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1295 - Feuerfluch

1295 - Feuerfluch

Titel: 1295 - Feuerfluch
Autoren: Jason Dark
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ich, »man hat mich angerufen.«
    »Genau, Sir. Sie möchten bitte hoch in die elfte Etage fahren. Dort wartet man auf Sie.«
    »Danke.« Ich ging noch nicht auf den Lift zu, sondern fragte: »Wissen Sie, was passiert ist?«
    »Nicht genau, Sir. Ich hörte etwas von einem Toten, der verbrannt worden ist.«
    »Gab es Feuer?«
    Jetzt antwortete der junge Mann an der Anmeldung. Er saß steif wie ein Pappsoldat hinter seinem Pult. »Richtig gebrannt hat es dort oben nicht, das kann ich Ihnen schon sagen.«
    »Also keine Feuerwehr?«
    »Nein.« Er zwinkerte mit den Augen, weil er doch ziemlich nervös geworden war. »Es hat nur leider einen Toten gegeben. So viel bekam ich mit. Ihre Kollegen von der Mordkommission sind oben, und die Leiche wurde noch nicht weggebracht.«
    »Danke für die Auskünfte.«
    »Bitte, keine Ursache.«
    Ich war neugierig geworden, ging zum Lift und ließ mich hoch in die entsprechende Etage bringen.
    Vor dem Einsteigen hatte ich noch gesehen, dass der zweite Lift gesperrt war und ging davon aus, dass dies etwas mit dem Fall zu tun hatte.
    Am Ziel angekommen, schaute ich wieder in das Gesicht eines Polizisten. Er stand an einer Absperrung, die die Hälfte des langen Flurs betraf. Hier oben sah ich auch die zweite Kabine. Ich schaute in sie hinein, denn die Tür stand offen. Man hatte sie gesperrt.
    Auch hier zeigte ich meinen Ausweis und wurde nach links gebeten. Mehrere Bürotüren standen offen. Ich hörte Stimmen und erkannte auch die des Kollegen Murphy, der die Mordkommission leitete.
    Ich war froh, auf ihn zu treffen. Er gehörte zu den ruhigen und bedächtigen Beamten, die auch meinen Job voll und ganz akzeptierten.
    Als ich das Büro nach einem leisen Klopfen betrat, drehten sich gleich mehrere Personen um. Unter ihnen befand sich auch Suko, der mir zuwinkte.
    Die Kollegen der Mordkommission kümmerten sich um den Toten. Ich sah auch einen Arzt, der den Kopf schüttelte und seine Handschuhe abstreifte. Ein Zeichen, dass er seine Arbeit beendet hatte.
    Kollege Murphy reichte mir die Hand. Über seiner Oberlippe wuchs noch immer der blonde Bart. »Jetzt kann ja nichts mehr schief gehen, wo Londons Geisterjäger in konzentrierter Form versammelt sind.«
    »Abwarten.« Ich tippte Murphy an. »Warum haben Sie den Fall abgegeben? Oder wollen ihn abgeben?«
    »Er passt nicht in unser Regelwerk.«
    »Wieso?«
    »Da ist jemand verbrannt.«
    »Ist oder hat sich verbrannt?«
    »Er ist verbrannt. Nur war da kein Feuer. Es kam von innen, als er sich im Lift befand. Er wollte hier in diese Etage. Er kam auch an, doch da war er tot. Das Feuer hat ihn von innen zerfressen. Viel mehr kann ich Ihnen auch nicht sagen.«
    »Da wissen Sie schon eine Menge.«
    Murphy lächelte. »Es gab eine Zeugin, die alles gesehen hat. Sie wartet nebenan.«
    »Okay. Und der Tote ist hier, wie ich sehe.«
    »Ja, wir haben ihn aus dem Lift hierher geschafft.«
    Die Wanne war schon gebracht worden, aber man hatte ihn noch nicht hineingelegt. Er lag auf einer Plane, und ich brauchte nur zwei Schritte zu gehen, um ihn zu sehen.
    Suko blieb dicht bei mir. »Es ist ein Phänomen, John, das sage ich dir schon jetzt. Von innen verbrannt. Kannst du dir das vorstellen?«
    »Im Moment noch nicht.«
    Das war nicht gelogen, denn der Tote sah nicht aus wie ein Brandopfer. Es gab kein schwarzes, vom Feuer zerfressenes Gesicht, sondern ein fast normales. Aber nur fast, das musste ich auch zugeben, denn die Haut hatte einen Grauschleier bekommen, wie es wirklich nicht normal war. Ja, sie sah aus wie Asche.
    Mir fielen auch die kleinen Mulden auf der Stirn auf, für die ich keine Erklärung hatte. Ich beugte mich tiefer und entdeckte neben und zwischen ihnen kleine Löcher.
    »Der Arzt hat hineingestochen«, erklärte Suko. »Und er kam mit seiner Nadel durch.«
    Ich richtete mich wieder auf. »Kannst du mir sagen, was das zu bedeuten hat?«
    »Kann ich, John. Unter der dünnen Haut, die sich verändert hat und jetzt grau geworden ist, befindet sich nichts anderes als Asche. Reine Asche. Es bedeutet, dass dieser Mensch von innen her verbrannt ist. Nicht mehr und nicht weniger.«
    Ich warf ihm einen fragenden Blick zu. »Hat man das schon festgestellt?«
    »Unter anderem, John. Viel wichtiger war die Zeugin, die mit ihm im Lift hochgefahren ist. Sie hat alles gesehen. Wir werden sie befragen. Sie wartet im Nebenzimmer. Der Arzt hat ihr eine Beruhigungsspritze gegeben. Ich denke, dass sie uns jetzt einige Fragen beantworten kann. Vorhin war sie

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