straße nehmen, um zu unserem Ziel zu gelangen. Am Ende zog Suko den Rover in eine Kurve, und wir fuhren in eine schmalere Straße, in der es mehr Wohnhäuser gab. Es waren alten Bauten.
    Hier sahen wir auch die Einfahrten oder Durchfahrten zu den Hinterhöfen, und wir entdeckten sogar einen freien

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