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1317 - Horror-Puppen

1317 - Horror-Puppen

Titel: 1317 - Horror-Puppen
Autoren: Jason Dark
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Die Sonne hatte sich am Himmel mal wieder vorgetraut und ihr Versteck hinter den Wolken verlassen. So schickte sie ihre Strahlen über das Land, auch London entging ihnen nicht und ebenfalls nicht dieses Haus, dessen große Fensterscheiben das Licht auffing.
    Das Glas war nicht mal besonders verschmutzt. Die Scheiben gaben helle Reflexe zurück. Sie standen da wie Spiegel, und kein hoher Baum störte dabei den Einfall des hellen Lichts.
    Spätfrühling oder Frühsommer. Eigentlich eine wunderbare Zeit im Jahr, aber keine, um an den Tod zu denken. Trotzdem wollten Rifkin diese Gedanken nicht aus dem Kopf, als er die Stufen nahm und sich der stabilen Haustür näherte.
    Er blieb davor stehen. Das Holz war an der Außenseite leicht verwittert. Es hätte einen neuen Anstrich gut vertragen, den es auch sicherlich bekommen würde, wenn das Haus mal verkauft war.
    Der Schlüssel steckte in der Jacketttasche des Maklers. Eigentlich hätte er das Haus allein nicht mehr zu betreten brauchen. Er kannte es. Er wollte es dem Käufer präsentieren. Aber er war ein sehr sorgfältiger Mensch, der auf Nummer Sicher ging. Der Rundgang war schon nötig. Er musste noch mal nachschauen, ob auch wirklich alles in Ordnung war und alles an seinem Platz stand.
    Es gab da noch einen Teil der Möbel. Auch alt, schon antik und noch gut in Schuss. Er hatte dem Käufer davon berichtet und so überzeugend gesprochen, dass der Mann mit dem Gedanken spielte, das Mobiliar zu übernehmen. Das wäre natürlich perfekt gewesen. Auch deshalb wollte der Makler das Haus noch betreten, einfach um sich die Möbel anzuschauen. Es wäre nicht gut, wenn der Kunde Fehler vor ihm entdeckte.
    Er schloss auf.
    Die stabile Tür ließ sich nur schwer nach innen drücken. Da musste er schon eine gewisse Kraft aufwenden. Mit der Schulter schaffte er es. Dabei dachte er daran, dass an der Tür auch noch etwas getan werden musste. Nur war das nicht mehr sein Problem.
    Das Haus nahm ihn auf.
    Er blieb stehen und wartete, dass die Tür hinter ihm zufiel.
    Dieses typische Geräusch war ihm nicht fremd, doch was dann folgte, das hinterließ bei Rifkin schon ein leichtes Unbehagen.
    Durch seinen Beruf kannte er zahlreiche Häuser. Ob neu, alt, renoviert oder leicht verkommen, aber dieses Haus hier war einfach anders. Da überkam ihn stets der Eindruck, von ihm geschluckt zu werden. Normalerweise war es umgekehrt. Dann fühlte sich Kor als Chef des Objekts, hier aber hatte das Haus das Sagen.
    Er konnte es nicht erklären. Es war einfach so. Und weil diese Tatsache blieb, verließ ihn auch der Gedanke an den Tod nicht. Der war immer präsent.
    Im breiten Flur blieb er stehen und schaute auf die grüngelben Steinfliesen mit den schwarzen Einschlüssen, die aussahen wie dünne Fäden. Er sah das Licht durch die Fenster fallen und schaute zu, wie es sich auf dem Boden verteilte. Helle Flecken. Vorhänge, die wanderten, wenn die Sonne ihren Weg nahm.
    Im direkten Kontrast dazu stand die breite Holztreppe, die dunkelbraun gestrichen war. Der Besucher konnte von der Tür aus auf dem direkten Weg hingehen, um die oberen Etagen zu erreichen. Es gab zwei davon. In der ersten waren die Zimmer noch normal hoch, in der zweiten hatten sie leicht schräge Wände.
    Wenn er nach links schaute, sah er den Durchgang zum Salon. Er befand sich an der Seite des Hauses. Durch die großen Fenster flutete ebenfalls das Licht der Maisonne und verteilte sich auf den altenhohen Sesseln, die teils mit Leder und teils mit dickem Stoff bezogen waren. Zwei kleine Tische mit Platten aus dünnem Marmor waren ebenfalls zurückgelassen worden. Sie passten dazu.
    Mit kleinen Schritten ging er weiter. Rifkin wunderte sich über sein Verhalten. Er ging normalerweise nicht so leise. Wenn er Objekte betrat, die zum Verkauf standen, dann gehörte er zu den forschen Menschen, denn das sichere Auftreten gehörte zu seinem Job.
    Nur hier nicht…
    Wieder huschte die Gänsehaut über seinen Rücken. Es lag nicht am Haus, nur an seinen Gedanken, aus denen der Tod nicht verschwinden wollte. Dabei dachte er nicht unbedingt an einen menschlichen Mörder, der hier auf ihn lauern konnte. Der Tod musste in einem Zusammenhang mit dem Haus gesehen werden.
    Quatsch! Unsinn! Er schüttelte über sich selbst den Kopf und zwang sich dazu, sich zusammenzureißen. Das Haus war normal.
    Es würde ihm eine gute Provision bringen. Was sollte er sich da noch große Gedanken machen?
    Nur war es nicht so einfach, und als er seinen rechten

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