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1398 - Tänzer, Tod und Teufel

1398 - Tänzer, Tod und Teufel

Titel: 1398 - Tänzer, Tod und Teufel
Autoren: Jason Dark
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in die Nische.
    Eine Urne stand dort nicht.
    Dafür ein gut verschnürtes Paket.
    Azer lächelte. Es hatte es wieder mal geschafft. Der große Boss würde sich freuen.
    Dann legte er die Fackel wieder zu Boden, um beide Hände freizuhaben. Und so holte er das Paket behutsam hervor…
    ***
    Die Männer hatten jetzt ihr wahres Gesicht gezeigt, und auch die beiden Typen am Eingang der Gruft zogen ihre Waffen. Von vier Mündungen wurden wir bedroht, und so fühlten wir uns wie Schneebälle, die man ins Feuer geworfen hatte. Auch sie konnten nicht überleben.
    Verloren!
    Ja, wir hatten verloren und waren gewissermaßen in die Falle getappt.
    Natürlich ärgerten wir uns, doch es war nicht mehr zu ändern.
    Wir mussten nachgeben, was Sema mit einem gezischten Fluch kommentierte und dann meinte: »Ich befinde mich zwar auf dem Friedhof, aber hier sterben will ich nicht.«
    »Noch leben wir«, sagte Suko trocken.
    Die Typen in unserem Rücken blieben stehen. Die beiden von der Gruft kamen auf uns zu. Ein Kerl, dessen Nase schief saß, sprach uns an.
    »Ihr werdet so schnell wie möglich von hier verschwinden und alles vergessen, was ihr gesehen habt!«
    »Ach«, sagte ich, »meinen Sie?«
    »Das meine ich.« Er streckte seinen rechten Arm mit der Waffe aus und zielte auf meinen Kopf.
    Ich ließ mich nicht beirren, auch wenn ich davon ausging, dass diese Männer Killer waren. Aber Szenen wie diese hatte ich schon erlebt.
    »Das wäre dreifacher Mord«, sagte ich.
    »Ja, das wäre es.«
    »Und hinzu käme erschwerend die Tatsache, dass es sich um einen dreifachen Mord an Polizisten handelt. Wir wären zwar tot, aber in Ihrer Lage möchte ich trotzdem nicht stecken.«
    Ein Wort an dieser Antwort hatte den Sprecher besonders gestört.
    Auch die anderen drei Männer hatten es gehört, aber nur Schiefnase redete.
    »Ah, Bullen!«
    »Genau.«
    »Die Frau auch?«
    »Darauf kannst du dich verlassen«, sagte Sema. »Dein Chef Chiram wird Ärger bekommen, das schwöre ich dir.«
    Der Mann trat einen kleinen Schritt zurück. Er suchte Blickkontakt mit seinen Kumpanen, die ihn jedoch im Stich ließen und gar nichts sagten.
    »Ich könnte Ihnen meinen Ausweis zeigen, wenn Sie mir nicht glauben. Scotland Yard hat bisher noch jeden Polizistenmörder gefasst. Das ist nicht gelogen.«
    Der Typ steckte plötzlich in der Klemme. Ich konnte mir vorstellen, dass er und seine Helfer den Auftrag hatten, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, aber dass sie es mit Polizisten zu tun bekommen würden, hatte man ihnen wohl nicht gesagt.
    Sema griff wieder an. »Wer befindet sich in der Urnengruft? Ist es Azer Akasa?«
    Sie erhielt als Antwort nur düstere Blicke.
    Sie lachte. »Klar, er ist es. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Er muss es sein, und das ist gut für euch, Freunde, denn wir sind nur an ihm interessiert. Denkt nach.«
    Die Ansprache der Kollegin hatte gewirkt. Die Männer blieben zunächst stumm. Dafür schauten sie sich an. Der eine wartete wohl auf den Vorschlag des anderen.
    »Wie gesagt, nur an Akasa. Überlegt es euch.«
    Plötzlich konnten sie sprechen. Es war ein schnelles Wortgefecht zwischen vier Männern, denen wird zuhörten, ohne etwas zu verstehen. Sema allerdings spitzte die Ohren und übersetzte.
    So erfuhren Suko und ich, dass sie sich stritten. Sie hatten den Job, hier Wache zu schieben und Besucher von der Urnengruft fernzuhalten. Egal, mit welchen Methoden.
    Aber man hatte ihnen wohl nicht gesagt, dass sie es mit Polizisten zu tun bekommen würden. Ich verstand sie zwar nicht, aber ihren Gesichtern entnahm ich, dass sie sich zu einer Lösung entschlossen hatten. Wahrscheinlich hatten sie vergessen, dass Sema Türkisch verstand und übersetzen konnte.
    Von ihr erfuhren wir, dass sie sich darüber geeinigt hatten, uns niederzuschlagen.
    Das war natürlich auch nicht im Sinne des Erfinders.
    »Davon bringst du sie auch nicht ab!«, flüsterte Sema.
    »Klar.« Ich schaute zu Suko hin, weil ich einen bestimmten Gedanken verfolgte, der sich um seinen Stab drehte.
    Wir verstanden uns ohne Worte. Als Suko den Kopf schüttelte, musste ich das akzeptieren. Vier Gegner waren einfach zu viel, um sie in einer Zeitspanne von fünf Sekunden ausschalten zu können.
    Der Typ, der speziell mich bedrohte, zeigte mir plötzlich ein Grinsen. Er wollte auch etwas sagen, und ich konzentrierte mich auf sein Gesicht, aber dessen Züge veränderten sich.
    Ich konnte es kaum glauben, warum plötzlich das Staunen in seine Augen trat. Er

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