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0320 - Verloren im Höllensumpf

0320 - Verloren im Höllensumpf

Titel: 0320 - Verloren im Höllensumpf
Autoren: Rolf Michael
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Tina wollte die Augen schließen, um das Ungeheuer nicht mehr zu sehen. Wie man einem zum Tode Verurteilten die Augen verbindet, damit er den Schrecken des Todes nicht mit anzusehen braucht. Doch es ging einfach nicht.
    Eine innere Kraft zwang sie, dieses urtümliche Bild immer wieder zu betrachten.
    Den gigantischen Dinosaurier, der auf sie zustapfte. Eine der wenigen fleischfressenden Bestien, die in der Zeit des Erdmittelalters über die Erde schritten.
    Oft schon hatte Tina Berner dem Tod ins Auge gesehen. Seit dem Tage, als sie Professor Zamorra kennengelernt hatte, war ihr Leben anders geworden. Denn Professor Zamorra bekämpfte die Heerscharen der Hölle.
    Und jene anderen Kräfte, die aus den Tiefen der Vergangenheit auftauchten wie der schwarze Zauberer Amun-Re, der einst Atlantis regierte. Oder kosmische Gewalten, die hervorbrachen, um die Erde zu versklaven wie die DYNASTIE DER EWIGEN.
    Von Merlin, dem weisen Magier von Avalon, der einst die Tafelrunde des Königs Artus ins Leben gerufen hatte, bekam Professor Zamorra einen Ring, der ihn in die Vergangenheit trug. Tina Berner war einige Male dabei gewesen, als er in den vergangenen Tagen sich Plänen entgegen stellte, mit denen die Dämonen der Hölle sich der Erde bemächtigen wollten. Am Hofe des wahnsinnigen Kaisers Caligula hatte sie gemeinsam mit Professor Zamorra den Dämon bekämpft, der Caligulas Inneres besetzt hatte.
    Zusammen mit Sandra Jamis, ihrer besten Freundin, hatte sie Zamorra, Michael Ullich und Carsten Möbius nach Troja begleitet, um von dort den Machtkristall zu erobern. Doch Sandra war in die Gefangenschaft der Amazonenkönigin Penthesilea geraten und Tina hatte versucht, sie zu befreien.
    Penthesilea hatte Waffen, die ihr der Kriegsgott Ares selbst gegeben hatte. Ares zog sie aus seiner Rüstung. Reliefartig waren in dieser Rüstung alle Kämpfe und Schlachten der Weltgeschichte dargestellt. Jede Gelegenheit, wo Waffen geschwungen wurden und die Furie des Krieges raste.
    Aus diesem Gewirr hatte Ares aus der Hand des sterbenden Helden Roland das Schwert Durandart und dem pfeilwunden Königs Richards Löwenherz die Streitaxt von Ascalon entwunden. Diese unbezwinglichen Waffen gab er Penthesilea für den Kampf mit dem Griechenhelden Achilles, der in seiner von Dämonen geschmiedeten Rüstung so gut wie unverwundbar war.
    Als Penthesilea von Achilles den Todesstoß empfangen hatte und die Waffen sinken ließ, griffen Tina Berner und Sandra Jamis zu. Hier im Wirbel des Kampfes um Troja mußten ihnen das Schwert des Helden Roland und die Streitaxt des Richard Löwenherz gute Dienste leisten.
    Doch dann kam alles ganz anders…
    Der Zeitstrom erfaßte die beiden Girls und riß sie mit sich…
    ***
    Ares war erschienen und mußte den Tod seiner Tochter Penthesilea mit ansehen. Die Waffen der Amazonenkönigin wurden von seiner Rüstung ungezogen und mußten wieder an ihren Platz.
    Tina Berner spürte nur, wie sie plötzlich von einem wirbelnden Sog erfaßt wurde. Die Ebene von Troja verwehte vor ihren Augen und wurde zum wirbelnden Chaos. Sie hörte Sandra Jamis kreischen und versuchte, der Freundin die Hand zu reichen um nicht von ihr getrennt zu werden.
    »Die Waffen… laßt die Waffen los…!« hörte das Mädchen Professor Zamorra von irgendwo brüllen. Gehorsam ließ sie den Knauf des Schwertes fahren.
    Sofort verschwand Durandart im Zeitstrom und wurde in das Jahr 778 gerissen, wo es im Tal von Roncesfalles der sterbende Held Roland ergriff und unter seinen Körper legte, damit die unvergleichliche Waffe dem Feind nicht in die Hände falle.
    Doch der Zeitstrom hatte Tina Berner erfaßt und ließ sie nicht mehr los. Obwohl sie die Worte Zamorras hörte und das Getümmel auf dem Schlachtfeld von Troja, war sie doch unheimlich weit entfernt.
    »Sie werden durch die Kraft meiner Rüstung durch die Zeit gehen und sich irgendwo in einer Schlacht, einem Scharmützel oder einem Kampf wiederfinden!« hörte sie die Stimme des Kriegsgottes Ares. »Nie wirst du sie im Strudel der Zeiten wiederfinden. Auch wenn sie die Schlachten überleben, sind sie Gefangene der Zeit. Auch wenn du in jede Epoche gehen kannst, Zamorra - du wirst niemals herausfinden, wo sie sich befinden. Zu allen Zeiten wurde gekämpft. Du wirst sie niemals… niemals wiederfinden!«
    Und dann, wie aus weiter Ferne konnte Tina Berner noch einmal Pro fessor Zamorras eindringlichen Ruf vernehmen:
    »Hinterlaßt Zeichen in der Zeit, in die ihr kommt, wenn ihr überlebt. Nur so

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