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1398 - Tänzer, Tod und Teufel

1398 - Tänzer, Tod und Teufel

Titel: 1398 - Tänzer, Tod und Teufel
Autoren: Jason Dark
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geschnitten. Dieses Zeug kommt nicht in den Umlauf, das schwöre ich.«
    Sie machte auf mich den Eindruck, als wollte sie losstürmen, und ich hielt sie sicherheitshalber fest.
    »Langsam, Sema, langsam. Noch nicht. Wir sollten unseren Vorteil nicht aufgeben.«
    »Stimmt.«
    Hinabspringen konnten wir nicht. Es war zu hoch. So mussten wir weiterhin auf der Treppe bleiben, über die das Fackellicht strich und eine entsprechende Unruhe verbreitete. Bei diesem Wechselspiel hatte ich das Gefühl, manchmal ins Leere zu treten, doch da irrte ich mich, denn ich fand immer wieder einen entsprechenden Halt.
    Stufe für Stufe glitten wir nach unten. Dabei hielten wir den Atem so gut wie möglich zurück. Es förderte die Konzentration. Natürlich vergaßen wir auch nicht, Azer im Blick zu behalten, der eigentlich hätte verschwinden können, es aber nicht tat und sich mit dem Paket beschäftigte.
    Er wollte auf Nummer Sicher gehen und nachschauen, ob sich die Ware tatsächlich darin befand. Verschnürt worden war es nicht. Dafür hatte man es mit dicken Streifen verklebt, und einige davon wollte der Türke zerreißen.
    Mit den Händen ging das schlecht. Er brauchte einen spitzen und scharfen Gegenstand, also griff er nach seinem Säbel.
    Uns war es egal. Wir konnten uns darüber freuen. Denn einen Blick auf die Treppe warf er nicht.
    Wir kamen gut voran. Suko und ich waren cool. Ähnliche Szenen kannten wir, sie gingen uns nicht zu stark unter die Haut, aber die Ruhe konnte sich innerhalb einer Sekunde in einen gewaltsamen Ausbruch verwandeln, und darauf mussten wir uns vorbereiten.
    Vier Stufen zählte ich. Bisher war alles glatt über die Bühne gelaufen. Wir mussten uns einig darüber werden, wie wir vorgehen wollten. Die geflüsterte Besprechung dauerte nur Sekunden, dann war alles klar.
    Nach der Treppe würden wir uns verteilen und den Mann so in die Zange nehmen.
    Es klappte bis zur letzten Stufe. Diesmal ging ich als Erster, Sema schlich hinter mir, aber irgendetwas hatten wir falsch gemacht oder aber der Killer hatte Ohren wie ein Luchs.
    Jede seiner Bewegungen bekamen wir mit. Er hatte das Paket wohl geöffnet, aber noch nicht ganz, denn er stellte es zur Seite, ohne einen Blick hineingeworfen zu haben.
    Im Sitzen fuhr er herum. Der Säbel machte die Bewegung mit. Wir sahen das Metall blitzen, und in der gleichen Sekunde entdeckte er uns.
    Ein Schrei – ein Sprung! Plötzlich stand er auf den Beinen!
    Er hatte uns zu früh entdeckt, das war klar, aber etwas anderes störte mich mehr.
    Unsere Kollegin hielt sich nicht an die getroffene Absprache. Ihre Gefühle kochten über, und aus dem Stand schnellte sie los.
    »Verfluchter Killer!«, brüllte sie und rannte in langen Sätzen auf Azer Akasa zu…
    ***
    Suko und ich konnten nicht schießen. Die Gefahr, die falsche Person zu treffen, war einfach zu groß. Sema schien den Verstand verloren zu haben, sonst hätte sie sich nicht auf diese Aktion eingelassen. Der Hass gegen diese Gestalt saß tief in ihr. Sie nahm auf nichts mehr Rücksicht, dachte auch nicht an den Säbel, sondern brüllte, rannte und schoss.
    Jemand zu treffen, ist für eine ausgebildete Polizistin kein großes Problem. Aber das hier war kein Schießstand zum Üben. Sie rannte, während sie feuerte, und die Bewegungen übertrugen sich auch auf ihre Waffe.
    Hinzu kam, dass sich der Killer blitzschnell auf die Lage eingestellt hatte. Wir erlebten, wie geschickt er sich bewegen konnte. Die Kugeln jagten über ihn hinweg. Sie klatschten gegen die Mauern und trafen auch Urnen, die zersplitterten und dabei den Staub der Jahre alten Leichen freigaben, der jetzt in Wolken durch den unterirdischen Saal trieb.
    Sema gab nicht auf. Sie wollte an den Killer heran, und Azer rollte ihr über den Boden entgegen. Gleichzeitig schleuderte er das Paket auf sie zu, dem sie nicht mehr ausweichen konnte.
    Es prallte gegen ihre Beine. Wir hörten sie weder schreien, sie konnte sich nicht mehr halten und fiel der Länge nach zu Boden, und genau das nutzte der Killer aus.
    Er stand günstig. Er hob seinen Säbel an. Im Licht der Fackel wirkte er wie ein archaischer Kämpfer, der aus einer fernen Vergangenheit gekommen war.
    Sema raffte sich hoch. Dabei hob sie den Kopf an und brachte ihn unfreiwillig in eine für einen tödlichen Schlag perfekte Position.
    Alles war in der letzten Zeit wirklich rasend schnell abgelaufen.
    Ich beeilte mich ebenfalls. Ich wollte den finalen Rettungsschuss ansetzten oder den Killer zumindest

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